Soll ich im neuen Job von meinem Brustkrebs erzählen?

Ihr Lieben, ich bin vor drei Jahren an Brustkrebs erkrankt, heute geht es mir mit der Anti-Hormontherapie soweit gut. Jetzt habe ich mich erfolgreich auf einen neuen Job beworben, weiß aber nicht so recht, ob ich den neuen Kolleginnen und Kollegen und vor allem auch den Vorgesetzen davon erzählen soll. Ich bin bisher eigentlich sehr offen mit der Erkrankung umgegangen, habe jetzt aber irgendwie Angst. - Eure Vanessa

Antworten

  • Ich war in der gleichen Situation und habe mich bewusst dafür entschieden, mindestens ein halbes Jahr verstreichen zu lassen, bevor ich bei der Arbeit über die Erkrankung spreche. Ich wollte erst einmal ankommen, meinen Platz finden und vermeiden, dass jemand mir einen Stempel aufdrückt. Man kommt in ein neues Umfeld und weiß nicht, welche Erfahrungen die Menschen mit Krebs gemacht haben oder welche Vorurteile sie damit verbinden. Es hat sich übrigens auch gut angefühlt, dass dieses Thema Krebs, das ja zu mir gehört, hier einfach mal eine Weile lang in den Hintergrund tritt. Wann ich dann meiner Lieblingskollegin das erste Mal davon erzählt habe, weiß ich gar nicht mehr. Möglicherweise war das dann schon nach vier Monaten, aber vor allem war es ein Zeitpunkt, zu dem es sich passend angefühlt hat. Mittlerweile, nach fünf Jahren und gut etabliert in meinem Job, gehe ich sehr offen damit um. Heide
  •  Am Ende muss man auf sein Herz hören. Ich habe gute Erfahrung damit gemacht, mit offenen Karten zu spielen. Die Vorgesetzten zu informieren, machte mir es einfacher und ich denke auch dem Umfeld. So sind Urlaubstage, Arzttermine und die eine oder andere Schwierigkeit für alle besser verständlich. Wichtig ist dass Du Dich wohl fühlst, wie auch immer Du es machst. Julia

  • Also ich wäre erst einmal zurückhaltend, da es neue Kollegen sind. Man weiß ja nicht, wie gut diese damit umgehen können, vielleicht sind sie selbst in einer schwierigen privaten Situation. Und dann ist Krebs für viele eine „Überfalldiagnose“, die erstmal Angst auslöst. Außerdem nähert man sich Fremden ja in der Regel langsam an und legt nicht gleich alles Private offen auf den Tisch. Denn Job und Kollegen sind nicht das gleiche wie Freunde oder eine Selbsthilfegruppe. Mit der Zeit wird man vertrauter und dann ergeben sich Gelegenheiten, es zu erzählen. Für die Kollegen ist es auch leichter, da sie schon eine lebendige Kollegin erlebt haben, der es gut geht, und nicht nur einen Krebsmenschen vor sich sehen. Anne
  • Ich bin gerade in exakt der Situation. Ich habe für mich beschlossen, erst einmal nichts zu sagen. Dass ich dadurch auf den zusätzlichen Urlaub durch die Schwerbehinderung verzichte, ist mir klar. Ich bin im alten Job total offen damit umgegangen, habe auch keine schlechte Erfahrung gehabt und dennoch fühle ich mich aktuell danach, die Erkrankung erst einmal für mich zu behalten. Monika

Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 01/2025

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