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Brustkrebs: Nachsorge

Redaktion Mamma Mia!

© iStock / SeventyFour
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Die Nachsorge soll dabei helfen, einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen. Aber auch bei der Bewältigung der Brustkrebserkrankung spielt sie eine wichtige Rolle.

Sind alle Akut-Therapien wie Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie abgeschlossen, schließt sich für die Patientin die regelmäßige Nachsorge bei Brustkrebs an. Diese regelmäßige Untersuchung dient in erster Linie dazu, einen möglichen Rückfall – ein sogenanntes Rezidiv – oder auch Metastasen frühzeitig zu entdecken und dann eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Nachsorge für mehr Lebensqualität

Darüber hinaus geht es aber auch darum, Brustkrebspatientinnen bei ihrem Weg zurück in den Alltag zu begleiten und für eine möglichst gute Lebensqualität zu sorgen. Viele Frauen leiden unter Nebenwirkungen und Spätfolgen der verschiedenen Brustkrebstherapien. Dazu gehören Bewegungseinschränkungen, Lymphödeme oder Schmerzen, genauso wie das Fatigue-Syndrom – ein Zustand von dauerhafter Erschöpfung – oder seelische Folgen der Brustkrebserkrankung wie Ängste oder auch Depressionen. Bei Frauen, die eine anti-hormonelle Therapie einnehmen müssen, gilt es, sie über die Dauer der Therapie zu begleiten und bei Fragen zur Behandlung oder Nebenwirkungen wie Hitzewallungen oder Knochenschmerzen entsprechend zu handeln. Auch können im Rahmen der Nachsorge weitere Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten eingeleitet werden. Neben einer Physiotherapie oder psychosozialen Beratungsangeboten kann dazu auch der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe gehören.

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Ablauf der Nachsorge

Die Basis der Nachsorgeuntersuchungen ist ein ausführliches Gespräch. Der Gynäkologe oder Onkologe fragt nach dem aktuellen Gesundheitszustand, insbesondere nach körperlichen oder seelischen Beschwerden und möglichen Therapie-Nebenwirkungen.

Außerdem erfolgt eine regelmäßige körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die betroffene und die gegenüberliegende (kontralaterale) Brust abtastet. Auch die Achselhöhlen werden auf spürbare Veränderungen hin abgetastet. Konnte der Tumor brusterhaltend behandelt werden, werden sowohl die erkrankte als auch die gesunde Brust in regelmäßigen Abständen mit Ultraschall und einer Mammographie untersucht. Nach einer Mastektomie – also nach der vollständigen Entfernung der Brust – kann der Arzt mithilfe eines Ultraschalls Veränderungen an der Haut oder der Brustkorbwand sehen.

Eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) gehört hingegen nicht zu den regelmäßigen Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge. Sind aber die Mammographie- oder Ultraschallbefunde nicht ganz klar oder lässt sich das Brustgewebe mit Mammographie und Ultraschall nicht gut beurteilen, kann sie eingesetzt werden. Auch bei Patientinnen mit einem besonders hohen Rückfallrisiko kann diese zusätzliche Untersuchung sinnvoll sein.

Gut zu wissen: Frauen, die eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie oder eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab erhalten haben, sollten mit ihrem Arzt über eine regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion durch den Kardiologen sprechen. Die Behandlungen können den nämlich den Herzmuskel schädigen – vor allem dann, wenn man bereits älter ist oder unter Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes leidet. Eine allgemeine Empfehlung gibt es dazu allerdings derzeit noch nicht.

 

Welche Untersuchungen nicht zur Nachsorge gehören

Es ist verständlich, dass Patientinnen – und Ärzte – sich die größtmögliche Sicherheit bei der Nachsorge wünschen. Häufig wird deshalb der Wunsch nach weiteren Untersuchungen laut. Studien haben aber gezeigt, dass weitere Untersuchungen, die über Abtasten, Ultraschall und Mammographie hinausgehen, keine Vorteile für die Patientinnen bringen. Deshalb kommen Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) des gesamten Körpers, Knochenszintigraphie, Röntgen des Oberkörpers oder der Nachweis von Tumormarkern in der regelmäßigen Nachsorge nicht zum Einsatz. Sie können aber eingesetzt werden, um Beschwerden oder Auffälligkeiten, die auf ein Rezidiv oder Metastasen hinweisen können, abzuklären.

Die Studien, die diesen Empfehlungen zugrunde liegen, stammen aus den 1990er Jahren. Eine neue Studie (SURVIVE-Studie), die vom Innovationsfond unterstützt wird, soll nun überprüfen, ob das Vorgehen der sogenannten „symptomorientierten Nachsorge“ noch ausreicht oder ob eine „intensivierte Nachsorge“ unter Einbeziehung regelmäßiger Blutuntersuchung und Bildgebungen sinnvoller wäre.

Der aktuelle Fahrplan für die Nachsorge

Die Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft geben den Rahmen der Nachsorge vor.
Wichtig: Dieser Zeitplan ist eine allgemeine Empfehlung. Je nach den persönlichen Bedürfnissen und dem individuellen Risikoprofil der Patientin können sowohl die Abstände zwischen als auch die Untersuchungen selbst angepasst werden. Ohnehin gilt: Sollten Frauen selbst Veränderungen spüren, unter Beschwerden leiden oder sich irgendwie unsicher fühlen, können sie sofort einen Termin bei ihrem Arzt vereinbaren und müssen nicht bis zum nächsten Kontrolltermin warten.

Die Nachsorge bei Brustkrebs im Überblick

 

Zeit nach der Therapie Welche UntersuchungWie oft
1. bis 3. JahrGespräch, körperliche Untersuchungvierteljährlich
 

nach Brusterhaltung Mammographie

alle 12 Monate beidseits
 Mammasonographie (Ultraschall)alle 12 Monate beidseits
 weitere Bildgebung, Laboruntersuchungen, u. ä.

nur bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen

Ab 4. JahrGespräch, körperliche Untersuchung

halbjährlich

 Mammographie und Brustultraschall

alle 12 Monate beidseits

 Laboruntersuchungen, weitere Bildgebung

nur bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen

ab 6. Jahr

Früherkennung (Mammographie und Brustultraschall)

einmal jährlich

 weitergehende Untersuchungen

bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen

Weitere Informationen zum Thema

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