Doch genau das kann aufgrund von belastenden Nebenwirkungen schwerfallen. Patientinnen mit einem Hormonrezeptor-positiven Tumor werden standardmäßig mit einer Antihormontherapie (in der Regel einhergehend mit einer Operation) behandelt, bei der entweder die Rezeptoren blockiert werden, an denen die Hormone binden, oder die körpereigene Hormonproduktion unterdrückt wird. Aufgrund solcher Therapien ist früher Hormonrezeptorpositiver, HER2-negativer Brustkrebs in der Regel gut behandelbar und hat grundsätzlich eine gute Prognose. Sind jedoch bereits Lymphknoten befallen oder ist der Tumor besonders groß, ist das Risiko, einen Rückfall zu erleiden, erhöht. Bei diesen Patientinnen können eine Chemotherapie und/oder zielgerichtete Therapien, wie z.B. mit CDK4/6-Inhibitoren, die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv verringern. CDK4/6 -Inhibitoren blockieren die sogenannten Zyklin abhängigen Kinasen 4 und 6, Enzyme, von denen häufig das Wachstum der Hormonrezeptor-positiven Tumorzellen abhängt.
Herausforderung Nebenwirkungen
Um das volle Behandlungspotenzial der Therapie auszuschöpfen, ist es wichtig, solche zielgerichteten Medikamente über einen bestimmten Zeitraum hinweg konsequent und wie mit dem Behandlungsteam besprochen einzunehmen. Dies kann jedoch zur Herausforderung werden, wenn unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Bei CDK 4/6-Inhibitoren können das unter anderem Veränderungen des Blutbildes wie eine Neutropenie (Verminderung einer Untergruppe von weißen Blutkörperchen) oder eine Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen oder an Hämoglobin) sein. Diese Nebenwirkungen machen sich zunächst nicht bemerkbar, können aber ernste gesundheitliche Folgen haben. Regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig, um sie rechtzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Durchfall (Diarrhö), chronische Erschöpfung (Fatigue), Kopfschmerzen oder geminderter Appetit zählen zu den Nebenwirkungen, die direkt spürbar sind. Sie sind für die Betroffenen mitunter sehr belastend und können den Alltag erheblich einschränken. Umso wichtiger ist es, bereits vor Therapiebeginn gemeinsam mit dem Behandlungsteam mögliche Nebenwirkungen und entsprechende Behandlungsoptionen zu besprechen.
Durchfall in den Griff bekommen
Durchfall zählt zu den unangenehmen Nebenwirkungen, in der Regel ist er jedoch gut behandelbar. Beim ersten Anzeichen von weichem oder ungeformtem Stuhlgang stellt die Einnahme eines entsprechenden Medikaments, beispielsweise eines Antidiarrhoikums wie Loperamid, eine mögliche Option dar. Sollte sich der Durchfall innerhalb von 24 Stunden nicht bessern, sollte der
behandelnde Arzt kontaktiert werden. Eine vorübergehende darmschonende Ernährung kann dazu beitragen, die Symptome abzumildern. Empfehlungen dazu:
- Mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt einnehmen
- Viel Trinken (Wasser, Tee, Gemüsebrühe)
- Weißbrot statt Körnerbrot
- Kalium- und pektinreiche Nahrungsmittel wie geriebener Apfel mit Schale, Bananen, Kartoffeln oder gekochte Möhren.
Vermieden werden sollten hingegen fett- und zuckerreiche Nahrungsmittel, Vollkornprodukte sowie Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit oder Xylit.
Therapieabbrüche vermeiden
Gute Absprachen und eine umfassende Aufklärung mit dem und durch das Behandlungsteam können dazu beitragen, Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen, dadurch die Therapietreue zu verbessern und Therapieabbrüche zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, sich zu erkundigen, welche Nebenwirkungen in welchem Zeitraum auftreten können, wie sie sich äußern und wie man ihnen vorbeugen oder entgegenwirken kann. Treten Nebenwirkungen auf, so sollte gemeinsam mit dem Behandlungsteam eine Lösung gesucht werden. Jeder Mensch reagiert anders auf Medikamente. Was von dem einen gut vertragen wird, kann gegebenenfalls bei einem anderen zu Nebenwirkungen führen. Bei gravierenden Nebenwirkungen kann in Absprache mit dem Behandlungsteam eine Dosisanpassung der Krebsmedikamente überlegt werden. Studien dazu zeigen, dass eine reduzierte Dosis in diesem Falle die Wirksamkeit nicht mindert. Vielmehr bleibt damit in der Regel die Effektivität erhalten – mit gleichzeitig weniger Nebenwirkungen.
Zielgerichtete Therapien Die Möglichkeiten, Brustkrebs zu therapieren, haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Vor allem auch deshalb, weil die Diagnostik immer spezifischer wird und damit immer mehr Details eines Tumors ermittelt werden können. Diese Details wiederum bieten oft Ansätze für individuelle Therapien. Kurz gesagt: Je mehr die Ärzte über den Tumor wissen, umso zielgerichteter können sie gegen ihn vorgehen. Bestimmte Analyseverfahren, wie die Bestimmung des Hormonrezeptor- und des HER2-Status sind heutzutage Standard. Weiterhin wird versucht, das individuelle Rückfallrisiko, also das Risiko, dass der Krebs nach einer Behandlung erneut auftritt, zu ermitteln und bei Bedarf durch entsprechende Therapien so gering wie möglich zu halten.
Weitere Informationen zur Abschätzung des individuellen Rückfallrisikos bei frühem Brustkrebs finden Interessierte hier auf YouTube!
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