Onkologische Rehabilitation II

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… wenn die Regelversorgung zur Ausnahme wird
Während die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung einen klar vorgezeichneten und zudem häufig von den Krankenhaussozialdiensten angebahnten Zugang zu Reha-Maßnahmen haben, ist der Weg für Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und andere „Angehörige der berufsständischen Versorgungswerke“ schwieriger.

In Landesgesetzen unterschiedlich geregelt, führt entweder schon die Berufserlaubnis oder die Ausübung des Berufes zur Pflichtmitgliedschaft in der Berufskammer (zum Beispiel Heilberufe), oder es müssen hierfür weitere Merkmale erfüllt werden (zum Beispiel Rechtsanwältinnen oder Architektinnen). Die Mitgliedschaft in der Berufskammer löst in den meisten Bundesländern eine Pflichtmitgliedschaft im Versorgungswerk aus. Da Angestellte aufgrund ihrer Beschäftigung zugleich versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, werden sie auf Antrag von dieser Versicherungspflicht befreit (wichtige Ausnahme: Psychotherapeutinnen). Grundlage dieser Befreiung ist eine den Regelungen in der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechende Beitragsregelung und ein der gesetzlichen Rentenversicherung annähernd entsprechendes Leistungsspektrum.

Ein wesentlicher Unterschied
„Annähernd gleich“ bedeutet jedoch nicht identisch: Es werden Alters- und Berufsunfähigkeitsrenten gezahlt, die regelmäßig deutlich höher sind, als die der gesetzlichen Rentenversicherung. Es gilt ein anderer Berufsunfähigkeitsbegriff (Verweis auf andere Tätigkeiten nur innerhalb des Berufes, dafür muss die Berufsunfähigkeit vollständig entfallen sein).

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im Umgang mit Rehabilitationsmaßnahmen: Während sie in der gesetzlichen Rentenversicherung eine Regelleistung sind, die Vorrang vor einer Verrentung hat, und die – wie die onkologische Rehabilitation oder die Anschluss-Rehabilitation (AHB) – nach relativ festen Regeln gewährt wird, ist sie bei den Versorgungswerken der Ausnahmefall. Auf Antrag können bei den meisten, allerdings nicht bei allen Versorgungswerken, Zuschüsse zu einer selbst zu bezahlenden Rehabilitation als Ermessensleistung des Versorgungswerkes gewährt werden. Ein erhebliches Kostenrisiko bleibt bei den Versicherten. Voraussetzung für die Gewährung des Zuschusses ist üblicherweise außerdem, dass die Berufsfähigkeit in ihrem engen Definitionssinne gefährdet oder aufgehoben ist.

Auch müssen die Versicherten regelmäßig die Kosten einer von der Versorgungseinrichtung eventuell geforderten Begutachtung selbst tragen – oftmals ist das recht teuer! Zudem erhalten berufsständisch Versorgte kein Übergangsgeld, das gesetzlich Rentenversicherte üblicherweise erhalten, wenn durch die Rehabilitation Einkommen ausfällt.

Ein Lichtblick
Wer bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, kann unter Umständen von dort eine Rehabilitations-Maßnahme bekommen, wenn die Behandlungsmöglichkeiten der niedergelassenen Ärzte und der Krankenhäuser nicht ausreichen. Diese Leistung ist vor allem dann zu erhalten, wenn sich die Krankenkasse durch die Rehabilitation eine erhebliche Verkürzung der Krankengeldzahlung verspricht. Ansonsten verweist sie oft auf „den Rentenversicherungsträger“.

Die Verordnung erfolgt durch einen Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin oder durch einen Arzt, der eine spezielle Genehmigung für diese Verordnung besitzt. Die abschließende Entscheidung trifft die Krankenkasse, die hierfür den Medizinischen Dienst einschaltet.

Info 

Hilfe bei der Suche nach einem Rentenberater bietet der
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Ernst Heise-Luis
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