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Erbrechen und Übelkeit bei ­Chemotherapie

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Für wen ist das heute noch ein Problem?

In den 1990er Jahren waren Erbrechen und Übelkeit diejenigen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie, vor denen sich die Patientinnen am meisten gefürchtet haben. Seit über 25 Jahren gibt es nun wirksame Medikamente, die sehr gut gegen das Erbrechen helfen. Doch es gibt immer noch Patientinnen, die sehr stark unter Übelkeit leiden und die manchmal auch erbrechen müssen. Woran liegt das? Gibt es bestimmte Faktoren, die das beeinflussen? Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt nach, das von der Nordostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (­NOGGO) initiiert wurde und das von der Firma Riemser unterstützt wird. Wir befragten Frau Privatdozentin Dr. med. Gülten Oskay-Özcelik, die als gynäkologische Onkologin in Berlin-Spandau niedergelassen ist und die im Auftrag der NOGGO das Projekt mit betreut.

Mamma Mia!: Welche Patientinnen leiden besonders unter Erbrechen und Übelkeit während einer Chemotherapie?

PD Dr. Gülten Oskay-Özcelik: In erster Linie hängt es davon ab, welche Chemotherapie die Patientin bekommt. Wir unterscheiden hier vier verschiedene Risikokategorien von hoch über mittel bis niedrig bis gering. Aber auch die Patientin selbst bringt individuelle Risikofaktoren mit, die das Risiko für Übelkeit und Erbrechen erhöhen können.

Mamma Mia!: Gibt es eine Möglichkeit, diese besonders empfindlichen Patientinnen mit einer rasch oder lang wirksamen Therapie zu schützen?

PD Dr. Gülten Oskay-Özcelik: Zur Prävention der Übelkeit und des Erbrechens ist es vor allem wichtig, gemäß den Leitlinien zu behandeln. Es gibt klare Empfehlungen für den Einsatz von sehr effektiven Medikamenten und Medikamentenkombinationen, die die Übelkeit und Erbrechen entweder komplett verhindern oder zumindest in der Stärke abmindern.

Das Akynzeo z.B. beinhaltet in einer Tablette eine Fixkombination eines hochselektiven NK1-Rezeptorantagonisten mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, zur Prävention von akuter und verzögert auftretender Übelkeit und Erbrechen, die mit einer stark oder mäßig emetogenen Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung assoziiert sind.

Mamma Mia!: Können Sie bitte das eingangs erwähnte Forschungsprojekt der NOGGO kurz beschreiben?

PD Dr. Gülten Oskay-Özcelik: Wir wollen in unserem Projekt eine Kombination aus patientenspezifischen Risikofaktoren in Form eines Scores erfassen. Dieser Score kann eventuell in der Zukunft angewendet werden, um Patientinnen zu identifizieren, die ein höheres Risiko zur Entwicklung von Übelkeit und Erbrechen unter einer Chemotherapie haben.

Darüber hinaus soll dieses Projekt auch erfassen, wie den besonders gefährdeten Patientinnen besser geholfen werden kann, so dass sie diese unangenehmen Nebenwirkungen der Chemotherapie nicht erleiden müssen.

Mamma Mia!: Wir danken für das Gespräch und wünschen gutes Gelingen für Ihr Projekt.


PD Dr. med. Gülten Oskay-Öczelik

Priv.-Doz. Dr. med. Gülten Oskay-Öczelik
Fachärztin für Frauen­heilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie
Praxisklinik Standort Berlin-Spandau
Markt 2–3
13597 Berlin
Tel.: +49 (0)30 3314054
E-Mail

 

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