Brustkrebs: Jeder kann Betroffenen helfen

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Wichtige Tipps für Freunde und Bekannte

Viele an Krebs erkrankte Menschen kennen diese Situation: Sobald sich die Krankheit herumgesprochen hat, verändert sich das Verhalten vieler Freunde und Bekannte schlagartig.Das reicht von liebevoller Belagerung, ausgeprägtem Wissensdurst oder mitleidigen Floskeln über den Austausch belanglosen Small Talks hin zu völliger Ignoranz. So gibt es Freunde, die den Betroffenen ganz aus dem Weg gehen, um nicht in eine „unangenehme“ Situation zu kommen. Sicherlich resultiert das befremdliche Verhalten vieler Bekannter aus einer Unsicherheit. Die Angst, etwas falsches zu sagen oder zu tun, blockiert viele Menschen derart, dass ihr Verhalten auf die Betroffenen verletzend und abweisend wirkt. Das Brustkrebsmagazin Mamma Mia! hat in der aktuellen Ausgabe mit Hilfe von Dr. Anette Brechtel, Psychologin an der Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin in Heidelberg, einige Punkte zusammen gestellt, die Freunden und Bekannten helfen sollen, ihre Berührungsängste zu überwinden.

„Das soziale Umfeld der Betroffenen spielt eine sehr große Rolle in der Krankheitsbewältigung“, weiß Brechtel. „Freunde und Bekannte können bei konkreten Problemen helfen und Aufgaben im Alltag übernehmen. Am aller wichtigsten ist jedoch die Anteilnahme und Ermutigung, das Gefühl, in dieser schwierigen Lebenssituation nicht allein zu sein“, sagt die Psychologin. Sie plädiert dafür, dass Freunde und Bekannte mit den Betroffenen offen über mögliche Unsicherheiten sprechen und sie fragen, wie sie behandelt werden möchten. Es ist in jedem Fall richtig, Hilfe und Unterstützung, auch bei organisatorischen Dingen wie Kinderbetreuung und Haushalt, anzubieten. In diesem Zusammenhang ist es aber wichtig, dass die Selbstbestimmung und die Eigenständigkeit der erkrankten Person respektiert wird.

„Ich musste selbst die Erfahrung machen, von einigen Freunden gemieden zu werden, weil sie mit meiner Erkrankung nicht umgehen konnten“, erinnert sich Chefredakteurin Eva Schumacher-Wulf, die selbst im Alter von 34 Jahren an Krebs erkrankte. „Häufig musste ich andere ermutigen, mich ganz normal zu behandeln. Dabei hätte ich meine Energie lieber in die Versorgung meiner Kinder und die Bewältigung meiner Krankheit investiert. Ich wünsche mir, dass die Menschen in unserer Gesellschaft besser lernen, mit Kranken unvoreingenommen in Kontakt zu treten“, sagt sie.