Nach Eierstockkrebs-OP: Chemotherapie trotz MS?

Liebes Expertenteam, nach der Eierstockkrebs-OP, die gut verlaufen ist, steht jetzt die Chemotherapie an. Es ist aber so, dass ich vor rund drei Jahren die Diagnose Multiple Sklerose erhalten habe. Jetzt würde ich gerne wissen, wie es sich mit einer Chemotherapie bei MS-Patienten verhält. Haben Sie da Erfahrung? Muss ich etwas besonders beachten? Carola P.

Antwort

Prof. Dr. Joachim Rom: Liebe Carola, es freut mich, dass Sie die Operation gut überstanden haben. Zu diesen beiden Fragen gibt es keine großen Studien. Aber es gibt Fallberichte, dass sich die MS unter einer Chemotherapie etwas besserte. Dies kann durch die Unterdrückung des Immunsystems während der Therapie erklärt werden. Zu bedenken ist allerdings, dass eine Therapie mit einem G-CSF-Stimulanz (diese werden manchmal während einer Chemotherapie benötigt, um das Immunsystem zu stärken) zu MS-Schüben führen kann. Auch hierzu gibt es nur Fallberichte, daher kann ich zu den Häufigkeiten leider nichts sagen. Ich hoffe, dass die Chemotherapie gut verläuft, kein G-CSF benötigt wird und die MS stabil bleibt oder sich sogar etwas bessert.

Expertendialog mit Prof. Dr. Joachim Rom

Prof. Dr. Joachim Rom ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Varisano Klinikums Frankfurt Höchst. Als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie ist er unter anderem als Leiter klinischer Studien und als Gutachter tätig. Darüber hinaus ist er Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), der Nord-Ostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Quelle: Mamma Mia! Das Eierstockkrebsmagazin 04/2024