Das waren „10 Jahre ICH“

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8 Frauen erzählen ihre Geschichte auf www.brustkrebszentrale.de

Was machen Frauen, die die Diagnose „Brustkrebs“ erhalten haben – sei es zum ersten oder zweiten Mal? Sie gehen auf Reisen in ferne Länder, probieren sich in ungewöhnlichen Sportarten und entdecken ein neues Lebensgefühl. Was sie auf keinen Fall tun, ist aufgeben. Das zeigen die Einsendungen des Jubiläums-Aufrufs „10 Jahre ICH“ der Kampagne „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“.

Im Bereich Brustkrebs hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan: Neue Therapien wurden entwickelt, das Bewusstsein für die Erkrankung gestärkt. Aber wie haben Betroffene diese Zeit erlebt? Die Kampagne „Durch die Brust ins Herz“ hat ihr 10-jähriges Jubiläum genutzt, um Patientinnen zu Wort kommen zu lassen: „Wie waren die letzten zehn Jahre für Sie? Was war das wichtigste in dieser Zeit?“ und „Was wünschen Sie sich für die Zukunft?“. Viele Frauen haben mitgemacht beim Aufruf „10 Jahre ICH“: Sie zeigen, wie sie mit der Diagnose umgegangen sind und was ihnen geholfen hat. Ihre Worte fordern dazu auf, das Leben zu genießen – trotz oder gerade weil es voller Wendungen steckt.

Acht Einsendungen zum Aufruf werden aktuell auf der Website der Kampagne www.brustkrebszentrale.de vorgestellt. Bei der Lektüre wird schnell klar: Es kann jeden treffen. Egal, ob Anfang 30, die Kinder noch klein, wie bei Barbara Weiler, oder Mitte 50, im wohlverdienten Ruhestand, wie bei Ilonka Dörr: Im einen Moment noch mitten im Leben, im anderen steht alles still. So unterschiedlich wie der Zeitpunkt ist auch der Umgang mit der Diagnose. Ilonka Dörr war schon vorher sportlich aktiv und ist es nach der Diagnose umso mehr. Sie läuft Marathon, engagiert sich im Ehrenamt und ist in ihrer Gemeinde mittlerweile eine kleine Berühmtheit. „Ich dachte immer an die Fabel vom Frosch, der in ein Glas Milch fällt. Er kann nicht schwimmen und bekommt große Angst zu ertrinken. Sollte der Frosch dieses Schicksal ruhig annehmen oder etwas tun? In seiner Panik beginnt er, wild zu strampeln und siehe da, aus der Milch wird Butter. Der Frosch steigt aus dem Glas.“

Das Motto „Nicht aufgeben“ begegnet dem Leser in den Einsendungen immer wieder. Und es wirkt umso beeindruckender, wenn es bleibt, obwohl der Brustkrebs wiederkommt. Barbara Weiler erhält die Diagnose nach zehn Jahren ein zweites Mal. Ihre Reaktion: Sie geht auf eine lange Reise. Über 6.500 km entfernt von zuhause, der Familie, ihrem Alltag und der Erkrankung, welche viele Jahre ihr Leben bestimmt hat. In Indien kommt sie zur Ruhe und zu der Erkenntnis: „Das Leben ist nicht nur schön. Das Leben ist schwer und leicht, dunkel und hell, steinig und sanft. Ich will das Ganze!“


Barbara Weiler

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Dass man nicht weit weg gehen muss, um zu sich zu finden, zeigt die Geschichte von Barbara Köhler. Sie hat ihr Leben ganz bewusst so weitergelebt wie bisher. Aber sie schreibt ein Buch und weil ihre Kinder bei der Bewältigung ihrer Brustkrebserkrankung eine ganz zentrale Rolle spielen, wird es ein Kinderbuch. Ein Ausschnitt aus „Mama, wann wachsen deine Haare wieder?“ (bisher nur auf Italienisch erschienen): „Die Kinder und ich haben an meinen Haaren gezogen. Wie bei einem Plüschtier, das Haare verliert und sie dann weggeschmissen. Dabei haben wir gelacht, weil die Glatze immer mehr zu sehen war.“ Bei dieser Passage muss Barbara Köhler immer wieder weinen und sie liest sie häufig bei medizinischen Informationsveranstaltungen vor. Es sind intime Momente wie diese, die sie in ihrem Buch beschreibt. „Als die Nebenwirkungen einmal besonders hart waren, habe ich laut gedacht: Ob Sterben wirklich so schlimm ist? Meine kleine Tochter hat dann gesagt: „Sterben kommt nicht in Frage, Mami!“ Oh Gott, was für eine Frage. Natürlich habe ich dann geantwortet: Nein, ich bin immer noch da!“
Barbara Weiler, Ilonka Dörr und Barbara Köhler haben bei dem Aufruf mitgemacht, weil sie anderen Frauen Mut machen möchten. Sie wollen zeigen, dass das Leben nach der Diagnose „Brustkrebs“ nicht vorüber ist, sondern – ganz im Gegenteil – sie setzt ungeahnte Kräfte frei. „Ich dachte immer, ich hätte so eine Krankheit nicht gebraucht, um das Leben zu genießen, aber jetzt genieße ich es umso mehr. Das ist, als ob mir jemand diese Krankheit geschickt hat, damit ich intensiver lebe.“

 

Barabara Köhler

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Die Kampagne „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“ wurde 2003 von der Roche Pharma AG ins Leben gerufen und wird von der Deutschen Gesellschaft für Senologie begleitet. Sie informiert und unterstützt Patientinnen und Angehörige durch kostenlose Informationsmaterialien und die deutschlandweite Veranstaltungsreihe „Deutsche Städte gegen Brustkrebs“. In diesem Jahr stehen bisher folgende Termine fest: 7. 6. Lübeck und 12. 7. Heilbronn. Weitere Informationen finden sie auf www.brustkrebszentrale.de.

Viele helfende Hände für Frauen mit Brustkrebs

Amena fitness für Frauen in Ettlingen spendet 850 Euro für das Brustzentrum am Klinikum Karlsruhe.
Gabi Knebel und ihrem Team war es wichtig, mit ihrer Aktion „Helfende Hände“ einen kleinen Beitrag zur Unterstützung von Frauen mit einer Brustkrebserkrankung zu leisten. „Darum haben wir bei uns im Studio Ende 2014 mit dieser Aktion geworben, um auf das Thema Brustkrebs aufmerksam zu machen“, erklärte Gabi Knebel, die Geschäftsführerin von amena fitness für Frauen in Ettlingen. Während der Aktion hatten Neumitglieder die Möglichkeit, Mitglied zu werden ohne eine Aufnahmepauschale zu zahlen. Im Gegenzug konnten sie 25 Euro spenden. Neben Neumitgliedern haben laut Knebel auch bestehende Mitglieder sowie die Fitnessteams aus den Studios in Ettlingen und Durlach kräftig gespendet. „Insgesamt kamen wir dabei auf eine Summe von 1.600 Euro. Davon haben wir bereits 750 Euro an die Frauenselbsthilfe nach Krebs gespendet und die restlichen 850 Euro sollen jetzt an das Brustzentrum des Klinikums gehen“, so die Geschäftsführerin bei der Spendenübergabe. Voll Freude nahm Antonia Ruf-Dördelmann, die ärztliche Leiterin des Brustzentrums, die Spende entgegen und bedankte sich für das Engagement. Ihren Angaben zufolge soll die Spende für die Maltherapie eingesetzt werden. „Für unsere Patientinnen ist das begleitete Malen unter Anleitung einer Maltherapeutin eine gute Möglichkeit, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Auch stellt es eine Option dar, sich etwas zu entspannen während der Behandlung“, erklärt die Frauenärztin. An der Maltherapie können alle onkologischen Patientinnen der Frauenklinik teilnehmen. Sie findet jeden Donnerstag in der Klinik statt.

gabi_knebel