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Die Stif­tung Lebens­Blicke

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Seit mehr als zehn Jahren setzt sich die Stiftung LebensBlicke mit Sitz in Ludwigshafen dafür ein, dass Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs stärker in Anspruch genommen werden. Von 2001 bis Ende 2011 wurde die Stiftung LebensBlicke durch ihren gleichnamigen Förderverein Stiftung LebensBlicke e.V. unterstützt.

1998 erkrankten in Deutschland 57.000 Personen an Darmkrebs, 30.000 starben daran. Die Stiftung hat sich damals das Ziel gesetzt, die Zahl der Darmkrebstoten bis zum Jahr 2010 auf die Hälfte zu senken, das heißt, 15.000 Menschenleben pro Jahr zu retten. Wichtige Voraussetzung für eine Heilung ist eine frühe Diagnose.

2008 ist die Zahl der jährlichen neu entdeckten Darmkrebserkrankungen gestiegen auf mehr als 73.000. Dies ist zurückzuführen auf die vermehrt in Anspruch genommene Früherkennung und geht einher mit der oft lebensrettenden Diagnosestellung in einem früheren Stadium der Erkrankung. Die Zahl der Darmkrebstoten ist rückläufig, sie liegt derzeit bei 26.049 pro Jahr. Erfreulich ist die Entwicklung der Sterblichkeitsrate: 1998 lag sie noch bei mehr als 50 Prozent, sie ist inzwischen gesunken auf unter 40 Prozent. Die Stiftung LebensBlicke und der Förderverein sind mit dem Erreichten mehr als zufrieden, sind aber von der ursprünglichen Zielsetzung noch weit entfernt. Darmkrebs bleibt eine Herausforderung.

Gegründet wurde die Stiftung LebensBlicke 1998 auf Initiative von Prof. Dr. med. Jürgen F. Riemann, dem damaligen Direktor der Medizinischen Klinik C am Klinikum Ludwigshafen/Rhein. Das Stiftungskapital betrug bei der Gründung 100.000 DM und konnte durch verschiedene Aktivitäten (zum Beispiel Aktion „1000-mal-1000“, Geburtstage und Jubiläen) und Zustiftungen durch den Förderverein auf heute über 250.000 Euro erhöht werden.

Die Geschäfte der Stiftung führt ein fünf Mitglieder zählender Vorstand, dessen Vorsitzender Prof. Riemann ist. Aufsichtsgremium der Stiftung ist der Stiftungsrat. Er besteht aus elf Mitgliedern. Vorsitzender des Stiftungsrates ist Prof. Dr. med. Wolfgang Fischbach, Klinikum Aschaffenburg. Beraten und unterstützt wird der Stiftungsrat durch das Kuratorium. Es besteht aus acht Mitgliedern. Vorsitzender ist Dr. med. Günter Gerhardt, Allgemeinarzt und ehemaliger Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (Mainz).

Bundesweites Netzwerk

Ein wichtiges Element der Strategie ist die Bildung eines bundesweiten Netzwerkes. Lokale Repräsentanten der Stiftung im gesamten Bundesgebiet sind die mehr als 160 Regionalbeauftragten und 18 Fortbildungskoordinatoren. Regionalbeauftragte sind hauptsächlich Ärzte. Sie setzen sich in ihrer Region ein für die Darmkrebsvermeidung, wobei die Zielgruppe die breite Öffentlichkeit ist.
Fortbildungskoordinatoren, in der Regel pro Bundesland jeweils einer, sind in Krankenhäusern tätige Ärzte, die sicherstellen, dass in jedem Bundesland die Ärzte (insbesondere die niedergelassenen Ärzte) über die Darmkrebsvermeidung informiert werden.

Im November 2001 wurde der Förderverein Stiftung LebensBlicke e.V. gegründet; er zählte zuletzt mehr als 350 Mitglieder – darunter Ärzte, prominente Persönlichkeiten, Künstler sowie Unternehmen, Kliniken und Praxen, aber auch viele Privatpersonen. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Dirk Wuppermann. Der Förderverein unterstützte die Stiftung nicht nur ideell, sondern auch materiell: Spenden, Mitgliedsbeiträge und die Erlöse eigener Projekte wurden dazu verwendet, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Der Verein wurde gegründet, um die Startphase zu unterstützen und wurde satzungsgemäß am 31.12.2011 aufgelöst.

VORSORG-THEATER gibt „Alarm im Darm“

Die Stiftung und der Förderverein betreiben intensiv Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei wird auf Multiplikatoren-Effekte gesetzt, um das Bewusstsein für die Vorsorge gegen Darmkrebs möglichst breit gefächert zu schärfen. Mit Benefizveranstaltungen, der Initiierung und Begleitung von Studien sowie Veröffentlichungen zum Thema werden Ärzte informiert. Die breite Bevölkerung wird darüber hinaus mit Informationsflyern, Broschüren und Aktivitäten sensibilisiert und motiviert.

Jährlich im März rufen die Stiftung und ihr Förderverein zur Teilnahme am Darmkrebsmonat auf. So fanden im Jahr 2008 und 2009 bundesweit jeweils mehr als 300 Aufklärungsveranstaltungen mit Unterstützung der Stiftung statt, die von mehr als 80.000 Interessenten besucht wurden. In beiden Jahren wurden über 20.000 Aufklärungsbroschüren und circa 8.000 Aktionsposter verschickt. Die im Darmkrebsmonat März durchgeführten Aktionen boten Interessierten zahlreiche Vorträge mit Diskussionen, Führungen durch Praxen und Kliniken sowie Informationsstände in Einkaufszentren und Banken. Die Aufführung des Theaterstücks „Alarm im Darm“ und die Life-Demonstration der Darmspiegelung in Praxen und Kliniken zählten zu den Attraktionen.

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, gehen Stiftung und Förderverein auch unkonventionelle Wege. So wurde im November 2003 die Komödie „Alarm im Darm“ erstmals aufgeführt. Das Stück des „LebensBlicke VorsorgTheaters“ nimmt dem Zuschauer auf humorvolle Weise die Angst vor einer Koloskopie. „Alarm im Darm“ wurde bereits mehr als 150 Mal aufgeführt.

2006 startete die Stiftung ein „Migranten-Projekt“, um auch den ausländischen Mitbürgern die Darmkrebsvorsorge näher zu bringen. Hierzu wurde eine Aufklärungsbroschüre in verschiedenen Sprachen übersetzt. Bisher liegen vor: Türkisch, Italienisch und Russisch. Weitere Übersetzungen werden folgen.

Gesundheitsförderung

Ein weiterer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist die betriebliche Gesundheitsförderung. Sie ist eine wichtige Maßnahme, um mehr Menschen zur Teilnahme an Krebsvorsorgemaßnahmen zu bewegen. Die BASF führte 2001/2002 zusammen mit der Stiftung LebensBlicke in Ludwigshafen eine erfolgreiche Vorsorgeinitiative gegen Darmkrebs für Mitarbeiter durch. Viele weitere Unternehmen wie Krankenhäuser, einige Behörden und Stadtverwaltungen haben inzwischen ihren Mitarbeitern die Darmkrebsvorsorge angeboten. Gemeinsam mit der Felix Burda Stiftung ist ein Handlungsleitfaden erstellt worden, der die Vorgehensweise erläutert und damit interessierten Unternehmen die Planung und Durchführung einer solchen Aktion erleichtert.

Bereits zum dritten Mal hat die Stiftung LebensBlicke gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. 2010 den Darmkrebs-Kommunikationspreis für erfolg­reiche und innovative Motivations-Maßnahmen verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Von besonderer Bedeutung im Kampf gegen Darmkrebs und für eine Bewältigung des Lebens mit Krebs sind seit vielen Jahren Initiativen von Einzelpersonen, Vereinen und Stiftungen. Mit der Ausschreibung soll insbesondere eine engagierte Arbeit gewürdigt, kreative Lösungsansätze einem breiteren Publikum vorgestellt und neue Ansatzpunkte für eigenes Engagement in der Zukunft identifiziert werden.

Die Stiftung und der Förderverein arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Verwaltungskosten entstehen nicht. Damit können alle Mittel unmittelbar dem Stiftungszweck zugute kommen. Dank einer zweckgebundenen Spende der Dietmar Hopp Stiftung konnten ­Stiftung und Förderverein bis Juni 2011 eine gemeinsame ­Geschäftsstelle unterhalten.

Informationsangebot auf der Internetseite www.lebensblicke.de.
Die Stiftung LebensBlicke engagiert sich seit 1998 für die Darmkrebsfrüherkennung.


Prof. Dr. J. F. RiemannProf. Dr. J. F. Riemann
Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke
ehem. Direktor der Med. Klinik C am Klinikum LU
Internist/Gastroenterologe

 

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