Kombinationstherapien beim fortgeschrittenen oder rezidivierten Gebärmutterkrebs

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Für viele Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) oder bei einem Rückfall der Erkrankung (Rezidiv) stellt sich die Frage, welche Behandlungsmöglichkeiten noch bestehen, wenn eine Standard-Chemotherapie nicht mehr ausreichend wirkt. 

In den vergangenen Jahren hat sich die Therapie in dieser Situation weiterentwickelt. Neue Behandlungsstrategien kombinieren unterschiedliche Wirkmechanismen und greifen den Tumor auf mehreren Ebenen an. Ziel dieser Ansätze ist es, das Tumorwachstum möglichst lange zu kontrollieren und die Erkrankung zu stabilisieren.

Moderne Therapien beim Endometriumkarzinom: Zwei Wirkmechanismen, ein Ziel

Bei fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom werden heute zunehmend Therapien eingesetzt, die unterschiedliche Wirkprinzipien miteinander verbinden. Dazu gehören zum Beispiel Kombinationen aus:

  • zielgerichteter Therapie und Immuntherapie
  • Immuntherapie und Chemotherapie

Diese Behandlungen verfolgen das Ziel, verschiedene biologische Prozesse der Tumorerkrankung gleichzeitig zu beeinflussen.

Zielgerichtete Therapie

Zielgerichtete Therapien greifen bestimmte Signalwege in Krebszellen an. Einige Medikamente hemmen beispielsweise Prozesse, die für das Wachstum des Tumors oder für die Bildung neuer Blutgefäße wichtig sind.

Zu dieser Gruppe gehören unter anderem sogenannte Tyrosinkinase-Inhibitoren. Sie blockieren Signale, mit denen der Tumor neue Blutgefäße bildet, die für seine Versorgung notwendig sind.

Immuntherapie

Die Immuntherapie setzt am körpereigenen Abwehrsystem an. Bestimmte Medikamente – sogenannte Immuncheckpoint-Inhibitoren – können dazu beitragen, dass das Immunsystem Krebszellen besser erkennt und angreift.

Vereinfacht gesagt: Während eine zielgerichtete Therapie wichtige Wachstumsprozesse des Tumors hemmt, zielt die Immuntherapie darauf ab, die Immunabwehr gegen die Krebszellen zu stärken.

Kombinationstherapien für unterschiedliche Tumorbiologien

Nicht alle Endometriumkarzinome sind biologisch gleich. Molekulare Eigenschaften des Tumors können beeinflussen, welche Therapie besonders geeignet ist.

Ein wichtiger Faktor ist dabei das sogenannte Mismatch-Repair-System (MMR) der Zellen. Beim Endometriumkarzinom haben etwa 70 bis 80 Prozent der Patientinnen einen solchen pMMR-Tumor.

Was bedeutet pMMR?

Die Abkürzung pMMR steht für proficient Mismatch Repair.
Damit wird ein funktionierendes Reparatursystem beschrieben, das Fehler im Erbgut von Zellen korrigiert.

Daneben gibt es Tumoren mit einem gestörten Reparatursystem, sogenannte dMMR-Tumoren (deficient Mismatch Repair).

Warum ist dieser Unterschied wichtig?

Tumoren mit einem gestörten Reparatursystem (dMMR) sprechen häufig gut auf bestimmte Immuntherapien an.

Bei pMMR-Tumoren, die den größten Anteil ausmachen, war die Behandlung lange schwieriger. Deshalb wurden in Studien gezielt Kombinationstherapien untersucht, die auch für diese Patientengruppe wirksam sein können.

Ob ein Tumor pMMR oder dMMR ist, wird durch eine molekulare Untersuchung des Tumorgewebes bestimmt. Dieses Ergebnis kann bei der Wahl der Therapie eine wichtige Rolle spielen.

Welche Behandlung kommt im Einzelfall infrage?

Welche Therapie bei fortgeschrittenem oder rezidiviertem Endometriumkarzinom empfohlen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel:

  • molekulare Eigenschaften des Tumors
  • bereits durchgeführte Behandlungen
  • Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen
  • persönliche Behandlungsziele der Patientin

Die Entscheidung über die passende Therapie wird daher in der Regel gemeinsam mit dem behandelnden onkologischen Team getroffen.

Mögliche Auswirkungen auf Krankheitsverlauf und Alltag

Moderne Kombinationstherapien haben das Ziel, das Fortschreiten der Erkrankung für eine gewisse Zeit zu verlangsamen und die Lebenszeit zu verlängern.

Für Betroffene kann das im Alltag bedeuten:

  • längere Phasen, in denen die Krankheit stabil bleibt
  • mehr Planbarkeit im Alltag
  • Zeit für Familie, persönliche Aktivitäten und Erholung

Mögliche Nebenwirkungen der Behandlung

Wie viele Krebsbehandlungen können auch Kombinationstherapien aus einer zielgerichteten Therapie und einer Immuntherapie Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen unter anderem:

  • erhöhter Blutdruck
  • Veränderungen der Schilddrüsenfunktion
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • anhaltende Müdigkeit (Fatigue)

Eine engmaschige ärztliche Betreuung ist daher wichtig. Regelmäßige Kontrollen helfen, mögliche Nebenwirkungen früh zu erkennen und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen.

Informiert sein hilft bei Therapieentscheidungen

Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist oder wieder aufgetreten ist, kann es hilfreich sein, sich gut über mögliche Behandlungsoptionen zu informieren.

Fragen für das Arztgespräch können zum Beispiel sein:

  • Welche Behandlungsziele sind in meiner Situation realistisch?
  • Welche Therapieoptionen kommen für mich infrage?
  • Welche Nebenwirkungen können auftreten und wie werden sie behandelt?
  • Was bedeutet die Therapie konkret für meinen Alltag?

Gut informiert zu sein kann dabei helfen, gemeinsam mit dem Behandlungsteam Entscheidungen zu treffen und sich sicherer im Umgang mit der Erkrankung zu fühlen.

Fazit

Noch vor wenigen Jahren waren die Behandlungsmöglichkeiten beim fortgeschrittenen oder rezidivierten Endometriumkarzinom begrenzt. Durch neue Studien und Medikamente haben sich die Therapieoptionen jedoch erweitert.

Moderne Kombinationstherapien sind heute ein Bestandteil der Behandlung in bestimmten Situationen. Sie können dazu beitragen, zusätzliche Behandlungswege zu eröffnen und den Krankheitsverlauf zu beeinflussen.

Welche Therapie geeignet ist, sollte immer individuell mit dem behandelnden Team besprochen werden.

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.

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