O-Mamori Award: Patienten-Engagement sichtbar machen

Redaktion Mamma Mia!

O-Mamori Patientenengagement
© iStock / Paper Trident

Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Plötzlich geht es nicht nur um Untersuchungen und Therapien, sondern auch um Ängste, Fragen und den Alltag, der weiterlaufen muss. Was steht mir eigentlich zu? Wer hilft bei Anträgen? Wer hört zu? Wer kennt die Sorgen von Betroffenen wirklich? Genau hier leisten Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen Unverzichtbares. Sie informieren, begleiten, stärken und schaffen Gemeinschaft – oft mit großem Engagement und begrenzten Ressourcen – oft im Ehrenamt. 

Mit dem O-Mamori Award macht Daiichi Sankyo dieses außergewöhnliche Engagement sichtbar. In diesem Jahr wurde die Initiative sogar ausgeweitet und erstmals nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich umgesetzt. Der Name stammt von den japanischen „O-Mamori“, kleinen Glücksbringern, die Schutz und Zuversicht symbolisieren. Ganz im Sinne dieser Idee werden Projekte ausgezeichnet, die Patienten und Angehörigen Halt geben und ihre Lebensqualität verbessern. Mamma Mia! wollte mehr über den O-Mamori Award und die O-Mamori Community wissen und sprach mit Dr. Hilke Friccius, Patient Affairs Managerin bei Daiichi Sankyo Deutschland und Dr. Silke Eisinger, Medical Advisor Oncology bei Daiichi Sankyo Österreichdie den Preis für besonderes Patienten-Engagement mit konzipiert und realisiert haben. 

Mamma Mia!: Wenn Sie heute auf die allererste Idee zum O-Mamori Award zurückblicken: Wissen Sie noch, wo dieser Gedanke geboren wurde?  

Dr. Hilke Friccius: Die Idee für einen Patientenpreis kam von unseren Kardiologie-Kollegen. Ihr Anliegen war es, Patientenorganisationen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihre wertvolle Arbeit sichtbar zu machen. Denn für Patienten ist nicht nur ein wirksames Medikament wichtig, sondern auch ein unterstützendes Umfeld. 

Bei mir ging das Ganze zunächst deutlich verhaltener los. Ich war damals erst seit zwei Monaten in meiner neuen Position als Patient Affairs Managerin tätig und war zunächst eher skeptisch. Ich dachte: Das ist zwar richtig toll, aber es ist ein riesiges Projekt – wie sollen wir das stemmen? Aber die Idee war geboren, die Kollegen ließen nicht locker und auch unser Management stand hinter dem Projekt. Schnell wurde uns jedoch klar, dass wir das ohne professionelle Unterstützung nicht schaffen würden. Wir bekamen schließlich grünes Licht, eine Agentur einzubinden, und zusätzlich personelle Unterstützung für unser Team. Von da an wuchsen die Begeisterung, der Ehrgeiz und auch die Zuversicht sehr schnell. Immer stärker entstand das Gefühl, dass wir hier die Chance haben, etwas wirklich Großartiges zu entwickeln und auf die Beine zu stellen.

Mamma Mia!: Der O-Mamori Award verbindet Onkologie und Kardiologie. Was haben diese beiden Welten gemeinsam – und was hat das Projekt innerhalb von Daiichi Sankyo möglich gemacht? 

Dr. Hilke Friccius: Onkologie und Kardiologie gehören zu den Krankheitsbereichen mit den höchsten Mortalitätsraten. Auf den ersten Blick wirken sie sehr unterschiedlich. Gleichzeitig gibt es aber zahlreiche Gemeinsamkeiten, und beide Bereiche greifen in vielerlei Hinsicht ineinander. Viele Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel sind ähnlich, und auch onkologische Therapien können das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen. Beides sind Erkrankungen, die sehr viele Menschen betreffen. Fast jeder hat in seinem Umfeld Berührungspunkte. Damit haben beide Krankheitsbereiche nicht nur eine große medizinische, sondern eine enorme gesellschaftliche und gesundheitspolitische Relevanz. 

Möglich wurde der Award durch das Vertrauen unseres Managements, die notwendige Unterstützung und vor allem durch das enorme Engagement aller Beteiligten. Wir waren sehr frei in der Ausgestaltung des Awards – es gab keine konkreten inhaltlichen Vorgaben, sondern den gemeinsamen Wunsch, etwas Sinnvolles und Motivierendes für Patientenorganisationen zu schaffen. Kein Weg war zu weit und kein Gedanke durfte nicht gedacht werden. Diese Offenheit und die Bereitschaft, gemeinsam neue Wege zu gehen, haben das Projekt maßgeblich geprägt. Für mich persönlich war das eine echte „Once in a Lifetime Opportunity“, wie man so schön sagt. Die Chance, etwas völlig Neues zu entwickeln und mitzugestalten, ist keine Selbstverständlichkeit. Dafür bin ich meinem Arbeitgeber sehr dankbar.

Mamma Mia!: Gab es bei den Preisverleihungen einen Moment, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? 

Dr. Hilke Friccius: Ja, ein Satz von Tanja Bülter, die sowohl den ersten als auch zweiten O-Mamori Award moderierte: „Auch wenn hier nur einige der Organisationen mit Preisen ausgezeichnet werden können, Gewinner sind eigentlich alle Organisationen mit ihren so wertvollen Initiativen zur Unterstützung von Patientinnen und Patienten.“ Dieser Satz bringt für mich den Kern des Awards auf den Punkt. Hinter den Projekten stehen Menschen, die selbst betroffen sind und sich oftmals ehrenamtlich zusätzlich zu ihrer eigenen Erkrankung für andere engagieren. Dieses Herzblut und diese Kraft beeindrucken mich immer wieder. 

Mamma Mia!: Frau Dr. Eisinger – Österreich hat 2026 erstmals am O-Mamori Award teilgenommen. Was hat dieser Schritt für Sie persönlich und für die österreichischen Patientenorganisationen bedeutet? 

Dr. Silke Eisinger: Da mir das Wohl von Patientinnen und Patienten aufgrund persönlicher Erfahrungen besonders am Herzen liegt, war es für mich eine große Freude, dass mein Management die österreichische Teilnahme an diesem Herzensprojekt unterstützt hat. Dank der großartigen, länderübergreifenden Zusammenarbeit mit unseren deutschen Kolleginnen und Kollegen und der Agentur ist das Projekt sehr erfolgreich verlaufen und wir konnten von ihren Erfahrungen des ersten Awards profitieren. Spätestens bei der Preisverleihung wurde sehr deutlich, dass sich der Einsatz gelohnt hat: Das Engagement, die Leidenschaft und der Zusammenhalt der teilnehmenden Organisationen waren beeindruckend. Zu sehen, wie viel Herzblut in der Unterstützung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Patienten steckt, macht solche Projekte besonders wertvoll.

Mamma Mia!: Welche Chancen bietet der gemeinsame deutschsprachige Award für Patientenorganisationen in Österreich? 

Dr. Silke Eisinger: Der O-Mamori Award und die O-Mamori Community bieten Patientenorganisationen in Österreich eine wertvolle Plattform. Besonders gefreut hat uns, dass auch ein österreichisches Projekt ausgezeichnet wurde. Bereits bei der Preisverleihung zeigte sich der Mehrwert der Initiative: Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten kamen ins Gespräch, vernetzten sich und tauschten Erfahrungen aus. Genau dafür steht der O-Mamori Award: Engagement sichtbar machen, Austausch fördern und Menschen zusammenbringen. Durch die gemeinsame Umsetzung in Deutschland und Österreich wurde dieser Vernetzungsgedanke besonders greifbar. Auch im Nachgang sind bereits neue Kooperationen und gemeinsame Projekte entstanden. Das zeigt, dass der Award weit über die Auszeichnung hinauswirkt und die Zusammenarbeit im Sinne der Patienten nachhaltig stärkt. 

Mamma Mia!: Frau Dr. Friccius, Sie haben den O-Mamori Award von Anfang an mit begleitet. Wenn wir uns in fünf Jahren wieder treffen: Was wünschen Sie sich für den O-Mamori Award und die O-Mamori Community? 

Dr. Hilke Friccius: Ich hoffe natürlich sehr, dass es den O-Mamori Award auch in fünf Jahren noch geben wird. Ich wünsche mir außerdem, dass der Award auch in anderen Ländern stattfindet. Dieses Jahr hat ja Österreich zum ersten Mal mitgemacht. Aber es könnte zum Beispiel auch in Spanien oder Frankreich einen Award geben – mit derselben Idee. Gemeinsam mit unserer Agentur haben wir dafür bereits eine Art Blueprint erstellt 

Ein ebenso großer Wunsch wäre, , dass die O-Mamori Community weiterwächst und es vielleicht sogar gemeinsame Initiativen von Kardio- und Onko-Organisationen gibt.  Dabei müssen es nicht nur Organisationen sein, die sich für den O-Mamori Award beworben hat. Jede Organisation, die sich vernetzen, Erfahrungen austauschen oder voneinander lernen möchte, ist willkommen. Gerade dieser offene Austausch macht die Community für mich so wertvoll. Denn viele Patientenorganisationen stehen vor ähnlichen Aufgaben, müssten aber vielleicht nicht alles immer selbst neu erfinden. Die Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen zu teilen, kann eine große Unterstützung sein. 

Ich glaube, dass das Engagement von Patienten für Patienten in Zukunft noch wichtiger werden wird. Patientenorganisationen spielen bereits heute eine immer größere Rolle – in der Unterstützung Betroffener ebenso wie im gesundheitspolitischen Umfeld.

Mamma Mia!: Ich möchte Ihnen nun noch eine sehr persönliche Frage stellen: „O-Mamori“ steht für einen Glücks- oder Schutzbringer. Welchen O-Mamori tragen Sie selbst bei sich? 

Dr. Hilke Friccius: Mein persönlicher O-Mamori steht für die Menschen, die ich liebe und die mir etwas bedeuten. Sie tragen mich. Gemeinschaft und Unterstützung sind für mich ein echtes Lebenselixier. Zu meinem persönlichen O-Mamori gehören meine Familie und ein enger Freundeskreis. Es sind Menschen, die mir Kraft geben und die mich durch schwierige Zeiten getragen haben. Eigentlich trage ich diesen O-Mamori im Herzen. Er erinnert mich daran, wie wichtig Zusammenhalt ist und wie sehr uns die Menschen tragen können, die uns nahestehen.

CMAT 39703

O-Mamori Community

Die O-Mamori Community ist ein Netzwerk, das den Austausch über den O-Mamori Award hinaus fortsetzt. Hier können sich Organisationen vernetzen, Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Regelmäßige Online-Treffen, Workshops und Veranstaltungen schaffen Wissen und neue Verbindungen. Denn viele Organisationen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – und müssen das Rad nicht immer neu erfinden.

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