Über die Kraft des Tanzens bei Krebs

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Ein bewusster und kreativer Umgang mit der Krebserkrankung kann dem Leben neuen Sinn stiften. Eine Möglichkeit hierbei: Das Tanzen!

Internationale Studien haben bewiesen, dass Tanzen und andere Bewegungsformen wie Yoga die Lebensqualität von Krebspatientinnen und Patienten nachweislich steigern. Im Augenblick der Diagnose und auf Grund der drastischen körperlichen und emotionalen Veränderungen verlieren viele Betroffene das Vertrauen in sich selbst. Das Urvertrauen in
das Leben erhält plötzlich Risse. Tanzen kann unkompliziert und auf natürliche Weise dazu beitragen, die eigenen Ressour- cen wiederzufinden. Gestärkt und genährt mit Lebensfreude und Verbindung – dem Tanz innewohnende Qualitäten – lässt sich das Leben mit Krebs besser annehmen und aktiv gestalten. Anstatt den Krebs aus dem eigenen Leben zu verdrängen, kann ein bewusster und kreativer Umgang mit der Erkrankung neuen Sinn stiften. Neben vielen positiven Effekten auf die Gesund- heit und Psyche, die viele Sportarten mit sich bringen, fördert das Tanzen noch etwas anderes: Es stärkt die Konzentration auf das Hier und Jetzt und die Hingabe an das Schöne im Leben. „Zwei Menschen tanzen gemeinsam zu Walzer, Cha Cha Cha und Co – klassischer Gesellschaftstanz, keine Therapie. Beide konzentriert auf ihre Rollen (Führen oder Folgen), miteinander verbunden zu mitreißenden Hits oder sanften Klängen. Wer ist erkrankt, wer nicht? Irrelevant für den Moment des Tanzes, ein Stück Normalität, Leben, Sein“, so die Tanzlehrerin und Bewegungstrainerin Katharina Mayr-Welschlau.

Welteierstockkrebstag: Aufklärung und Ausprobieren

Die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs greift die Kraft des Tanzens auf und veranstaltet einen großen Informations- und Aktionstag für Betroffene und Angehörige rund um dieses „bewegte“ Thema. Bereits zum fünften Mal richtet die Stiftung gemeinsam mit bundesweiten Kooperationspartnern und Netzwerken den sogenannten „Welteierstockkrebstag“ im Berliner Frühling aus. Das Programm umfasst Vorträge zu Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs sowie Workshops zum Ausprobieren von Tanz, Yoga und Bewegung. Renommierte Spezialistinnen und Spezialisten klären über aktuelle Behand- lungsverfahren, neueste Forschungsergebnisse und Lebens- qualität unterstützende Maßnahmen auf. Zu diesen Experten zählen Prof. Dr. Jalid Sehouli, Dr. Klaus Pietzner, Prof. Dr. Iona Braicu, Katharina Mayr-Welchlau und Dr. Claudia Turske.

„Wer ist erkrankt, wer nicht? Irrelevant für den Moment des Tanzes, ein Stück Normalität, Leben, Sein.“

KATHARINA MAYR-WELSCHLAU
Tanzlehrerin und Bewegungstrainerin


Tanz-Flashmob und Parade, um Eierstockkrebs in den Fokus zu rücken

Abschließend findet eine bunte Parade zum Berliner Lustgarten statt, begleitet von Trommlern und Tänzern. Vor dem Berliner Dom dürfen sich die Mitlaufenden auf eine Tango Milonga unter freiem Himmel und einen Tanz-Flashmob zum Mitma- chen freuen. Die Aufmerksamkeit stiftende „Parade gegen Eierstockkrebs“ wird alljährlich zum Anlass genommen, um die tabuisierte und lebensbedrohliche Erkrankung Eierstock- krebs in den Fokus der breiten Öffentlichkeit zu rücken. Jedes Jahr sind in Deutschland circa 7.500 Frauen neu betroffen.
Die Tumorerkrankung verläuft häufig ohne Symptome und wird deshalb sehr spät diagnostiziert. Aus diesem Grund ist
die Prognose der Patientinnen eher schlecht. In der Bevölkerung ist Eierstockkrebs leider häufig unbekannt.

Die Teilnahme am Welteierstockkrebstag ist kostenlos.
Um eine unverbindliche Anmeldung vorab wird gebeten unter
Telefon: 030 / 400 542 44 oder per
E-Mail: info@stiftung-eierstockkrebs.de
Die Veranstaltung wird via Internet-Livestream auf
http://www.stiftung-eierstockkrebs.de übertragen.

Autorin:
Lisa Sintermann
Redakteurin bei der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs