Mamma Mia › Nachgefragt › BRCA1-Mutation und Brustkrebs: Soll ich meiner Tochter davon erzählen?
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Liebe Doris, ich bin 47 Jahre alt und habe seit nunmehr fünf Jahren die Diagnose Brustkrebs mit Knochenmetastasen. Bei mir wurde die BRCA2-Mutation festgestellt. Meine beiden Töchter sind noch minderjährig. In ein paar Jahren stehen wir vor der gleichen Thematik. Wir gehen mit meiner Diagnose und der Therapie sehr offen um. Für Kinder – egal wie alt sie sind – ist es enorm wichtig, dass sie einbezogen werden und offen und ehrlich informiert werden. Ich verstehe Dich sehr gut, wie schwer es ist, den Kindern „schlechte“ Nachrichten zu übermitteln. Aber tatsächlich ist es so, dass Kinder mehr mitbekommen als man selbst denkt, und bei meinen Töchtern war es auch so, dass sie Fragen hatten und zuerst völlig falsche Gedanken hatten, die wir gemeinsam ausloten konnten. Aufgrund meiner Diagnose haben sich weitere Verwandte testen lassen und es gibt zwei weitere Fälle der Genmutation ohne aktuelle Krebsdiagnose. Meine Cousinen werden jetzt engmaschiger und genauer untersucht – was in unserem Alter noch nicht angedacht wäre. Hätte ich diese Möglichkeit gehabt, wer weiß wie die Situation für mich dann ausschauen würde. Früh erkannter Brustkrebs ist doch mittlerweile gut „heilbar“, diese Chance habe ich nicht mehr bekommen. Dem Kinderwunsch Deiner Tochter spricht doch nichts entgegen, vielleicht würde dieser nur etwas beschleunigt. Bitte sprich unbedingt bald mit Deiner Tochter, das rettet ihr Leben!
Viele Grüße K.
Ich kann die Gefühle von Doris sehr gut nachvollziehen und rate ihr unbedingt ihrer Tochter davon zu berichten. Ich selbst habe zwei Töchter und bin auch BRCA-2 positiv, meine Kinder haben dann auch sehr zeitnah die Genanalyse erhalten und leider sind beide positiv. Mir hat diese Information den Boden unter den Füßen weggezogen aber meine Töchter werden sehr engmaschig untersucht wie Ultraschall und Brust-MRT. Meine Mädels sind 24 und 31 Jahre alt und ich hoffe so sehr, dass sie gesund bleiben! Bei mir ist der Krebs leider metastasiert und seit einem Jahr lebe ich nun mit der Information, dass ich Palliativ bin. Vorsorge ist so unsagbar wichtig und dass erhält die Tochter von Doris. Ich wünsche ihr alles Liebe A.
Ich habe eine Mutation auf dem BRCA2-Gen. Frühes Wissen hätte mir so viel gebracht – vor allem bessere Vorsorge. Angst ist schlimm, aber Nicht-Wissen ist kein Schutz. V.
BRCA2 – geerbt von meiner Mutter. Ob sie bei ihrer Erkrankung getestet wurde weiß ich nicht. Hatte ich es gewusst, wär mir viel erspart geblieben. Bekam einen Triple negativen BK. Da es mir nicht bekannt war, gab es auch keine intensivierte Vorsorge. Meinem Sohn habe ich es selbstverständlich gesagt. Er hat sich testen lassen, als Kinderwunsch entstand. Zum Glück hat er die Mutation nicht. S.
Unbedingt mitteilen – es hat mir auch weh getan, es meinen Kindern mitzuteilen – ist aber extrem wichtig. M.
Bitte sag es ihr! So kann sie sich testen lassen und, falls sie das Gen geerbt hat, mit der intensiven Vorsorge beginnen! Ich habe selbst BRCA2, von meiner Mutter geerbt, wir wussten es bis zu meiner BK-Diagnose nicht…meine Kinder, 19 und 16, werden sich in ein paar Jahren auch testen lassen! K.
Alles Gute für dich zuerst einmal. Ich schließe mich den Meinungen an: unbedingt erzählen! Erstens weil eine ‚Geheimhaltung‘ der Krankheit nur zusätzlichen Druck und Unsicherheit für alle bringt und zweitens ganz unbedingt für ihre Vorsorge! Geht zusammen in ein Zentrum für erbliche Tumorerkrankungen und lasst euch zusammen in Ruhe beraten. Sie entscheidet selbst für ihr Leben – aber sie muss von dir die Chance erhalten das auch selbst entscheiden zu können (Selbst BRCA2, vererbt durch meine Großmutter und Mutter).
Auf jeden Fall sagen! Entscheiden muss dann die Tochter, wie es weitergeht! Natürlich hätten wir das alle liebend gern nicht weitervererbt, keine Frage! Wissen ist Macht und das ist wichtig. C.
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 02/2026
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