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Hautmetastasen bei Brustkrebs

Redaktion Mamma Mia!

Untersuchung der Haut mit einer Lupe
© iStock / LightFieldStudios
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Hautmetastasen kommen bei Brustkrebs vergleichsweise selten vor. Lesen Sie, wie sich Metastasen in der Haut diagnostizieren lassen und welche Therapien es gibt.  

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) können sich im Verlauf der Erkrankung Hautmetastasen bilden. Sie heißen auch „kutane Metastasen“. Wenn sich bei Frauen Metastasen in der Haut entwickelt haben, liegt der Ursprungstumor (Primärtumor) in 70 Prozent der Fälle in der Brust. Allerdings entstehen Metastasen bei einem Mammakarzinom öfters in anderen Geweben und Organen, etwa in den Knochen, der Leber und Lunge. Seltener kommen Hirnmetastasen und noch seltener Hautmetastasen vor, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).  

Bei Brustkrebs bilden sich Metastasen in der Haut bevorzugt an der vorderen Brustkorbseite. Sie können sich aber auch am Rücken, Oberarm und Hals entwickeln. Prinzipiell können sie jeden Körperbereich betreffen. Die Tochtergeschwulste können nicht nur die Haut befallen, sondern auch Weichteilgewebe wie die Muskulatur. 

Die Symptome bei Hautmetastasen können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität empfindlich beeinträchtigen. Möglich sind zum Beispiel Schmerzen, Juckreiz und Blutungen.  

Hautmetastasen: Diagnose

Ärztinnen und Ärzte sehen sich die Hautveränderungen zunächst einmal optisch an. Hautmetastasen können sehr unterschiedlich aussehen. Zu Beginn können sie kleinen Pickeln ähneln. Dann können sie sich zum Beispiel zu Knötchen, Papeln, Plaques oder entzündlichen Geschwüren weiterentwickeln. Möglich sind einzelne, aber auch mehrere Hautmetastasen.  

Die Diagnose „Hautmetastase“ lässt sich anhand einer Gewebeprobe (Biopsie) stellen. Dabei wird Gewebe aus der veränderten Hautstelle entnommen. Pathologen und Pathologinnen untersuchen das Gewebe anschließend im Labor unter dem Mikroskop. So lässt sich meist eindeutig feststellen, ob es sich um Krebszellen oder gesunde Zellen handelt. Auch in welchem Ausmaß die Zellen verändert sind und wie aggressiv sie sind, lässt sich im Labor erkennen. Zudem untersuchen Ärztinnen und Ärzte die Krebszellen auf besondere Merkmale.  

Behandlungen bei Hautmetastasen

Bei Metastasen in der Haut gibt es verschiedenen Behandlungen – lokale Therapien, die direkt auf der Haut wirken, und systemische Therapien, die im gesamten Körper wirksam sind.  

Folgende Behandlungen sind möglich: 

  • Operation: Dabei entfernen Ärztinnen und Ärzte die Hautmetastase chirurgisch. Das bösartige Gewebe wird im Rahmen der OP „herausgeschnitten“. Auch Metastasen im Weichteilgewebe lassen sich operieren. Operateurinnen und Operateure versuchen immer, gesundes Gewebe so weit wie möglich zu schonen und zu erhalten.  
  • Bestrahlung über die Haut (perkutane Strahlentherapien): Hautmetastasen lassen sich örtlich von außen über die Haut bestrahlen. In der Regel geschieht dies nach einer Operation. Dabei schädigen hochenergetische Strahlen das Erbgut der eventuell noch in der Haut vorhandenen Krebszellen. Sie können solche Schäden nicht mehr reparieren und sterben ab. 
  • Lokale Chemotherapie: Dabei werden Zellgifte (Zytostatika, Chemotherapeutika) direkt auf die Haut aufgetragen. Die lokale Chemotherapie tötet die Krebszellen vor Ort ab. Im Gegensatz dazu wirkt die herkömmliche Chemotherapie, die über Infusionen oder Tabletten verabreicht wird, im gesamten Körper.  
  • Elektrochemotherapie (ECT): Bei dieser Behandlung sollen elektrische Impulse die Krebszellen durchlässiger für die Chemotherapie machen. Das Zytostatikum kann besser in die Krebszelle eindringen und im Zellinneren seine Wirkung entfalten. An jener Stelle, an der sich die Hautmetastase gebildet hat, wird über eine Elektrode ein Stromfeld erzeugt. Dadurch werden die Krebszellen poröser und besser angreifbar. „Elektroporation“ ist der Fachbegriff dafür. Als Zytostatikum kommt in der Regel der Wirkstoff Bleomycin in einer geringen Dosierung zum Einsatz. Bleomycin wird über die Vene verabreicht, kann in der Haut eine hohe Konzentration entwickeln und „umspült“ dann die Tumorzellen. Durch diese beiden Wirkmechanismen – Strom und Chemotherapeutikum – zerfallen die Krebszellen. Die Elektrochemotherapie wird unter einer örtlichen Betäubung oder Narkose durchgeführt. Denn die Stromimpulse können unangenehme Muskelzuckungen auslösen. Anschließend haben manche das Gefühl, einen Muskelkater zu haben.  
  • Professionelle Wundversorgung – wenn die Hautmetastasen schwer ausgeprägt sind. Sie können mit panzerartigen Verdickungen, Schmerzen, Juckreiz, Blutungen und einem unangenehmen Geruch einhergehen. Auch eine psychosoziale Begleitung kann hier sinnvoll sein.  

 

Bei metastasiertem Brustkrebs sind zudem systemische Therapien wichtig, die Krebszellen im gesamten Körper attackieren und abtöten. Dazu gehören zum Beispiel die Antihormontherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente („targeted therapy“) oder die Immuntherapie 

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.