DETECT-III- und DETECT-IV-Studie

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Therapieoptimierung durch Untersuchung der zirkulierenden Tumorzellen

Tumorzellen lassen sich auch bei Patientinnen mit Brustkrebs im Blut nachweisen und werden als zirkulierende Tumorzellen (ZTZ) bezeichnet. Eine entscheidende Anforderung an ein praktikables System zum Nachweis von ZTZ ist die Repro­duzier­barkeit von Ergebnissen, was auch den Versand von Proben und die Bestimmung in verschiedenen Zentren beinhaltet. Ein wichtiger Fortschritt konnte mit der Entwicklung dieses Systems (CellSearch™) erzielt werden. Es wird derzeit in mehreren Zentren in Deutschland eingesetzt.

Untersuchung therapierelevanter Eigenschaften

Falls eine Metastasierung auftritt, wird die erneute Untersuchung therapie­relevanter Eigenschaften der Tumorzellen empfohlen, beispielsweise HER2, Östrogenrezeptor und Progesteronrezeptor. Ziel hierbei ist, die Therapie möglichst nach den aktuellen Eigenschaften der Tumorzellen auszuwählen, die sich im Laufe der Erkrankung ändern können. Da die zirkulierenden Tumorzellen bereits in die Blutbahn gelangt sind und somit vermutlich die Fähigkeit zur Metastasierung haben, kann möglicherweise durch die Untersuchung der Eigenschaften von ZTZ eine Therapieoptimierung erfolgen. Die Datenlage für den Nachweis von HER2-Rezeptoren auf den ZTZ wird insgesamt allerdings als noch nicht hinreichend gesichert bewertet, um in der Routine eine Therapie­entscheidung hiernach zu treffen.

Detect III bei HER2-negativem Primärtumor und HER2-positiven ZTZ

Eine klinische Studie zum Einsatz einer Therapie mit Lapatinib (Tyverb®) bei Patientinnen mit HER2-negativem Primärtumor und HER2-positiven ZTZ läuft bereits: DETECT III. Im Bereich der Studien beim metastasierten Brustkrebs ist DETECT III weltweit eine der ersten Studien zur Therapieintervention auf der Basis von Eigenschaften zirkulierender Tumorzellen. Das Ziel dieser Phase-III-Studie ist, die Wirksamkeit von Lapatinib bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom und HER2-positiven ZTZ zu untersuchen, obwohl der Primär­tumor und gegebenenfalls Gewebe der Metastasen HER2-negativ sind. Nach gut anderthalb Jahren Rekrutierungszeit konnten bereits 700 Patientinnen für eine mögliche Teilnahme an der DETECT-III-Studie untersucht werden werden. Die Zahl der insgesamt zu untersuchenden Patientinnen beläuft sich auf 2.000. Für Patientinnen, die HER2-positive ZTZ aufweisen, ist eine Studienteilnahme an DETECT III möglich.

Detect IV bei hormonrezeptor­positivem, HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom und HER2-negativen ZTZ

Für Patientinnen mit HER2-negativen ZTZ steht nun seit Januar 2014 die DETECT-IV-Studie als Ergänzungsstudie zur Verfügung. Damit wird ein Großteil der Patientinnen mit Nachweis von ZTZ an einer Therapieinterventionsstudie teilnehmen können (siehe Abbildung 1). Die DETECT-IV-Studie untersucht als nationale, multizentrische, einarmige Phase-II-Studie die Effektivität von Everolimus (Afinitor®) in Kombination mit einer endokrinen Therapie bei postmenopausalen Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom und HER2-negativen ZTZ. Die Patientinnen erhalten den mTOR-Inhibitor Everolimus in Kombination mit einer vom Prüfarzt gewählten endokrinen Therapie (Tamoxifen, Exemestan, Letrozol oder Anastrozol). Durch die begleitenden Forschungsprojekte wird darüber hinaus versucht, neue Therapiemöglichkeiten auf der Grundlage moderner ZTZ-Technologien zu entwickeln.

studiendesign_detect_iii_iv_VM-1024x775Abbildung 1: Klinisches Studiendesign der Studien DETECT III und IV

Ein- und Ausschlusskriterien der DETECT-III- und DETECT-IV-Studien

Haupteinschlusskriterien

DETECT III DETECT IV
1 Metastasiertes Mammakarzinom und HER2-Negativität aller untersuchten Gewebeproben(Primärtumor und/oder metastatische Läsion)
Hormonrezeptorpositives Mammakarzinom
2 Nachweis zirkulierender Tumorzellen (ZTZ); mindestens eine ZTZ/7,5 ml Blut (CellSearch® Circulating Tumor Cell Kit)
3 Mindestens eine HER2-positive ZTZ Ausschließlich HER2-negative ZTZ
4 Bis zu drei vorherige Chemotherapielinien Bis zu zwei vorherige Chemotherapielinien

Hauptausschlusskriterien

DETECT III DETECT IV
1 HER2-positiver Primärtumor oder HER2-positive Gewebeprobe einer metastatischen Läsion
2 Jede vorangegangene Behandlung mit anti-HER2-gerichteter Therapie Indikation zur Durchführung einer Chemotherapie
3 Persistierende Nebenwirkungen einer vorangegangenen Chemotherapie während des Randomisierungszeitraums
4 Schwangerschaft und Stillzeit prämenopausal

Weitere Informationen: www.detect-studien.de


Volkmar-Mueller-162x219PD Dr. med. Volkmar Müller
Geschäftsführender Oberarzt, Leiter konservative gynäkologische Onkologie
Klinik und Poliklinik für Gynäkologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
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