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Individuelle Therapie bei Knochenmetastasen

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Lebensqualität im Mittelpunkt
Für sehr viele Brustkrebspatientinnen ist die Prognose heute dank moderner Therapiemethoden durchaus gut. Die Heilungschancen liegen laut Expertenmeinung relativ hoch (>80%). Bei einem Teil der Betroffenen schreitet die Krankheit durch das Auftreten von Metastasen, beispielsweise in den Knochen, fort. Heilung ist dann nur noch in Einzelfällen möglich.

Die Therapie zielt darauf ab, die Lebensqualität der Patientinnen zu erhalten und die Zahl der belastenden Symptome zu verringern.

Gesunde Knochen unterliegen ständigen Auf-, Ab- und Umbauvorgängen. Der Abbau der Knochensubstanz findet durch spezialisierte Zellen, die sogenannten Osteoklasten, statt. Für den Aufbau der Knochensubstanz und die Regulierung der Abläufe sind Osteoblasten zuständig. Sie übernehmen bei diesen Vorgängen eine Schrittmacherfunktion, indem sie Botenstoffe produzieren, die die Aktivität der Osteoklasten steigern oder reduzieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei RANK-Ligand (kurz RANKL). Er passt wie ein Schlüssel zu einer RANK genannten Struktur auf der Oberfläche der Osteoklasten und fördert deren Aktivität. Ein zweiter Botenstoff der Osteoblasten, das Osteoprotegerin (OPG), bremst die Abbauaktivitäten der Osteoklasten, indem es RANKL bindet und so seine den Knochenabbau fördernde Wirkung verhindert.

Grafik Kommunikation

Quelle: www.leben-mit-knochenmetastasen.de
(DMO-DEU-AMG-601-2013- May-NP)

Tumorzellen stören diese Kommunikation, indem sie die Osteoblasten veranlassen, vermehrt RANKL zu bilden. Die Aktivität der Osteoklasten steigt. Es wird vermehrt Knochensubstanz abgebaut. Dabei werden Botenstoffe aus dem Skelett freigesetzt, beispielsweise Wachstumsfaktoren, die die Krebszellen zum Wachstum anregen. Wissenschaftler sprechen hier auch vom Teufelskreis der Knochenzerstörung.

Grafik-Teufelskreis
Quelle: www.leben-mit-knochenmetastasen.de

„Bei über 70 Prozent aller Frauen im chronischen Stadium einer Brustkrebserkrankung kommt es zu Knochenmetastasen“, weiß Professor Dr. Ingo J. Diel, gynäkologischer Onkologe aus Mannheim und Vorsitzender der Deutschen Osteoonkologischen Gesellschaft (DOG). „Knochenmetastasen wachsen zwar vergleichsweise langsam, können aber Knochenschmerzen auslösen und die Stabilität der Knochen verringern. Dadurch wird die Lebensqualität massiv beeinträchtigt. Wichtig ist es, Knochenmetastasen frühzeitig zu erkennen. Patienten können dabei aktiv mithelfen, indem sie ihren Arzt sofort über Knochenschmerzen informieren.“

Zur Behandlung von Knochenmetastasen stehen verschiedene Therapien zur Wahl, die gegebenenfalls kombiniert werden können. Eine Bestrahlung der Metastasen verhindert Knochenbrüche, da durch diese Behandlung die Metastasen lokal kontrolliert werden können, und sie wirkt gegen Schmerzen. Auch Operationen zur Stabilisierung der Knochen können notwendig werden. Bisphosphonate lagern sich im Knochen ab und hemmen so die Abbauvorgänge. Darüber hinaus tragen sie zur Schmerzlinderung bei. Eine Behandlung mit RANKL-Antikörpern zielt – ähnlich wie mit Bisphosphonaten – darauf ab, den „Teufelskreis“ der Knochenzerstörung zu unterbrechen. Dazu fungieren die Antikörper wie Osteoprotegerin als Gegenspieler zu RANKL. „Die Entscheidung für eine bestimmte Therapieform treffen Arzt und Patient nach eingehender Beratung gemeinsam. Ziel aller Maßnahmen ist es, dass die Betroffenen ihr Leben mit Freude am Alltag aktiv gestalten können“, erklärt Diel.

Zum Weiterlesen: www.leben-mit-knochenmetastasen.de, eine Information der Amgen GmbH zur Entstehung und Behandlung von Knochenmetastasen.


Professor Ingo DielProfessor Dr. med. Ingo J. Diel
SPGO Schwerpunktpraxis für Gynäkologische Onkologie
Praxisklinik am Rosengarten
Augustaanlage 7-11
68165 Mannheim

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