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Gebärmutterkrebs: Brachytherapie von innen und Strahlentherapie von außen

Redaktion Mamma Mia!

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© iStock / Povozniuk
Die Strahlentherapie ist eine wichtige Behandlung bei Gebärmutterkrebs vor. Lesen Sie, wie die Bestrahlung von innen (Brachytherapie) und von außen über die Haut funktionieren, wie sie ablaufen, wann welche Variante zum Einsatz kommt und welche Nebenwirkungen sie haben können.

Die Strahlentherapie ist seit langem bewährt bei verschiedenen Krebserkrankungen. Auch bei
Gebärmutterkrebs – einem Endometriumkarzinom – setzen Ärztinnen und Ärzte sie als Behandlung ein. Dabei bekämpfen hochenergetische Strahlen die Krebszellen, die zum Beispiel nach einer Operation vielleicht noch im Körper verblieben sind. Die Bestrahlung heißt auch noch Radiotherapie.

Bei Gebärmutterkrebs gibt es zwei Varianten:

  • Brachytherapie – eine Bestrahlung von innen über die Scheide (auch bei Prostatakrebs
    wird diese Strahlenvariante angewendet)
  • Perkutane Strahlentherapie – eine Bestrahlung von außen über die Haut

 

Beide Arten der Radiotherapie bekämpfen die Krebszellen vor Ort (lokal). Eine Chemotherapie
oder Immuntherapie greift die Tumorzellen dagegen im gesamten Körper an (systemisch). Die
Strahlentherapie versucht, möglichst nur die Krebszellen zu attackieren und gesundes Gewebe
möglichst gut zu schonen.

Eine Strahlentherapie ist eine knifflige Maßarbeit und muss gut geplant sein. Radiologen und
Radiologinnen erstellen einen ausgeklügelten und sehr präzisen Bestrahlungsplan, damit sie
gesundes Gewebe in der Nähe, etwa die Harnblase oder den Darm, möglichst wenig schädigen.

Strahlentherapie bei Gebärmutterkrebs: wie funktioniert sie?

Radiologen und Radiologinnen gehen bei einer Strahlentherapie mit hochenergetischen,
ionisierenden Strahlen gezielt gegen die Krebszellen vor. Die Strahlung schädigt das Erbgut der
Krebszellen (die DNA). Anders als gesunde Zellen können Tumorzellen diese Schäden nicht
mehr reparieren und sterben ab.

Die Strahlentherapie wird vorher genau geplant. Dafür kommt zunächst die
Computertomografie (CT) zum Einsatz. Dies ist eine Röntgenmethode, die hochaufgelöste,
Schichtbilder liefert. So lassen sich die Bereiche genauer eingrenzen, die
anschließend bestrahlt werden sollen.

Die Strahlentherapie können Sie in der Regel ambulant in einer Klinik durchführen. Sie müssen
mehrmals pro Woche dorthin, weil die errechnete Strahlendosis nicht auf einmal, sondern in
mehreren kleinen Portionen verabreicht wird. Geringere Strahlendosen sind schonender und
rufen weniger Nebenwirkungen hervor.

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Wie läuft die Brachytherapie beim Endometriumkarzinom ab?

Bei Gebärmutterkrebs im frühen Stadium ist nach der Operation eine zusätzliche Brachytherapie meist die Methode  der Wahl, also die Bestrahlung innerhalb der Scheide. Sie soll vor allem verhindern, dass der Krebs in der Scheide zurückkehrt (Rezidiv).

Die Strahlenquellen werden direkt in die Scheide platziert. So müssen die Strahlen nur einen
kurzen Weg zurücklegen (im Gegensatz zur Bestrahlung von außen über die Haut). Aufgrund
der kürzeren Distanz treffen sie weniger gesundes Gewebe und verursachen auch geringere
Nebenwirkungen. Die Brachytherapie wird in einer Klinik durchgeführt und dauert selbst nur
wenige Minuten (die Vorbereitung dafür länger).

Der Ablauf der Brachytherapie lässt sich in etwa so beschreiben:

  • In die Scheide wird eine hohle Sonde (eine kleine Hülse) platziert, die über Schläuche
    mit dem Bestrahlungsgerät verbunden ist.
  • In den Darm wird zusätzlich eine Sonde eingebracht, die später die eingehende
    Strahlung misst und überwacht.
  • Danach sind Sie allein im Bestrahlungsraum, aber über eine Sprechanlage mit dem
    Personal nebenan verbunden.
  • Per Computersteuerung gelangt die Strahlenquelle jetzt über den Schlauch in die Hülse
    und gibt ihre zuvor errechnete Strahlung ab.
  • Nach wenigen Minuten wird die Sonde wieder entfernt. Fachleute sprechen von
    Nachladeverfahren oder Englisch „Afterloading“.

Gebärmutterkrebs: Wie läuft die perkutane Strahlentherapie ab?

Bei einem fortgeschrittenen Endometriumkarzinom ist die Bestrahlung der Beckenregion von
außen über die Haut eine Behandlungsmöglichkeit. Bei dieser Form der Radiotherapie erzeugt
ein Linearbeschleuniger die Strahlen und gibt sie an die zu bestrahlende Körperregion ab. Auch wenn die die Dosis und der Weg der Strahlen sehr genau berechnet werden – es lässt sich nicht vermeiden, dass sie auch gesundes Gewebe treffen und schädigen.

Der Ablauf der Strahlentherapie lässt sich ungefähr so beschreiben:

  • Sie liegen auf einer Behandlungsliege (möglichst entspannt). Das Personal bringt Sie in
    die richtige Position, damit die Strahlen auch das zuvor festgelegte Gewebe treffen.
  • Das Personal geht aus dem Raum und Sie sind alleine (aber wieder über eine
    Sprechanlage verbunden).
  • Sie müssen sehr ruhig liegen. Der Linearbeschleuniger rotiert um Sie herum und gibt die
    errechnete Strahlendosis präzise ans Gewebe ab.
  • Eine Sitzung dauert nur wenige Minuten.

 

Die Bestrahlung des Beckens von außen soll einen Rückfall verhindern. Außerdem soll sie
Lymphknoten- oder Beckenmetastasen vorbeugen beziehungsweise behandeln.

Bestrahlung bei Gebärmutterkrebs – für welche Frau?

Die Strahlentherapie soll die Heilungschancen nach der Operation weiter verbessern. Sie
zerstört eventuell noch verblieben Krebszellen und soll so verhindern, dass das
Endometriumkarzinom zurückkehrt. Es hängt von Ihrem persönlichen Rückfallrisiko ab, ob eine
Strahlentherapie nach einer Operation nötig und sinnvoll ist. Die Bestrahlung Sie lässt sich auch
mit einer Chemotherapie kombinieren. Wenn eine Operation nicht möglich ist, kommt auch
die Strahlentherapie allein in Frage.

Wann Brachytherapie bei Gebärmutterkrebs?

  • Bei einem geringeren Rezidivrisiko ist die Brachytherapie die Strahlungsvariante der
    Wahl. Sie ist genauso wirksam wie die Strahlentherapie über die Haut, ist aber besser
    verträglich, besitzt weniger Nebenwirkungen und schont benachbartes Gewebe
    (Harnblase, Darm – die Organe im Bauchraum sind besonders empfindlich gegenüber
    Strahlen).
  • Wenn der Gebärmutterkrebs zwar noch auf den Gebärmutterkörper begrenzt, aber
    besonders aggressiv und bösartig ist, kann die Brachytherapie zusätzlich zur Op hilfreich
    sein.
  • Wenn der Tumor in die Muskelschicht oder den Gebärmutterhals eingedrungen ist,
    kann eine Brachytherapie helfen.
  • Wenn sich der Tumor örtlich weiter ausgebreitet hat, ist die Brachytherapie zusätzlich
    zur Operation und Bestrahlung von außen einsetzbar.

Wann perkutane Strahlentherapie bei Endometriumkarzinom?

  • Die Bestrahlung von außen ist bei einem hohen Rückfallrisiko besser geeignet als die
    Bestrahlung von innen. Sie erzielt bessere Ergebnisse als die Brachytherapie.
  • Die perkutane Strahlentherapie ist eine Alternative zur Brachytherapie, wenn es um die Vorbeugung von Metastasen in der Scheide geht.
  • Für manche Frauen mit fortgeschrittenen oder besonders aggressiven Tumoren
  • Bei einem Rückfall
  • Die externe Bestrahlung lässt sich auch mit einer Brachytherapie kombinieren.
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Endometriumkarzinom: Welche Nebenwirkungen und Folgen hat die Bestrahlung?

Wie jede Krebsbehandlung kann auch die Strahlentherapie über die Haut und von innen einige
Nebenwirkungen und Folgen nach sich ziehen. Gegen die Nebenwirkungen kommen supportive
(unterstützende) Therapien zum Einsatz. Sie sind ein wesentlicher Baustein von
Krebstherapien.

Brachytherapie: Nebenwirkungen

Die Brachytherapie ist zwar schonend und schädigt gesundes Gewebe kaum. Allerdings ist auch
sie nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Möglich sind zum Beispiel:

  • Schädigung der Scheidenschleimhaut
  • Verengungen oder Verklebungen in der Scheide

Perkutane Strahlentherapie: Nebenwirkungen

Die Strahlentherapie von außen über die Haut kann zum Beispiel folgende Nebenwirkungen
hervorrufen:

  • Reizungen und Entzündungen von Harnblase (radiogene Zystitis), Darm (radiogene
    Proktitis), Schamlippen und Scheide (radiogene Vulvovaginitis). Nach dem Ende der
    Bestrahlung klingen diese Nebenwirkungen meist wieder ab. Es gibt aber auch
    Therapien, um diese unerwünschten Wirkungen zu lindern.
  • Scheidentrockenheit, Scheidenverengung, geringere Dehnbarkeit der Scheide – diese
    können als Spätreaktion auf die Bestrahlung vorkommen. Die Nebenwirkungen können
    vorübergehend sein, aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Auch hier gibt es
    therapeutische Hilfe.

 

Besprechen Sie immer sämtliche Nebenwirkungen mit Ihrem Behandlungsteam. Es gibt
verschieden Möglichkeiten, wie sie sich behandeln lassen.

NP-DE-AOU-WCNT-230029/ (06-2023)

Mit freundlicher
Unterstützung von GlaxoSmithKline

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.