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SABSC 2022: Neues zu Brustkrebs

Redaktion Mamma Mia!

© iStock / anusorn nakdee
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Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium – dem weltweit größten Kongress für Brustkrebs – gab es eine eine Menge interessanter Studien, Daten und Diskussionen zum frühen und metastasierten Brustkrebs.

Eva Schumacher-Wulf, Chefredakteurin von Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin, war live vor Ort in Texas und  hat gemeinsam mit renommierten Experten eine Auswahl an interessanten Studien zusammengestellt. Sie diskutiert die Ergebnisse und ihre Relevmaz für den Behandlungsalltag mit

  • Prof. Dr. Marc Thill vom AGAPLESION MARCUS KRANEKNHAUS in Frankfurt am Main (Thema Früher Brustkrebs)
  • Prof. Dr. Andreas Schneeweiss Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (Thema: Metastasierter Brustkrebs)
  • Prof. Dr. Michael Untsch vom Helios Klinikum Berlin Buch (Thema Lokale Therapieoptionen)

Früher Brustkrebs

Eva Schumacher-Wulf und Prof. Dr. Marc Thill besprechen drei Studien, die sich um die Risikoabschätzung drehen. Soll eine Therapie überhaupt durchgeführt werden, kann sie unterbrochen werden? In die Betrachtung fließen verschiedene Studien ein, in denen Genexpressionstests untersucht wurden. Und wie ist es mit einer Unterbrechung der Anti-Hormontherapie, um schwanger zu werden?

Darüber hinaus wird eine Studie vorgestellt, die sich mit der neoadjuvanten Therapie, also der Behandlung vor der Operation, beschäftigt. Hier wurden verschiedene Behandlungskonzepte für verschiedene Patientengruppen untersucht. Wer profitiert von welchem Medikament?

Weitere Studien, die den Behandlungsalltag hierzulande in Zukunft verändern können, zeigen den Nutzen von Wirkstoffen wie dem CDK4/6-Hemmer Abemaciclib in Kombination mit einer Anti-Hormontherapie. Und wie geht man hier  mit den Nebenwirkungen wie Durchfall oder einer Reduzierung der roten Blutkörperchen um?

Ein weiteres Thema sind die Brustkrebs-Vorstufen Duktales Carcinoma in situ (DCIS) und Lobuläres Carcinoma in situ (LCIS). Welchen Einfluss hat hier eine niedrigdosierte Behandlung mit Tamoxifen?

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Metastasierter Brustkrebs

Einige wirklich interessante Daten zum metastasierten Brustkrebs diskutieren Prof. Dr. Andreas Schneeweiss und Eva Schumacher-Wulf.

Eine Studie beschäftigt sich mit der Wirkung des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Trastuzumab-Deruxtecan bei aktiven, asymptomatischen Hirnmetastasen. Unter welchen Voraussetzungen wirkt die Therapie und wie verhält es sich mit der Bestrahlung?

Weitere vorgestellte Studien zu Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) beschäftigen sich mit der Wirkung bei HER2-positiven metastasierten Patientinnen, die unter anderem auch schon mit Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) vorbehandelt waren, sowie dem Vergleich der beiden Antikörper-Wirkstoff-Konjugate von T-DM1 und (T-DXd) in Bezug auf das Gesamtüberleben. Kann eine metastasierte Erkrankung in Zukunft vielleicht geheilt werden? Oder sprechen wir eher von einer Langzeitkontrolle? Auf jeden Fall machen die vorgestellten Daten viel Hoffnung.

Beim Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs stehen bereits viele Therapieoptionen zur Verfügung. Wie aber wirkt sich der neue orale selektive Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) Elacestrant im Vergleich zur Standard-Antihormontherapie aus? Wann kommt diese neue Therapie in Frage? Und wie ist um die Patientensicht bei der Anwendung bestellt? Ein weiterer oraler SERD ist der noch nicht zugelassene Wirkstoff Camizestrant. In einer Phase II-Studie wurde nun versucht, die optimale Dosis zu ermitteln. Aber wie geht es jetzt weiter?

Eine neue Substanz ist der Wirkstoff Capivasertib, ein AKT-Inhibitor, der bei Patientinnen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs, getestet wurde. Stellt dieser noch nicht zugelassene Wirkstoff eine neue Therapieoption dar und wie verhält es sich mit den Nebenwirkungen?

Eine Post-Zulassungsstudie hat sich mit der Dosierung von Ribociclib beschäftigt. Vor dem Hintergrund von Nebenwirkungen wie Neutropenie und einer Verlängerung der QTC-Zeit im EKG sollte herausgefunden werden, ob eine anfängliche Reduzierung der Dosis auch eine Reduzierung der Nebenwirkungen mit sich bringt – und wie es um die Wirksamkeit der Therapie bestellt ist.

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Lokale Therapieotionen

Bestrahlung bei Brustkrebs

Weniger ist mindestens genauso viel, wenn nicht sogar mehr: Wenn es um das Thema Bestrahlung bei Brustkrebs geht, rückt die sogenannte De-Eskalation immer mehr in den Fokus der Betrachtung.

So hat eine schwedische Studie – die POLAR-Studie – untersucht, ob man anhand bestimmter genetischer Marker feststellen kann, welche Patientinnen von einer Strahlentherapie profitieren und welche nicht.

Auch die Hypofraktionierung wurde noch einmal unter die Lupe genommen: Sind zwei Wochen Bestrahlung genauso wirksam wie drei Wochen Bestrahlung – bei ungefähr gleicher Strahlendosis.

Auch diskutiert wird die Methode, wie ein Implantat bei der Rekonstruktion der Brust eingesetzt werden soll – vor oder hinter dem Brustmuskel? Welche Methode ist sicherer und für die Patientin weniger belastend? Und wie verhält es sich mit der Bestrahlung bei einem Implantat?

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Operation bei Brustkrebs

Wie hoch ist das Risiko einer Brustkrebspatientin, auf der anderen Seite einen Brustkrebs zu bekommen, wenn eine vererbte Mutation in einem der Brustkrebsgene vorliegt? Dies wurde in einer groß angelegten Studie untersucht. Und welche Konsequenzen hat das Wissen um ein möglicherweise erhöhtes Risiko für die Entscheidung der Frauen?

Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob es bei bis zu drei Tumorherden in der Brust nötig ist, eine Mastektomie durchzuführen. Ist eine brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung vielleicht genauso sicher?

Auch im Bereich der Operation spielt die De-Eskalation eine zunehmend wichtige Rolle. Wie wirkt sich zum Beispiel eine weniger radikale Entfernung von Lymphknoten in der Achsel aus? Das haben verschiedene Studien untersucht.

Immer wieder diskutiert wird zudem die Sicherheit einer Mastektomie und einem direkten Wiederbau nach einer neoadjuvanten Therapie. Eine Studie hat sich diesem Thema gewidmet und die Risiken wie Wundheilungsstörungen oder Rezidive unter die Lupe genommen.

Wenn bei der Erstdiagnose im Rahmen des Stagings Metastasen entdeckt werden – muss ich den Tumor in der Brust dann überhaupt noch operieren lassen? Diese Frage stellen sich viele Patientinnen. Eine Studie findet wissenschaftliche Antworten. Letztendlich muss die Frau hier aber ihre Entscheidung treffen.

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Die Kongressberichterstattung vom San Antonio Breast Cancer Symposium (SABSC 2022), die im Rahmen von Mamma Mia! und patients today stattfindet, wird durch die freundliche Unterstützung von Daiichi-Sankyo, Exact Sciences und Roche Pharma ermöglicht.