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Lungenmetastasen bei Brustkrebs

Redaktion Mamma Mia! im Auftrag von Stemline

Frau fasst sich mit den Händen an den Brustkorb
© iStock / mi-viri
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Brustkrebs kann auch in die Lungen streuen und dort Metastasen bilden. Lesen Sie die wichtigsten Fakten zur Diagnose und den möglichen Behandlungen bei Lungenmetastasen 

Lungenmetastasen bei Brustkrebs bedeuten, dass sich die Krebszellen vom ursprünglichen Tumor in der Brust gelöst und über die Blut- oder Lymphwege in die Lunge ausgebreitet haben. Brustkrebs kann in verschiedene Organe und Gewebe streuen, allen voran in die Leber, Lunge und Knochen, seltener ins Gehirn. Auch Hautmetastasen können manchmal vorkommen, wenn das Mammakarzinom metastasiert ist.  

Diagnose von Lungenmetastasen

Lungenmetastasen können sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, zum Beispiel durch Husten und Atemnot. Diese Beschwerden sind jedoch unspezifisch und können auch im Rahmen anderer Erkrankungen vorkommen, zum Beispiel bei Infektionskrankheiten wie einer Erkältung oder Grippe. 

Ärztinnen und Ärzte fahnden im Rahmen der Nachsorge nicht gezielt nach Metastasen, sondern nehmen erst bei bestimmten Anzeichen verschiedene Untersuchungen vor. Sie fragen zum Beispiel nach Symptomen und Beschwerden, nach ihrer Intensität und wie lange sie schon vorhanden sind.  

Beim Verdacht auf Lungenmetastasen kommt eine Röntgenuntersuchung zum Einsatz. Durch Röntgen lassen sich Metastasen in der Lunge in der Regel nachweisen. Auch die Computertomografie (CT) des Brustkorbs (Thorax) kann wichtige Hinweise liefern. So können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel die Anzahl und Größe der Lungenmetastasen genauer bestimmen. 

Behandlungen bei Lungenmetastasen

Für Metastasen in der Lunge gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Welche Therapien bei Lungenmetastasen infrage kommen, hängt auch von der Größe und Anzahl der Tochtergeschwulste ab. Lungenmetastasen sollten am besten Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen behandeln, also ein interdisziplinäres Team (einschließlich der Thoraxchirurgie). Das Team überlegt gemeinsam eine individuelle Behandlung. 

Vor dem Beginn der Behandlung wird meist eine Gewebeprobe (Biopsie) aus den Metastasen mit Hilfe einer feinen Nadel entnommen. Das Gewebe untersucht eine Pathologin oder ein Pathologe im Labor unter dem Mikroskop genau auf bestimmte Eigenschaften. So können Lungenmetastasen andere Merkmale aufweisen als der ursprüngliche Brusttumor. Sie können zum Beispiel bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) besitzen oder eben nicht. Beispiel: Hormonrezeptoren für Östrogene und/oder Progesteron (HR+) oder HER2. Die Untersuchung des Gewebes ist außerdem wichtig, weil hinter der Veränderung nicht nur eine Lungenmetastase stecken kann. Auch ein Zweitkarzinom (Lungenkrebs) oder ein gutartiger Tumor in der Lunge sind möglich. 

Operation bei Lungenmetastasen

Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs können Ärztinnen und Ärzte versuchen, die Lungenmetastase(n) zu entfernen. Manchmal geschieht dies auch mit Hilfe einer Lasermethode.  

Die Patientinnenleitlinie „Metastasierter Brustkrebs“ nennt einige Voraussetzungen für die OP der Metastasen in der Lunge: 

  • Der Brustkrebs sollte nicht zusätzlich in andere Organe gestreut haben, zum Beispiel in die Leber oder das Gehirn. In diesem Fall sprechen Ärzte von solitären Lungenmetastasen. 
  • In der Brust sollte kein Rezidiv (Rückfall) und kein weiterer Tumor nachweisbar sein. 
  • Die Metastasen sollten nur in einem Lungenlappen vorhanden sein, nicht in beiden. 

 

Günstig ist es laut Patientinnenleitlinie, wenn der Brustkrebs hormonempfindlich sei, die bisher eingesetzten Krebsmedikamente gut gewirkt hätten und die Erstbehandlung beim Auftreten der Lungenmetastasen mindestens zwei Jahren her sei. 

Ziel der Operation ist es, gesundes Lungengewebe möglichst gut zu schonen. Je nach Lage der Metastasen müssen Operateure und Operateurinnen dennoch manchmal ein Lungensegment oder einen Lungenlappen entfernen. Wichtig ist, die Metastase mit einem bestimmten Sicherheitsabstand „im Gesunden“ zu beseitigen.  

Radiochirurgie

Die Radiochirurgie (auch stereotaktische Bestrahlung) kann bei Lungenmetasten in manchen Fällen eine Alternative zur OP sein. Bei dieser Variante der Strahlentherapie wird die errechnete Strahlendosis auf einmal verabreicht. Diese wird punktgenau auf die Tumoren gelenkt. So sollen Krebszellen gezielt zerstört und benachbartes gesundes Gewebe möglichst gut geschont werden.  

Radiofrequenzablation

Bei einer Radiofrequenzablation, kurz RFA, wird Gewebe durch große Hitze zerstört. Die Methode ist eine gängige Behandlungsmöglichkeit bei bösartigen Tumoren. Zum Einsatz kommt Hochfrequenzstrom. Das Gewebe wird mit Hilfe einer Sonde erhitzt und stirbt dadurch ab. Es entsteht eine sogenannte „Hitzenekrose“. Wie gut die Radiofrequenzablation wirkt, ist in Studien aber noch nicht ausreichend bewiesen.  

Medikamente, die im ganzen Körper wirken

Operation, Radiochirurgie oder Radiofrequenzablation sind Behandlungen, die nur lokal wirken. Daher sollte sich eine systemische Behandlung anschließen, die im gesamten Körper wirkt. In der Regel kommen verschiedene Krebsmedikamente zum Einsatz. Manchmal besitzen Krebszellen besondere Merkmale, gegen die es wiederum zielgerichtete Medikamente gibt. Allgemein sind die Chemotherapie, Antihormontherapie oder eine Anti-HER2-Therapie (Antikörpertherapie) Möglichkeiten der Behandlung.  

Metastasen im Brustfell

Lungenmetastasen können sich auch auf das Brustfell ausdehnen. Das Brustfell besteht aus zwei dünnen Häuten, die auf der Lunge (Lungenfell) und auf der Brustkorbwand (Rippenfell) liegen. Wenn sich im Brustfell Metastasen gebildet haben, sammelt sich oft Flüssigkeit im Spalt zwischen der Lunge und den Rippen an. Es bildet sich ein sogenannter Pleuraerguss. Bemerkbar macht sich diese Flüssigkeitsansammlung oft durch Atemnot.  

Eine Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte Pleurodese. Dabei werden Lungen- und Rippenfell miteinander verklebt. Ist der Spalt verschlossen, kann sich dort keine Flüssigkeit mehr ansammeln. Eine Pleurodese lässt sich meist mittels „Schlüssellochchirurgie“ (minimal-invasiv) durchführen. Dabei sind nur wenige kleine Schnitte über die Haut nötig. Patientinnen haben weniger Nebenwirkungen und erholen sich schneller wieder. Vorübergehend können Ärztinnen und Ärzte auch eine Drainage legen, um die Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch abzuleiten.  

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.