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Aus­tausch unter Frauen

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Selbsthilfegruppen, Foren und Netzwerke

Viele Frauen, die an Eierstockkrebs erkranken, machen die Erfahrung, dass ihnen der Austausch mit Schicksalsgefährtinnen sehr gut tun kann. Familie und Freunde sind als emotionaler Rückhalt elementar, aber es ist für sie nicht immer leicht, sich in die Situation und Gefühlswelt der Krebskranken hineinzuversetzen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Frauen, die sich in derselben Lebenssituation befinden, können das leichter – ohne dass es viele Worte der Erklärung braucht.

Erfahrungen teilen

Hautnah zu erleben, dass andere Frauen mit derselben Diagnose und denselben Problemen konfrontiert sind, kann allein schon eine große Hilfe sein. Außerdem gibt die Gruppe Frauen die Möglichkeit, sich über ganz praktische Dinge austauschen und sich wechselseitig mit ihren Erfahrungen zu unterstützen. Krankheit macht erfinderisch, und es kursieren viele Tipps zu unterschiedlichsten Aspekten der Erkrankung.

Auch bietet die Selbsthilfegruppe Frauen einen geschützten Raum, wo sie über heikle bzw. intime Themen sprechen können. Über die Furcht zum Beispiel, nicht mehr attraktiv zu sein. Vertrauliche Gespräche mit anderen, denen es ähnlich geht, können wichtige Impulse liefern und Frauen helfen, sich selbst wieder anzunehmen.

Aber in Selbsthilfegruppen dreht sich keineswegs alles nur um Krebs. Die Gruppe hilft Frauen vielmehr, mit ihrer Erkrankung zurück ins Leben zu finden. Deshalb stehen auch gemeinsame Ausflüge und andere Unternehmungen auf dem Programm, oder es wird einfach nur erzählt. In der Gruppe darf geweint werden, aber es wird auch viel gelacht.

Austausch im Internet

Selbsthilfegruppen für Krebspatient(inn)en gibt es heute in allen größeren Städten, allerdings sind nicht überall spezielle Gruppen für Frauen mit Eierstockkrebs vorhanden. Vor diesem Hintergrund kann das Internet eine interessante „Alternative“ zum Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen sein.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Krebshilfe und das Europäische Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs (EKZE) an der Charité Berlin sind Anlaufstellen, wo sich Frauen über wohnortnahe Selbsthilfegruppen bzw. empfehlenswerte Internetforen informieren können. Das Portal der DKG verweist zum Beispiel auf den Krebskompass als Diskussionsforum.

Am EKZE gibt es eine offene Selbsthilfegruppe, die sich jeweils am ersten und dritten Mittwoch des Monats trifft. Diese Selbsthilfegruppe bietet auch Beratungen für Frauen mit Eierstockkrebs an – persönlich, telefonisch oder per Mail. Die Kontaktadresse lautet eierstockkrebs-selbsthilfegruppe.de.

Speziell für Frauen mit familiärem Brust- bzw. Eierstockkrebs wurde das BRCA-Netzwerk ins Leben gerufen, das sich an erkrankte Frauen richtet, aber auch an gesunde Frauen, die aus Risikofamilien stammen und/oder positiv auf BRCA-Mutationen getestet wurden. Das BRCA-Netzwerk wurde von der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Kooperation mit dem Deutschen Konsortium „Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ und der Deutschen Krebshilfe initiiert. Im Internet finden betroffene Frauen unter brca-netzwerk.de vielfältige Informationen rund um das Thema. Darüber hinaus werden aktuell bundesweit Gesprächskreise eingerichtet.

Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke wie facebook, twitter und Co können – wenn gewisse Regeln beachtet werden – ebenfalls hilfreich sind. Sie ermöglichen es, in kürzester Zeit ein Interessennetzwerk aufzubauen. So gibt es beispielsweise bei facebook einige Gruppen, in denen sich Krebspatienten austauschen. Bei twitter ist es möglich, sich über Neuigkeiten zum Thema Krebs zu informieren, Xing bietet professionelle Netzwerke. Wichtig ist zu wissen, dass die Informationen, die in sozialen Netzwerken preisgegeben werden, an die Öffentlichkeit geraten können und unter Umständen über Jahre hinweg erhalten bleiben, selbst wenn der Account längst gelöscht wurde.

Blogs: berührend und ermutigend

Und dann gibt es noch die Blogs – Webseiten von Frauen, die im Netz über ihr Leben mit Eierstockkrebs berichten. Auf diesen Webseiten finden sich viele Tipps, vor allem aber geht es darum, wie sich die Frauen fühlen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie selbst aktiv mit ihrer Krebserkrankung umgehen. Das sind berührende und beeindruckende Geschichten, und es sind Geschichten, die Mut machen.

Da ist zum Beispiel die Studentin Hanna, bei der im Alter von 23 Jahren die Diagnose „seröses Ovarialkarzinom“ gestellt wurde. Nach zwei Operationen und mehreren Zyklen Chemotherapie hat sich diese couragierte junge Frau ganz allein auf den Weg gemacht und ist einmal um die Welt gereist. Davon erzählt sie mit Fotos auf ihrer Blogseite (einneuerweg.blogspot.de/search/label/Weltreise).

Auch von der ehemaligen Personalreferentin Hildegard Bornemann ist auf ihrer Webseite (hildegard-bornemann.de/leben) eine ermutigende Geschichte zu erfahren: Als junge Frau erkrankte sie 1984 an Eierstockkrebs, der sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in fortgeschrittenem Stadium befand. Entgegen aller Prognosen kämpfte Hildegard Bornemann sich zurück in ein gesundes Leben. Ihre Krankheit sieht sie rückblickend auch als Chance an: Sie hat eine mehrgleisige psychotherapeutische Ausbildung absolviert und bietet heute Krebspatient(inn)en ihre Begleitung an. „Einige Dinge habe ich in meinem Leben gründlich gelernt. Dazu gehört auch, wie dramatische Ereignisse alle bisherigen Ziele und Werte in Frage stellen können“, sagt sie auf ihrer Webseite. Und weiter: „Die Suche nach neuen Zielen und Werten kann schmerzhaft sein, sie ist aber auch oft sehr erfüllend und immer lohnend.“

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