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Ernährung bei Krebs

Redaktion Mamma Mia!

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Ernährung bei Gebärmutterkrebs
© iStock / Milan Krasula
Viele Menschen mit einer Krebserkrankung fragen sich, wie sie sich richtig ernähren und was sie essen sollen. Lesen Sie, wie eine gesunde Ernährung bei Krebs aussieht und die besten Tipps für genussvolle Mahlzeiten. Außerdem: Mangelernährung vorbeugen und behandeln.

Eine gesunde, vielfältige, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist für alle Menschen wichtig, auch bei einer Krebserkrankung wie Gebärmutterkrebs. Doch nicht immer ist es leicht, gesund zu essen. Denn manche Krebstherapien wie eine Chemotherapie oder Strahlentherapie können einige Nebenwirkungen mit sich bringen, die sich auch auf das Essverhalten auswirken.

So können zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen, Entzündungen im Mund oder Appetitlosigkeit mit einer Chemotherapie verknüpft sein. Dann ist die „Esslust“ oft eingeschränkt. Neben den Krebstherapien können auch Ihr Alter, die Art Ihrer Krebserkrankung – jede ist verschieden – und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand das Ernährungsverhalten beeinflussen. Manchmal ist der Ernährungszustand auch schon vor der Krebsdiagnose nicht gut, weil die Krebserkrankung Körperfunktionen und den Stoffwechsel verändern kann. Daher sollte das Behandlungsteam so früh wie möglich erfassen, wie gut Ihr Ernährungszustand ist, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Wichtig ist, den Körper bei einer Krebserkrankung ausreichend mit Nährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe) zu versorgen, einen guten Ernährungszustand zu halten oder zu erreichen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Dies gilt besonders während der Krebsbehandlungen. Auch eine Ernährungsberatung (Fachgebiet der Oecotrophologie) und eventuell eine Ernährungstherapie können sinnvoll sein. Besprechen Sie sich am besten mit Ihrem Behandlungsteam, ob und was Sie bei Ihrer Ernährung beachten sollten. 

Was ist gesunde Ernährung?

Eines vorab: Im Internet und in anderen Medien kursieren oft Ratschläge zu speziellen „Krebsdiäten“ oder Fastenkuren bei Krebs. Deren Ziel soll sein, den „Krebs auszuhungern“. Es gibt aber nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine „Krebsdiät“, die wirksam wäre und eine Krebserkrankung bekämpfen könnte. Daher sollten Sie auch keine ausprobieren. Sie könnte mehr schaden als nutzen.

Wenn Sie keine besonderen Ernährungsprobleme im Zusammenhang mit Ihrer Krebserkrankung oder infolge der Krebstherapien haben, gelten die allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährungsweise. So können Sie eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Energie und Nährstoffen sicherstellen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat neue Empfehlungen herausgegeben, wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte – die wichtigsten Tipps:

  • Obst und Gemüse – fünf Portionen pro Tag essen (zum Beispiel zwei Stück Obst und drei Stück Gemüse), Beispiele: Salat, Tomaten, Gurken, Kohlsorten, Karotten – Äpfel, Beerensorten, Bananen, Trauben, Birnen, am besten saisonale Sorten und aus regionalem Anbau.
  • Produkte aus Vollkorn (zum Beispiel Brot, Nudeln, Reis) statt aus Weißmehl bevorzugen
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Erbsen, Kichererbsen, Bohnen oder Linsen mindestens einmal pro Woche essen
  • Nüsse, wie Walnüsse, Haselnüsse oder Paranüsse – täglich eine kleine Handvoll
  • Pflanzliche Öle (etwa Oliven-, Raps-, Sonnenblumen-, Leinöl) statt tierischer Fette wählen
  • Milch und Milchprodukte täglich auf den Tisch bringen (zum Beispiel Joghurt, Quark, Käse, Kefir, Buttermilch)
  • Fette Seefische wie Hering, Lachs und Makrele ein- bis zweimal pro Woche essen
  • Fleisch und Wurst nur sparsam verzehren – nicht mehr als 300 Gramm pro Woche
  • Eier – empfohlen ist ein Ei pro Woche, etwa ein Frühstücksei. Dazu kommen Lebensmittel, die Eier enthalten
  • Süßes, Salziges und Fettiges besser stehen lassen (zum Beispiel Kuchen, Torten, Knabbereien, Fastfood wie Pizza oder Pommes, Fertigprodukte)
  • Ausreichend Flüssigkeit (rund 1,5 Liter pro Tag) zu sich nehmen, am besten Wasser und andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee
  • Nicht empfehlenswert sind Getränke mit viel Zucker (zum Beispiel Cola, Limonade, Eistee, Energydrinks, Fruchtnektare) und alkoholische Getränke (etwa Wein, Bier, Schnäpse).
  • Lebensmittel schonend zubereiten mit wenig Wasser (zum Beispiel Dünsten, Garen) beziehungsweise wenig Fett. Beim Braten, Grillen oder Backen achten Sie darauf, dass Lebensmittel nicht verbrennen (es entstehen gesundheitsschädliche Stoffe).

Allgemeine Tipps zur Ernährung bei Krebs

Darüber hinaus gibt es noch einige allgemeine Tipps, die Ihnen bei den Mahlzeiten helfen und diese vielleicht schmackhafter machen können:

  • Essen Sie, was Ihnen schmeckt und hören Sie in sich hinein, worauf Sie gerade Lust haben. Verbieten Sie sich kein Lebensmittel absolut.
  • Probieren Sie auch Neues aus – vielleicht schmecken Ihnen Nahrungsmittel, die Sie vorher weniger gemocht haben.
  • Denken Sie daran, dass sich die Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel von Tag zu Tag verändern können. Was Sie heute mögen, kann morgen mit einer heftigen Abneigung behaftet sein. Weniger wichtig ist es, welche Lebensmittel Sie verzehren, sondern dass Sie genügend Kalorien und notwendige Nährstoffe aufnehmen.
  • Probieren Sie aus, welche Nahrungsmittel Sie gut vertragen – und welche nicht. Falls Sie Probleme bekommen: Versuchen Sie Alternativen zu finden, die Ihnen ebenfalls gut schmecken.
  • Nehmen Sie Rücksicht auf sich, wenn Sie Ernährungsprobleme haben, zum Beispiel aufgrund eines gestörten Geschmacksempfindens. Haben Sie Geduld mit sich und passen Sie Ihre Ernährungsweise an die jeweilige Situation an.
  • Genießen Sie Ihre Mahlzeiten. Achten Sie darauf, in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre zu essen, in der es nicht hektisch zugeht.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und verschlingen Sie Ihre Mahlzeit nicht hastig nebenbei. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Mahlzeit, essen Sie langsam, bewusst und kauen Sie gut.
  • Vielleicht essen Sie in angenehmer Gesellschaft? Gemeinsames Essen kann gut tun und Freude machen!


Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität sind übrigens ein „unschlagbares Team“. Vermeiden Sie bei einer Krebserkrankung wie Gebärmutterkrebs langes Sitzen oder Liegen, bewegen Sie sich ausreichend in Ihrem Alltag oder treiben Sie Sport. Körperliche Aktivität besitzt viele positive Effekte auf den Körper, die Psyche und den Geist.

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Mangelernährung vorbeugen

Die Krebserkrankung selbst, aber auch die Krebstherapien und die damit verbundenen Nebenwirkungen können das Essen und die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Manche Therapien können den Geschmackssinn stören, den Appetit nehmen, Entzündungen der Mundschleimhaut hervorrufen oder das Kauen und Schlucken erschweren. Dann ist das Essen oft weder ein großes Vergnügen noch ein Genuss.

Untergewicht oder Mangelernährung können die Folgen sein, wenn Menschen mit einer Krebserkrankung nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen oder ihren Kalorienbedarf nicht mehr decken können. Fachleute raten daher, den Ernährungszustand von Menschen mit einer Krebserkrankung regelmäßig zu überprüfen, um eventuelle Ernährungsprobleme und mögliche Folgen rechtzeitig festzustellen.

Eine Ernährungsberatung kann dabei helfen, einer Mangelernährung vorzubeugen. Fachleute zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Ernährungsweise an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen und somit ihren Körper gut mit allen Nährstoffen versorgen können. Einen Einfluss haben dabei die Krebsart, Behandlungen und individuelle Beschwerden. Die Ernährungsprobleme können nämlich von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt einige praktische Tipps zum Schutz vor einer Mangelernährung:

  • Während der akuten Phase einer Therapie sollten Sie genügend Energie und Eiweiße (Proteine)
  • Besser sind mehrere kleine, kalorienreiche Mahlzeiten oder Snacks als zwei oder drei größere Mahlzeiten, die Sie womöglich nicht vertragen oder nicht vollständig aufessen.
  • Wählen Sie proteinreiche Zwischenmahlzeiten wie Quarkspeisen oder hochwertige Proteinkombinationen, etwa Kartoffeln und Ei oder Getreide plus Milch. Daneben können Sie bei einem Gewichtsverlust auch Proteinkonzentrate aus der Apotheke fürs Kochen oder für Shakes verwenden, um den erhöhten Proteinbedarf zu decken.
  • Der Körper benötigt zudem ausreichend Flüssigkeit. Hierfür eignen sich besonders kohlensäurearmes Wasser, Saftschorlen und Tees.

 

Die DGE hat zudem einige Tipps veröffentlicht, die bei Ernährungsproblemen aufgrund der Nebenwirkungen von Krebstherapien hilfreich sein können:

  • Bei Appetitlosigkeit sollten Sie immer dann essen, wenn Sie gerade Appetit verspüren. Dies gilt unabhängig von der Tageszeit – Sie können morgens, mittags, abends und auch nachts essen, wenn Ihnen danach ist.
  • Schaffen Sie sich einen Vorrat an verschiedenen Snacks für diese Fälle an. Das können zum Beispiel Studentenfutter oder Nüsse sein.
  • Wenn Ihr Geruchs- oder Geschmackssinn durch die Krebstherapien leidet, können würzende Lebensmittel wie Sojasauce oder Saucen (süß-säuerliche, süß-fruchtige) helfen. Sie verstärken oder überdecken den Geschmack.
  • Bei Entzündungen in Mund oder Rachen, Kau- und Schluckbeschwerden wählen Sie kühle Speisen und Getränke, die beruhigend auf die gereizten Schleimhäute wirken.

 

Wenn Sie nach dem Ende der Krebsbehandlungen keine Nährstoffdefizite oder andere Ernährungsprobleme haben, können Sie sich an die Ernährungsempfehlungen halten, die auch für gesunde Menschen gelten.

Mangelernährung behandeln

Eine wichtige Möglichkeit bei einer drohenden oder festgestellten Mangelernährung ist eine Ernährungstherapie (künstliche Ernährung), wenn die „normale“ Ernährung nicht mehr genügt. Es gibt verschiedene Arten der Ernährungstherapie, beispielsweise hochkalorische Trinknahrung, Sondennahrung oder Nährstoffinfusionen. Welche Form der Ernährungstherapie zum Einsatz kommt, hängt von Ihrem Ernährungszustand und Ihren persönlichen Ernährungsproblemen ab. Die Therapiearten lassen sich auch miteinander kombinieren. Eine Ernährungstherapie führen Ernährungsfachleute durch.

Ziel ist es, der Mangelernährung entgegenzuwirken, dem Muskelabbau entgegenzusteuern und die körperliche Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf die Lebensqualität und Lebensfreude aus.

  1. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Leben, Alltag und Ernährung; Ernährung bei Krebs; Mangelernährung, Mangelernährungstherapie, abgerufen am 22.5.2024
  2. Deutsche Krebsgesellschaft, Basis Informationen Krebs, Bewusst Leben, Ernährung, abgerufen am 22.5.2024
  3. Österreichische Krebsgesellschaft, Ernährung bei Krebs, abgerufen am 22.5.2024
  4. Krebsliga Schweiz, Wissenswertes über Ernährung bei Krebs, abgerufen am 23.5.2024
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), gesunde Ernährung, gut Essen und Trinken, DGE Empfehlungen; Essen und Trinken während der Krebstherapie, abgerufen am 23.5.2024
  6. Deutsche Krebshilfe, Blaue Ratgeber: Ernährung bei Krebs, abgerufen am 23.5.2024
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Leitlinien, abgerufen am 23.5.2024

NP-DE-AOU-WCNT-240009 (07/2024)

Mit freundlicher
Unterstützung von GlaxoSmithKline

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.