„Warum wir über Scheidentrockenheit sprechen müssen“

ueber Scheidentrockenheit sprechen
© iStock / Doucefleur

Viele Patientinnen verschweigen ihre Beschwerden – aus Scham, Unsicherheit oder weil niemand das Thema anspricht. Dabei kann unbehandelte Vaginaltrockenheit das Leben massiv einschränken. Pflegeexpertin Birte Schlinkmeier erklärt, welche Folgen das hat, warum auch junge Frauen betroffen sind und welche sanften, hormonfreien Möglichkeiten helfen können.

Frau Schlinkmeier, warum fällt es vielen Frauen so schwer, über Scheidentrockenheit zu sprechen – selbst mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin?

Birte Schlinkmeier:

Viele Frauen stellen ihre Scheidentrockenheit nicht in den Vordergrund. Sie merken sie oft erst spät – anders als trockene Augen oder einen trockenen Mund. Harnwegsinfekte werden meist gar nicht damit in Verbindung gebracht. Oft fällt es erst auf, wenn wieder Geschlechtsverkehr möglich sein soll. Viele hoffen, dass der Arzt es von selbst anspricht. Aber das geht zeitlich oft unter – und die Frauen trauen sich nicht, das Thema anzusprechen.

Was können die Folgen sein, wenn Patientinnen dieses Thema verschweigen?

Die Beschwerden bleiben unbehandelt – mit allen Folgen wie Schmerzen, Infekten oder Problemen beim Geschlechtsverkehr. Viele Frauen bekommen auch ungeeignete Produkte empfohlen, die stark brennen können. Ich hatte eine Patientin, die sagte: „Ich wollte mir das da wieder rauskratzen.“ Je kaputter die Schleimhaut ist, desto schlimmer brennen solche Präparate.

Wie können Patientinnen sich gut auf das Arztgespräch vorbereiten?

Indem sie sich bewusst machen: Vaginaltrockenheit ist eine Nebenwirkung der Krebstherapie. Sie sollten gezielt danach fragen und um eine Untersuchung bitten, um Erkrankungen auszuschließen.

Fragen Sie zum Beispiel:

  • Was würden Sie mir empfehlen?
  • Was kann ich zusätzlich tun oder was sollte ich vermeiden?
  • Welche Produkte sind für mich geeignet?

Wie reagieren Ärztinnen und Ärzte?

Leider oft mit Sätzen wie: „Da müssen Sie jetzt durch.“ oder „Sexualität – warten Sie einfach mal ab.“ Häufig werden falsche Produkte empfohlen, weil sie bekannt sind und viel beworben werden. Eine Rückmeldung, ob diese wirklich helfen, gibt es selten. Ich würde mir wünschen, dass Ärztinnen und Ärzte Muster von Vulniphan® haben und Handouts mitgeben – so wie ich es hier mache.

Welcher Mythos begegnet Ihnen am häufigsten?

Dass Vaginaltrockenheit „nichts Schlimmes“ sei und sich mit ein bisschen Gleitgel beheben lasse. Viele glauben auch, dass daraus nichts Ernstes resultiert – was nicht stimmt. Folgen können Infekte und starke Einschränkungen im Alltag sein.

Stimmt es, dass nur ältere Frauen betroffen sind?

Nein, im Gegenteil. Eine 70-Jährige hat ihre Wechseljahre hinter sich und sich oft über Jahre an die Veränderungen gewöhnt, dass eine gewisse Trockenheit da ist. Junge Patientinnen hingegen erleben die Probleme plötzlich und massiv – nach Chemotherapie und Antihormontherapie quasi von 100 auf 0. Geschlechtsverkehr, Reiten, Joggen, Walken, all diese Dinge tun ihr weh. Viele können nicht einmal mehr einen Tampon einführen. Für sie ist es eine Katastrophe.

Was ist Ihre Antwort auf die Aussage: „Das ist nur ein Luxusproblem“?

Das höre ich leider oft – gerade, wenn keine gute Antwort parat ist. Dann heißt es: „Cremen Sie sich ein.“ Oder es kursieren absurde Tipps wie: „Nehmen Sie Kokosöl, Milchfett oder Naturjoghurt auf das Tampon.“ Solche Mythen halten sich kurioserweise seit Jahrzehnten. Vaginaltrockenheit ist aber kein Luxusproblem – sie kann auch im Alltag sehr belastend sein. Die Frauen sollten wissen, dass sie ernst zu nehmen ist. Sie müssen sich nicht mit Mythen oder falschen Ratschlägen zufriedengeben, denn es gibt wirksame Lösungen, die bei Scheidentrockenheit helfen.

Welche hormonfreien Optionen gibt es zur Linderung und Pflege?

Es gibt feuchtigkeitsspendende Vaginalgels und Vaginalovula mit Hyaluronsäure sowie pflanzlichen Extrakten oder Milchsäure, wie zum Beispiel Vulniphan® Vaginalovula und Vaginalgel. Die darin enthaltenen pflegenden und befeuchtenden Inhaltsstoffe helfen der Schleimhaut, sich zu erholen. Von innen wirken die Ovula, von außen das Gel.

Wann empfehlen Sie Produkte wie Vulniphan®, und für wen sind sie besonders geeignet?

Vor allem für Brustkrebspatientinnen mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren, weil sie hormonfrei sind. Auch nach vaginaler oder analer Bestrahlung sind sie sehr gut geeignet.

Welche weiteren Maßnahmen können Patientinnen selbst umsetzen, um ihre Schleimhaut zu schützen?

  • Pflegeroutine aufbauen
  • milde Hygiene: lauwarmes Wasser, sanftes Abtupfen
  • Baumwollunterwäsche, Bio-Slip-Einlagen nutzen
  • nach dem Schwimmen abduschen, trockentupfen, eincremen
  • auf ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achten

Was möchten Sie Frauen sagen, die das Thema bisher verdrängt haben?

„Mehr Mut“ klingt zu platt. Aber: Holen Sie sich Informationen aus guten Quellen und Beratung bei Fachleuten. Ich wünsche mir, dass jede Frau automatisch darauf angesprochen wird – und Produkte empfohlen bekommt, die wirklich helfen. Die Scham zu überwinden ist schwer, aber es lohnt sich. Niemand sollte unnötig leiden.

Mit freundlicher Unterstützung durch

Mit freundlicher Unterstützung von Vulniphan®, eine Marke der Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH. Mehr Informationen unter www.vulniphan.de. Vulniphan® Vaginalgel und Vaginalovula sind Medizinprodukte. Über Wirkungen und mögliche Risiken informieren Gebrauchsinformation, Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke.

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.

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