Bei Brustkrebs können sich Krebszellen aus dem Tumor in der Brust ablösen und über die Blutbahnen und Lymphwege in andere Regionen des Körpers gelangen. Warum Krebszellen diesen ursprünglichen Tumor verlassen, ist noch nicht ganz geklärt. Ebenfalls noch unklar ist, warum einige Tumorzellen weiterwachsen und andere nicht.
Die meisten dieser Zellen haben nicht die Fähigkeit, sich an anderen Stellen des Organismus festzusetzen und unkontrolliert zu vermehren. Solche im Körper zirkulierenden Tumorzellen münden nicht bei allen Frauen automatisch in Metastasen, etwa in den Knochen, der Leber oder Lunge. Forschende nehmen an, dass nur sehr wenige Tumorzellen Tochtergeschwulste ausbilden können. Vermutlich handelt es sich dabei um sogenannte Tumorstammzellen, die das Krebswachstum maßgeblich befeuern und ganze Tumoren entstehen lassen können.
Normalerweise kommt auch das Immunsystem ins Spiel. Es ist prinzipiell in der Lage, Krebszellen zu entdecken und zu beseitigen. Manchmal gelingt dies jedoch nicht, weil Krebszellen sehr wandlungsfähig sind und sich auch für das Immunsystem „unsichtbar“ machen können. Wenn Tumorzellen der körpereigenen Abwehrpatrouille entgehen, können sie sich in anderen Organen ansiedeln und dort vermehren – so entstehen Metastasen. Welche Faktoren eine Krebszelle genau braucht, um sich zu teilen, zu vermehren und Krebsabsiedelungen zu bilden, ist noch nicht vollständig geklärt.
Es gibt einige Faktoren, die womöglich zur Metastasierung bei Brustkrebs beitragen. Sie liegen aber eher in den biologischen und molekulargenetischen Eigenschaften der Tumorzellen, und nicht im Lebensstil, wie manche Frauen annehmen. Einige Frauen fühlen sich selbst dafür verantwortlich, dass der Brustkrebs gestreut hat. Die Lebensweise spielt aber kaum eine Rolle, wenn das Mammakarzinom metastasiert ist. Dennoch ist ein gesunder Lebensstil natürlich allgemein wichtig, nicht nur bei einer Krebserkrankung.
Wie hoch ist das Risiko für Metastasen?
Das Risiko, dass das Mammakarzinom bei einer Frau Metastasen bildet, lässt sich nicht allgemein errechnen und beziffern. Die Wahrscheinlichkeit für Metastasen hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Stadium der Krebserkrankung und der Aggressivität der Krebszellen. Aber auch die biologischen Eigenschaften von Tumorzellen spielen beim Risiko mit, dass Brustkrebs metastasiert.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) nennt folgende Zahlen zur Metastasierung von Brustkrebs, die jedoch nur Durchschnittswerte sind:
- Ungefähr 3 von 100 Frauen haben schon bei der ersten Brustkrebsdiagnose Metastasen. Ihr Tumor ist dann bereits fortgeschritten und hat sich im Körper ausgebreitet.
- Langfristig muss etwa jede vierte Frau (circa 25 Prozent) damit rechnen, dass ihr Brustkrebs metastasiert.
Bei den meisten Krebserkrankungen ist das Risiko für Metastasen in den ersten Jahren nach dem Abschluss der Ersttherapien am höchsten. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit mit der Zeit. Bei Brustkrebs ist es allerdings ein bisschen anders als bei anderen Krebsarten. Auch viele Jahre nach der ersten Diagnose ist die Entwicklung von Metastasen nicht vollkommen ausgeschlossen.
Wohin metastasiert Brustkrebs?
Krebs entsteht in der Regel zunächst in einem einzelnen Organ oder Gewebe. Bei Brustkrebs ist meist die weibliche, seltener die männliche Brust betroffen. Aus diesem sogenannten Primärtumor in der Brust können sich einzelne Krebszellen lösen und über die Blut- und die Lymphwege in andere Organe und Gewebe gelangen. Dort siedeln sie sich an, teilen und vermehren sich und bilden Metastasen (Fernmetastasen). Meist streut Brustkrebs in die Knochen, Leber oder Lunge, seltener ins Gehirn und in die Haut.
Die Ursache von Metastasen ist, dass sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor loslösen und sich über die Blut- und Lymphwege zu entfernten Organen und Geweben transportieren lassen können. Bei Brustkrebs gelangen sie zum Beispiel in die Knochen, Leber oder Lunge, manchmal auch ins Gehirn. Dort siedeln sich die Tumorzellen an, vermehren sich und bilden Metastasen.
Metastasen bei Brustkrebs und anderen Krebsarten lassen zwar nicht hundertprozentig verhindern, aber die Wahrscheinlichkeit lässt sich senken. Die wichtigste Maßnahme ist eine frühzeitige Diagnose der Krebserkrankung. Im Frühstadium ist Brustkrebs in vielen Fällen heilbar. Wichtig ist zudem die ausreichende Behandlung des Tumors. Krebstherapien wie die Chemotherapie, Bestrahlung oder zielgerichtete Medikamente können die Ausbreitung der Krebszellen im Körper eindämmen Dennoch können auch viele Jahre nach einer Behandlung noch Metastasen auftreten. Man ist also nie ganz davor gefeit und Sie können Metastasen nicht sicher vorbeugen.
Gesund werden kann man trotz Metastasen in den meisten Fällen nicht mehr, denn ein metastasierter Brustkrebs gilt als nicht mehr heilbar. Allerdings lassen sich das Wachstum und die Ausbreitung von Metastasen mit verschiedenen Therapien eindämmen. Ziel ist es, das Tumorwachstum zu bremsen, das Überleben zu verlängern, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Dass sich Metastasen von selbst zurückbilden, kommt äußerst selten vor. Wichtig sind verschiedenen Krebsbehandlungen, welche die Metastasen in Schach halten. Dazu gehören zum Beispiel die Strahlentherapie, Chemotherapie, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) oder die Antihormontherapie bei Brustkrebs. Diese und andere Behandlungen können ihr Wachstum und ihre Vermehrung bremsen und sie auch wieder verkleinern. Metastasen lassen sich manchmal auch operieren und beseitigen.
Metastasen sind am gefährlichsten, wenn sie die Funktion lebenswichtiger Organe beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel die Leber, Lunge oder das Gehirn. Metastasen können die Organfunktion soweit stören, dass lebensbedrohliche Situationen auftreten. Daher müssen Ärztinnen und Ärzte Metastasen immer ausreichend behandeln.
Ja, es gibt viele verschiedene Therapien, die bei Metastasen im Körper zum Einsatz kommen. Sie bremsen das Wachstum und die Neubildung von Tochtergeschwülsten. Auch wenn sie die Krebserkrankung nicht mehr heilen können – sie können Betroffenen Lebenszeit schenken und die Symptome lindern.
Metastasen können zum Tod führen, weil sie die Funktion lebenswichtiger Organe immer mehr einschränken, zum Beispiel der Leber oder Lunge. Es kommt schließlich zu einem Organversagen und somit zum Tod. Das Überleben lässt sich jedoch dank verschiedener Krebsbehandlungen verlängern. Die Therapien sorgen dafür, dass die Organe weiter so gut wie möglich arbeiten.
Tumore im Frühstadium sind oft noch lokal auf ein Organ begrenzt, zum Beispiel Brustkrebs auf die Brust. Metastasen gelten dagegen als gefährlicher, weil der Krebs schon gestreut und sich auf andere Organe und Gewebe ausgebreitet hat. Der gesamte Körper ist in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Krebstodesfälle werden durch Metastasen verursacht.
Bewegung und Sport sind auch bei einer Krebserkrankung wie Brustkrebs empfohlen. Sie können trotz Metastasen Sport treiben, allerdings sollte das Bewegungsprogramm individuell an Ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten angepasst sein. Sie sollten sich nicht überfordern. Empfohlen bei Metastasen sind sanfte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Spaziergänge. Auf manche Sportarten sollten Sie dagegen verzichten, zum Beispiel auf Kontaktsportarten wie Handball oder Kampfsport.
- Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Stand: Juni 2021), Abgerufen am 24.1.2024
- Robert Koch-Institut (RKI), Abgerufen am 24.1.2024
- Metastasierter Brustkrebs, Patientinnenleitlinie, Abgerufen am 24.1.2024
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst zu fortgeschrittenem Brustkrebs und Metastasenbildung, Abgerufen am 24.1.2024
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Abgerufen am 25.1.2024
- Deutsche Krebsgesellschaft: Basis-Informationen für Patienten, Molekularbiologische Therapien und Erkrankungsverlauf, Abgerufen am 25.1.2024
- Deutsche Krebshilfe, Abgerufen am 25.1.2024
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