Antwort
Liebe Olivia,
Sie sprechen eine aktuelle Fragestellung aus der klinischen Wissenschaft an. Hierzu gibt es Daten, dass eine Nachbeobachtung auch ohne Bestrahlung durchgeführt werden kann. Allerdings ist dies in erster Linie ein Angebot an Patientinnen, die aus medizinischen Gründen nicht bestrahlt werden können oder auch schon älter sind.
Sie müssen wissen, dass die Lokalrezidivrate ohne Bestrahlung deutlich höher ist und auch intensive Kontrollen durchgeführt werden müssen, sprich Mammographien in halbjährlichen Abständen. Somit wäre die Strahlenbelastung ebenfalls sehr hoch.
Die Strahlentherapie als solche stellt eigentlich keine besonders hohe Belastung dar, neue strahlentherapeutische Konzepte wie die Teilbrustbestrahlung oder gar eine Fast-Forward-Bestrahlung können hier vielleicht eine Lösung sein.
Ich denke, man kann in der Tumorkonferenz einen Kompromiss finden – mit einer weniger intensiven Strahlentherapie, die vielleicht nur einen Teil der Brust einschließt.
Prof. Dr. Christian Schem ist Partner und Leitender Arzt im Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem. Zu seinen besonderen Interessen und Fähigkeiten gehören die Gynäkologische Onkologie und Onkoplastische Chirurgie sowie die Systemtherapie des frühen und metastasierten Mammakarzinoms.
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 03/2025
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