Print Friendly, PDF & Email

BRCA-Test – Tipps & Tricks fürs Arztgespräch

Redaktion Mamma Mia! im Auftrag von AstraZeneca und MSD Sharp & Dohme

Arztgespräch
© iStock / demaerre
Print Friendly, PDF & Email

Ein BRCA-Test kann in verschiedenen Situationen hilfreich sein, etwa für die Therapieplanung. Lesen Sie, wie Sie ein gutes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt führen und welche Fragen wichtig sein können.

Eine gute ärztliche Beratung ist essenziell bei einer Brustkrebserkrankung. Ärztinnen und Ärzte erläutern die Notwendigkeit von Untersuchungen und schlagen geeignete Krebsbehandlungen vor – je nach Stadium des Tumors sowie den besonderen Eigenschaften und der Aggressivität der Krebszellen.

Darüber hinaus ist auch von Bedeutung, ob schon mehrere Krebsfälle in der Familie aufgetreten sind, etwa Brust- und/oder Eierstockkrebs. Oftmals möchten an Brustkrebs erkrankte Menschen in diesem Fall wissen, ob sie ein familiäres Krebsrisiko in sich tragen, z.B. aufgrund einer BRCA-Mutation, also einer Veränderung in dem Brustkrebsgen BRCA1 oder BRCA2.

Aber auch für die Wahl der geeigneten Krebstherapie kann das Wissen um eine eventuell vorhandene BRCA-Mutation wichtig sein. Unter bestimmten Voraussetzungen können neuere Medikamente wie z. B. PARP-Hemmer infrage kommen. Ein BRCA-Test gibt Aufschluss darüber, ob diese Medikamente Betroffenen helfen könnten:

Gespräch zum BRCA-Test – mit wem führe ich es?
    1. Gesunde Ratsuchende können sich in einem spezialisierten Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs beraten lassen. Der Gentest wird hier nach einem ausführlichen Aufklärungs- und Beratungsgespräch sowie einer angemessenen Bedenkzeit anhand einer Blutprobe vorgenommen. Gesucht wird hier nach einer Mutation in der Keimbahn, d. h. die BRCA-Mutation wurde vererbt und ist schon von Geburt an vorhanden.
    2. Wenn Sie schon an Brustkrebs erkrankt sind, können behandelnde Ärztinnen und Ärzte einen BRCA-Test veranlassen, weil er für die anschließende Therapiewahl wichtig sein kann. In diesem Fall ist es keine Voraussetzung, dass in der Familie bereits Krebserkrankungen vorliegen. Das Gespräch findet mit Ihrem Behandlungsteam statt. Der BRCA-Test sollte bei bestehender Krebserkrankung so früh wie möglich durchgeführt werden, sodass möglichst alle Therapieoptionen in Betracht gezogen werden können.

Doch welche Fragen stellen Sie Ihren Ärztinnen und Ärzten am besten im Arztgespräch, um die wichtigsten Informationen zu erhalten? Lesen Sie einige Tipps!

Vor dem Gespräch

  • Denken Sie in Ruhe darüber nach, welche Fragen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt stellen möchten. Schreiben Sie sich diese am besten gleich auf. So ordnen Sie auch Ihre eigenen Gedanken und finden heraus, welche Aspekte Ihnen wirklich wichtig sind.
  • Sprechen und diskutieren Sie vielleicht auch mit Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Manchmal tauchen aus dem Gespräch heraus neue Fragen auf, an die Sie womöglich noch nicht gedacht haben.
  • Auch Ihre Krankengeschichte ist bei Brustkrebs wichtig. Ärztinnen und Ärzte interessieren sich z. B. dafür, ob Sie noch andere Grunderkrankungen mitbringen, ob und welche Medikamente Sie einnehmen (auch freiverkäufliche Mittel) oder welche Behandlungen Sie in der Vergangenheit durchlaufen haben.
  • Bei der Frage nach einem möglichen BRCA-Test ist zudem Ihre Familienhistorie von Bedeutung. Gibt es andere Krebserkrankungen in Ihrer Familie? Welche Krebsart ist dabei in welchem Alter und bei wem aufgetreten? Leben diese Verwandten noch? Falls nicht: In welchem Alter sind sie gestorben? Versuchen Sie, diese Informationen zu sammeln und für die ärztliche Beratung parat zu halten. Aus der Familiengeschichte können Ärztinnen und Ärzte oft schon erste Rückschlüsse ziehen.
  • Daneben spielen auch Ihre Lebensweise und -umstände eine Rolle. Überlegen Sie sich vorher Antworten auf mögliche Fragen zu Ernährung, sportlichen Aktivitäten, dem Beruf oder ihrer familiären Situation.
  • Denken Sie zudem darüber nach, welche grundsätzlichen Werte und Überzeugungen Sie bisher geleitet haben. Sie können in verschiedenen Situationen von Interesse sein, etwa bei der Entscheidung für oder gegen einen BRCA-Test oder eine bestimmte Therapie.

Im Gespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt

  • Vielleicht bitten Sie eine vertraute Person, Sie zum Gespräch zu begleiten. Sie hat meist mehr Distanz zum Geschehen und ist oft besser in der Lage, Informationen aufzunehmen, einzuordnen, sich zu merken und somit den Überblick zu behalten. Außerdem kann Ihre Begleitung nachfragen, wenn es aus deren Sicht Unklarheiten gibt und sich Notizen machen.
  • Stellen Sie alle Fragen, die Ihnen auf der Seele liegen. Es gibt keine „dummen“ Fragen, jede Frage hat ihre Berechtigung. 
  • Ärztinnen und Ärzte vermitteln meist viele Informationen. Sie müssen sich aber nicht sofort entscheiden, etwa für einen BRCA-Test oder eine vorgeschlagene Behandlung. Erbitten Sie sich Bedenkzeit und lassen Sie sich alles in Ruhe durch den Kopf gehen.
  • Fragen Sie nach, falls die Ärztin oder der Arzt medizinische Fachbegriffe verwendet hat, die Ihnen nicht geläufig sind. Lassen Sie sich alles laienverständlich erklären. Ärztinnen und Ärzte versuchen, sich auf Ihr Gegenüber einzustellen und kommunizieren entsprechend.
  • Die Ärztin oder der Arzt ist Ihre Unterstützung in einer vermutlich schwierigen Situation und möchte Ihnen helfen und zur Seite stehen. Achten Sie daher darauf, dass Sie selbst freundlich, konstruktiv und angemessen kommunizieren. Das gilt auch, wenn Sie Ärger, Wut und Trauer über Ihre Situation hegen. Teilen Sie Ihre Gefühlswelt, wenn Sie sich wohl damit fühlen. Gute Gespräche schaffen Vertrauen. Dies ist wiederum eine wichtige Basis für die kommenden Behandlungen.
  • Treffen Sie im Austausch mit der Ärztin bzw. dem Arzt am besten gemeinsame Entscheidungen („Shared Decision Making“ oder „partizipative Entscheidungsfindung“). Dies setzt eine gute Kommunikation auf Augenhöhe voraus. Sie entscheiden letztlich selbst, welche Untersuchungen und Behandlungen Sie durchführen möchten – und welche nicht.

 

Sie haben das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung, wenn Sie sich z. B. hinsichtlich der vorgeschlagenen Behandlungen unsicher sind. Viele Ärztinnen und Ärzte unterstützen Sie bei der Suche nach einer ärztlichen Spezialistin oder einem Spezialisten.

Fragen zum BRCA-Test und zu möglichen Therapien

Wenn Sie an Brustkrebs erkrankt sind und ein familiäres Krebsrisiko vermuten, könnten für das Gespräch z. B. folgende Fragen wichtig sein:

  • Was bedeutet es für mich, wenn ich einen BRCA-Test durchführen lasse?
  • Wie wird der Test durchgeführt – muss ich mich dafür einem erneuten Eingriff unterziehen?
  • Wer veranlasst den Test – muss ich mich selbst darum kümmern?
  • Wer führt den Test auf die BRCA-Mutation durch?
  • Wie lange dauert es, bis das Testergebnis vorliegt?
  • Wenn das BRCA-Testergebnis positiv ausfällt: Welche Behandlungsmöglichkeiten leiten sich daraus ab?
  • Bei einem negativen Testergebnis: Welche Therapieoptionen habe ich dann?
  • Wie wirken diese Behandlungen und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mir helfen können?
  • Welche Vorteile und Nachteile haben die Behandlungen und mit welchen Risiken sind sie verbunden?
  • Welche Nebenwirkungen haben die Behandlungen? Gibt es unterstützende Therapien bei Nebenwirkungen?
  • Gibt es Alternativen zu den genannten Krebsbehandlungen?
  • Was bedeutet es, wenn ich keine der vorgeschlagenen Therapien absolviere?
  • Wann sollte ich mich spätestens für oder gegen einen BRCA-Test und eine Behandlung entschieden haben?
  • Übernehmen die Krankenkassen in meinem Fall die Kosten für den BRCA-Test und – bei einem positiven Testergebnis – die anschließenden Behandlungskosten?

 

Diese Fragen sind nur Vorschläge, an denen Sie sich orientieren können. Überlegen Sie am besten selbst, welche offenen Punkte Sie beantwortet haben möchten. Vielleicht sprechen Sie auch mit medizinischen Fachleuten, die sich gut mit einer BRCA-Mutation auskennen. Eine gute Anlaufstelle ist das BCRA-Netzwerk (www.brca-netzwerk.de). Auch Betroffene, die in der gleichen Situation sind wie Sie selbst, können wichtige Informationen und Tipps für das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt liefern.

Deutsche Krebshilfe: Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Blaue Ratgeber, abgerufen am 01.03.2024

BRCA-Netzwerk. gemeinsamGen (2022), abgerufen am 01.03.2024

Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin – Spezial. Komme ich aus einer Krebsfamilie? 3. Aktualisierte Auflage 2019, abgerufen am 01.03.2024

DE-69059/2024

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Im Auftrag von AstraZeneca und MSD Sharp & Dohme

Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.