Mamma Mia › Nachgefragt › Chemo & PARP-Erhaltung bei Eierstockkrebs: Nebenwirkungen
Antwort
Prof. Dr. Joachim Rom: Liebe Anna, ich kann Sie sehr gut verstehen. Die Chemotherapie ist nicht einfach zu verkraften. Bitte reden Sie mit ihren behandelnden Ärzten über die Nebenwirkungen der Therapie. Vermutlich muss man die Begleitmedikation oder vielleicht sogar die Chemotherapie-Gabe verändern. Hier gibt es zum Beispiel die Möglichkeit einen Teil der Therapie oder die gesamte Therapie wöchentlich zu geben oder die Dosis etwas zu reduzieren. Häufig ist es so, dass die akuten Beschwerden etwas besser werden, aber natürlich werden sicher auch Nebenwirkungen etwas stärker werden.
Nach der Chemotherapie folgt ja noch die Therapie mit dem PARP-Inhibitor. Diese Therapie ist sehr gut und hat große Erfolge gebracht, aber natürlich auch wieder mit Nebenwirkungen. Das Nebenwirkungsprofil der PARP-Inhibitoren ist nicht so ausgeprägt wie das der Chemotherapie. Zu den Nebenwirkungen zählen Veränderungen des Blutbildes, Übelkeit und Müdigkeit.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie sich motivieren, einmal am Tag an der frischen Luft spazieren zu gehen. Hier ist auch die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe sinnvoll. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Durchhaltevermögen bei der Therapie und natürlich, dass die Nebenwirkungen besser werden.
Prof. Dr. Joachim Rom ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Varisano Klinikums Frankfurt Höchst. Als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie ist er unter anderem als Leiter klinischer Studien und als Gutachter tätig. Darüber hinaus ist er Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), der Nord-Ostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Quelle: Mamma Mia! Das Eierstockkrebs 04/2024
Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Informationen verständlich zu vermitteln. Die Informationen können jedoch eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.




