An die Arbeit – Wieder arbeiten nach einer Krebsdiagnose

Redaktion Mamma Mia!

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Laut einer Studie kehren rund zwei Drittel aller Menschen mit einer Krebserkrankung nach Abschluss der Therapie wieder zurück ins Arbeitsleben. Worauf es bei diesem wichtigen Schritt ankommt und wo es Unterstützung gibt.

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Wieder arbeiten gehen: Für JaNi war das nach ihrer Krebserkrankung ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität. Denn, so empfinden es viele Menschen: Arbeit strukturiert den Tag, sie bietet ein soziales Miteinander mit den Kollegen und das Bewusstsein, nach mehr oder weniger langer Auszeit, wieder einen gesellschaftlichen Beitrag leisten und finanziell unabhängig bleiben zu können – Selbstwertgefühl und Zufriedenheit steigen. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. „Mein Chef war sehr verständnisvoll, als ich nach einem Jahr wieder arbeiten wollte“, erzählt JaNi in ihrem Kommentar zu unserem Social Media-Post. „Er hat sogar angeboten, für mich eine neue Stelle einzurichten, weil ich wegen meiner schweren Neuropathien in den Händen und Füßen nicht mehr mit hochätzenden Substanzen arbeiten kann“, so die milchwirtschaftliche Laborantin. „Als ich nach der Reha zurückkam, stand der eigens für mich angepasste Arbeitsplatz fest.“ Ein Büro-Job in Teilzeit, mit Gleitzeit und großzügiger Home-Office-Regelung. So konnte ich dem Bereich Qualitätssicherung treu bleiben, wenn auch nicht mehr im Labor, sondern in der Administration.“

So positiv wie JaNis Erfahrung sind aber längst nicht alle Rückkehrer-Geschichten. „Krebspatienten stehen bei ihrer Rückkehr in den Beruf vor vielen Herausforderungen“, weiß Dr. Antje Müller, die als Diplom-Psychologin und Psychoonkologin bei der Bremer Krebsgesellschaft Betroffene in dieser Situation berät. Denn häufig ist die Leistungsfähigkeit nach einer Therapie eingeschränkt, nicht wenige Krebspatienten leiden unter dem Fatigue-Syndrom oder anderen, therapiebedingten Langzeitfolgen wie Polyneuropathien, Konzentrations- und Kognitionsschwierigkeiten oder Gelenkschmerzen durch die antihormonelle Therapie. Bei Brustkrebs spielen auch Themen wie „Nicht-mehr-schwer-heben-dürfen“ oder „Den-Arm-nichtmehr-belasten-können“ eine Rolle.

»Krebspatienten stehen bei ihrer Rückkehr in den Beruf vor vielen Herausforderungen.«

Zurück in der Leistungsgesellschaft

Zu diesen eher körperlichen Aspekten gesellen sich zahlreiche psychosoziale Faktoren, die die Rückkehr an den Arbeitsplatz erschweren können, wie Rechtsanwältin Uta-Maria Weißleder weiß. Als reTÖRN to work Coach und Prozessbegleiterin unterstützt sie sowohl Menschen nach existenziellen gesundheitlichen Krisen als auch Unternehmen bei der Gestaltung des Wiedereinstiegs und hat die Erfahrung gemacht, dass auf Rückkehrern der Druck lastet, wieder in der Leistungsgesellschaft funktionieren zu müssen – im Wissen, nicht mehr die Alte zu sein und die eigene Belastbarkeit gar nicht einschätzen zu können. Denn: Ob sich Einschränkungen zeigen und wie lange diese womöglich anhalten werden, lässt sich nicht vorhersagen. Auf der anderen Seite benötigen Arbeitgeber und Kollegen aber Orientierung und stellen genau diese Fragen.

„Viele Rückkehrende sind so hungrig auf Normalität und wollen sich endlich wieder sinnvoll einbringen“, erklärt Uta-Maria Weißleder. „Sie starten mit hohem Leistungsanspruch und enormen Tempo. Ein Langstreckenlauf lässt sich aber nicht im Sprinttempo bewältigen.“ Vielmehr gehe kaum ein Rückkehrprozess ohne Höhen und Tiefen von Statten, er verläuft nicht linear. „Auf die Frage, welche Erkenntnis ihnen vor dem Wiedereinstieg eine große Hilfe gewesen wäre, nennen mir viele Klienten genau diesen entlastenden Gedanken“, erklärt Uta-Maria Weißleder. Und fügt hinzu: „Es ist herausfordernd, sich nicht gleich von einem vermeintlichen Rückschlag entmutigen zu lassen. Auch weil viele nicht im Austausch mit anderen Betroffenen stehen, sondern sich an ihrem früheren ‚Ich‘ oder den Kollegen messen. Aber sind wir einmal ehrlich: Niemand ist jeden Tag gleich belastbar, auch ohne Krebserkrankung nicht! Als Rückkehrer hat man nicht selten völlig unrealistische Vorstellungen von Leistungsfähigkeit – etwas Selbstmitgefühl täte gut.“

Eine Erfahrung, die auch Sybille G. machen musste, wie sie uns auf Instagram schreibt: „Ich war 2013 und 2015 wegen Brustkrebs jeweils für circa ein Jahr raus aus dem Job und habe beide Male mit vier Wochen Wiedereingliederung wieder losgelegt. Mein Arbeitgeber und meine Kollegen waren großartig! Aber heute weiß ich, dass ich mich viel zu sehr unter Druck gesetzt habe und es hat lange – mit großer Frustration – gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass es leistungsmäßig nicht wie früher ist oder wird. Heute sagen alle, dass es doch super gelaufen ist, dass ich doch gesund bin. Ich liebe meinen Job im Ingenieurwesen und gebe jeden Tag 150 Prozent, um 90 Prozent Leistung zu bringen. Aber wie lange kann ich das durchhalten? Es ist einfach sehr anstrengend.“

Wieder Verantwortung übernehmen

Hinzu kommt, dass man als Rückkehrer dazu aufgefordert ist, wieder in die Eigenverantwortung zu gehen. „Das Betriebliche Eingliederungsmanagement oder engagierte Vorgesetzte mögen dabei unterstützen, letztlich wird jedoch niemand anderes, als man selbst Fürsprecher für die eigenen Bedürfnisse sein können“, erklärt Uta-Maria Weißleder. Genau dieses „Wiederin-die-Selbstführung-gehen“ sei nach einer Phase, in der man sich als Patient in den meisten Fällen den Behandlungen und ärztlichen Empfehlungen gefügt hat, ein großer Schritt. Dabei spielt auch das Informationsdefizit im Hinblick auf mögliche Unterstützungsangebote eine Rolle. „Nur wenige Rückkehrende wissen um die Gestaltungsmöglichkeiten in der Rückkehrphase. Leider schaffen auch noch immer nicht alle Arbeitgeber den nötigen unterstützenden Rahmen. Wer nicht weiß, wie eine Unterstützung aussehen kann, kann diese nicht erwirken. Hier bleiben viele gute Möglichkeiten ungenutzt“, weiß Uta Maria Weißleder aus ihrer Erfahrung.

Die Möglichkeiten kennen und nutzen

Wie diese Möglichkeiten aussehen können, erklärt Dr. Antje Müller: „Um sich ganz generell auf den Wiedereinstieg vorzubereiten, können die Anschlussheilbehandlung oder die Reha wertvolle Unterstützung bieten. Dort geht es mit vielfältigen Angeboten um die Kräftigung nach einer Krebserkrankung.“ Dennoch geben einer Umfrage zufolge über 20 Prozent der Betroffenen nach Abschluss ihrer Rehabilitation an, dass sie weiteren Unterstützungsbedarf hinsichtlich ihrer beruflichen Wiedereingliederung benötigen. Und: Dieser Bedarf bleibt bei vielen Betroffenen auch Monate nach Abschluss der Rehabilitation bestehen. „Deshalb sollte man unbedingt spezielle Beratungsangebote zum Wiedereinstieg wahrnehmen“, rät Dr. Antje Müller. In Form von Einzelgesprächen, Seminaren oder Vorträgen gibt es diese zum Bespiel bei den Beratungsstellen der Landeskrebsgesellschaften, den Trägern der freien Wohlfahrtspflege, den Integrationsämtern der Kommunen, den Krankenkassen, den Reha-Beratern der Deutschen Rentenversicherung oder der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Auch das Beratungsportal „Krebs und Beruf“ der Else-Cremer-Stiftung beantwortet Fragen rund um die berufliche Wiedereingliederung und die damit verbundenen Leistungsansprüche. Wer sich bei seiner Rückkehr individuell begleiten lassen möchte, kann auf Angebote wie das von Uta-Maria Weißleder zurückgreifen.

Studie zur besseren Begleitung

Vielleicht wird künftig aber auch mehr Menschen eine intensive Begleitung offen stehen. Derzeit untersucht eine Studie, wie Betroffene mehr Unterstützung bekommen können. Mit Hilfe von CARES (Cancer rehabilitation support by cancer counseling centers) soll ein Programm mit sogenannten Berufslotsen entwickelt werden, die die Rückkehr in den Beruf im Rahmen in der ambulanten Krebsberatung begleiten. „Unser Projekt soll dazu beitragen, die Rate an Krebspatienten zu erhöhen, die nach ihrer Krebsdiagnose ihren Wünschen entsprechend zurück in die Erwerbstätigkeit finden oder es schaffen, im Beruf zu bleiben“, erklärt Prof. Dr. Nicole Ernstmann vom Universitätsklinikum Bonn. Die von der Deutschen Rentenversicherung finanzierte Studie ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung (CHSR) der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft durchgeführt. Darüber hinaus beteiligt sind Experten der Bundesarbeitsgemeinschaft für ambulante psychosoziale Krebsberatung e.V. (BAK), der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG), der Arbeitsgemeinschaft für Soziale Arbeit in der Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft (ASO) sowie Patientenvertreter des Vereins „Leben nach Krebs! e.V. Interessenvertretung und Selbsthilfe von Krebsüberlebenden im erwerbsfähigen Alter“.

Was wollen die anderen?

Neben Informationen und der – zugegebenermaßen schwierigen – realistischen Einschätzung der eigenen Belastbarkeit, ist es Uta-Maria Weißleder zufolge hilfreich, die Erwartungen des Umfelds zu erfragen und diese mit den eigenen abzugleichen. Dadurch lassen sich möglicherweise Gestaltungsmöglichkeiten identifizieren, die den Wiedereinstieg erleichtern. „Was das im Einzelfall sein kann, ist vielfältig und hängt davon ab, wo man im Rückkehrprozess steht. Vielleicht lässt sich durch eine (befristete) Teilzeitregelung oder auch mit Hilfe von Resturlaubsansprüchen ein passendes Arbeitszeitmodell abstimmen, das wichtige Regenerationsphasen ermöglicht. Auch ein anderer Aufgabenbereich oder -zuschnitt kann entlasten, vielleicht aber auch die Arbeit im Homeoffice – oder gerade in Präsenz. Auch wenn sich diese Maßnahmen jederzeit thematisieren lassen, ist der Raum dafür in erster Linie das Betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM.“ Zu diesem – für Arbeitnehmer freiwilligen – Angebot sind Arbeitgeber gemäß § 167 Abs. 2 SGB IX gesetzlich verpflichtet, wenn ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum krank war. „Es macht auf jeden Fall Sinn, frühzeitig – bestenfalls einige Wochen vor der geplanten Rückkehr – Kontakt zum Arbeitgeber aufzunehmen und diesen Rahmen zu nutzen, um gut und abgestimmt in den Wiedereingliederungsprozess starten zu können “, so Uta-Maria Weißleder.

»Wieder in die Selbstführung zu gehen ist für viele Patienten ein großer Schritt.«

Oft genutzt: Das Hamburger Modell

Geht es dann konkret darum, sich wieder an den Arbeitsplatz zu begeben, wird dieser Schritt in der Regel nach dem sogenannten Hamburger Modell vollzogen, einem freiwilligen Plan, der die Belastung stufenweise wieder erhöht. Am Anfang der Rückkehr steht dabei das Gespräch mit dem Arzt, der einschätzen muss, ob und wie der Betroffene wieder belastet werden kann. Was hier nicht fehlen sollte: Eigene Vorstellungen in die Formulierung des Plans einbringen. Schließlich kennt man die betrieblichen Abläufe. Auf dieser Grundlage erstellt der Arzt dann einen Wiedereingliederungsplan, der den Beginn und das Ende der Eingliederung sowie die tägliche Stundenzahl oder Belastung und deren Steigerung festlegt. Auch die Tätigkeiten beziehungsweise, das, was der Betroffene (noch) nicht machen darf, werden aufgelistet. Gut zu wissen: Der Stufenplan ist nicht in Stein gemeißelt. Er kann jederzeit an die Gegebenheiten angepasst werden. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch mit den beteiligten Parteien, also dem Arzt, dem Arbeitgeber und dem Betroffenen. Da man während der Rückkehrphase noch arbeitsunfähig ist, ruhen die Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Auch erhält man keine Gehalt, sondern weiterhin Krankengeld, also 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent vom Nettogehalt. Dieser Verdienstausfall sollte aber nicht dazu animieren, schneller wieder mehr zu arbeiten. Eine voreilige Rückkehr zu voller Arbeitszeit kann nicht nur den Genesungserfolg gefährden. „Es gibt keine wirkliche zweite Chance auf einen gelungenen Wiedereinstieg“, fügt Uta-Maria Weißleder an: „Diejenigen, die im ersten Anlauf eine frustrierende Erfahrung gemacht haben, müssen im zweiten Versuch deutlich mehr Hürden überwinden – vor allem auch die eigenen Erfahrungen.“

Eine weitere Möglichkeit, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen, sind Anpassungen des Arbeitsplatzes, vor allem, wenn der vorherige Arbeitsplatz mit den gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr vereinbar ist. So können der Aufgabenbereich oder die Arbeitszeiten verändert oder spezielle Hilfsmittel angeschafft werden. „Da eine solche Hilfestellung von vielen Faktoren abhängt, muss immer individuell geschaut werden, was im Einzelfall sinnvoll ist“, sagt Dr. Antje Müller. Hier macht unter Umständen auch die Einbeziehung eines Arbeitsmediziners Sinn.

Übrigens: Finanzielle Unterstützung für eine solche Umgestaltung kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer beantragt werden. Arbeitnehmer haben zusätzlich auch die Möglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. „Dieser bringt im Arbeitsleben einige Vorteile – oder wie es korrekt heißen muss – Nachteilsausgleiche mit sich“, erklärt Dr. Antje Müller. Dazu gehört zum Beispiel ein verbesserter Kündigungsschutz oder mehr Urlaubstage.

Die lieben Kollegen …

Sind diese Rahmenbedingungen abgesteckt, kommt es für einen guten Wiedereinstieg nicht zuletzt auch auf den Umgang mit den Kollegen an. „Unbefangen wieder mit anderen in Kontakt zu treten, erscheint Rückkehrern oft undenkbar. Und den Kollegen geht es oft nicht anders“, weiß Uta-Maria Weißleder. „Aus deren Perspektive ist jemand plötzlich und für lange Zeit verschwunden, vielleicht gab es dazu auch keine weiteren Informationen. So etwas lässt die Wenigsten unberührt, viele machen sich Gedanken.“ Ihr Tipp, wieder in Kontakt zu kommen lautet: Der Rückkehrende sollte Orientierung bieten. Dieser Weg kann ganz unterschiedlich ausfallen und beginnt mit der eigenen Positionierung: Möchte ich über meine Erkrankung sprechen? Oder lieber nicht? Damit ist eine klare Grenze gezogen, die andere beachten können. Ebenso gut kann ich dazu einladen, Fragen zu stellen und mir im Vorfeld überlegen, wo meine persönlichen Grenzen in der Antwort liegen. „Gute Erfahrungen machen die meisten damit, aktiv zu werden und die Kommunikationsgrenzen zu benennen, anstatt alles auf sich zukommen zu lassen und mit der Befangenheit und Unbedarftheit des Umfeldes konfrontiert zu werden“, fasst Uta-Maria Weißleder zusammen.

… und man selbst

Dass es für das Umfeld und die Kollegen schwierig ist, den Rückkehrer und seine Belastbarkeit einzuschätzen, hat auch JaNi erfahren müssen: „Auch bei mir was nicht alles positiv. Meine Kollegen zum Beispiel. Einige sind sehr neidisch und eifersüchtig, dass ich diesen Arbeitsplatz bekommen habe, denn rein äußerlich sehe ich ja wieder ganz gesund aus. Aber vielleicht muss ich mir da einfach ein dickeres Fell zulegen.“

Ein dickeres Fell beziehungsweise das Erkennen und Stärken der eigenen Ressourcen ist auch für Uta-Maria Weißleder ein entscheidender Schlüssel, um im Job wieder dauerhaft Fuß zu fassen. „Wer gerade eine strapazierende Behandlungsphase durchgestanden hat, dem fällt es häufig schwer, diese Phase als eine Zeit zu sehen, in der man Ressourcen nicht nur verbraucht, sondern auch neu ausgebildet hat“, erklärt sie. So gäbe es in den Coachings oft ein AHA-Erlebnis, wenn man gemeinsam herausarbeitet, wie sich die persönliche Kommunikation, der Umgang mit herausfordernden Situationen, die Selbstorganisation, Selbstfürsorge oder auch der Aufbau von Beziehungen verändert hat. „Diese Entwicklungen mögen mit dem Rücken zur Wand stehend geschehen und auch schmerzhaft gewesen sein, es sind schließlich Erfahrungen außerhalb der Komfortzone.“ Im Rückblick ist diese Erfahrungen für viele Betroffene eine Phase der Selbstentwicklung, durch die man zwar nie freiwillig gegangen wäre, die aber viele wertvolle Selbsterkenntnisse und ein Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten, Ressourcen und Bedürfnisse mit sich gebracht hat. „Wenn es gelingt, einen solchen Blick auf die eigenen Erfahrungen einzunehmen, lassen sich durchaus Schätze bergen“, so Uta-Maria Weißleder. Sie zutage zu fördern, dazu können auch eine psychoonkologische Begleitung oder der Austausch mit anderen in der Selbsthilfe beitragen, ergänzt Dr. Antje Müller.

Wege zurück in den Job gibt es also viele. Wichtig ist, sich selbst richtig einzuschätzen, sich über seine Möglichkeiten zu informieren und auf verständnisvolle Ansprechpartner zu treffen.

Dr. Antje Müller ist Diplom-Psychologin und
Psychoonkologin. Bei der Bremer Krebsgesellschaft
ist sie in der psychosozialen Beratung tätig.
E-Mail: mueller@bremerkrebsgesellschaft.de

Uta-Maria Weißleder ist reTÖRN to work Coach
und Prozessbegleiterin. Die Anwältin für und
Gesundheitswissenschaftlerin berät Menschen nach
existenziellen gesundheitlichen Krisen auf ihrem
reTÖRN to work sowie Unternehmen dabei, diesen
Prozess nachhaltig zu gestalten.
Mehr unter www.utamaria-weissleder.de

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