Mamma Mia › Nachgefragt › Tamoxifen nach 10 Jahren absetzen: Was kann mental und körperlich passieren?
Hallo ihr Lieben! In ein paar Monaten werde ich nach zehn Jahren die Tamoxifen-Einnahme beenden. Bei allen Nebenwirkungen, auf die ich natürlich gerne verzichte, fühlt es sich komisch an, die Tabletten wegzulassen: Mich würde interessieren, wie es Euch in dieser Situation ergangen ist – mental und körperlich. Ich werde dann 53 Jahre alt sein. Muss ich mich darauf einstellen, dass dann möglicherweise erstmal die echten Wechseljahre anstehen? Vor fünf Jahren wurde das letzte Mal mein Hormonstatus bestimmt und damals war ich noch nicht postmenopausal. Eure Heide
Antworten
- Ich habe im Dezember meine letzte Tablette nach fünf Jahren genommen. Es war ein komisches Gefühl. Einerseits erleichtert, dass es vorbei ist und die Hoffnung, dass die Dauerübelkeit und Schmerzen in den Gelenken aufhören. Andererseits aber auch eine gewisse Angst, ob mein Körper es ohne die Tabletten hinbekommt, keine Hormone mehr zu produzieren. Irgendwo war es ja auch ein Ritual, die Tablette abends zu nehmen. Was ich schwierig finde ist, dass mit Ende der Einnahme auch die dreimonatigen Kontrollen wegfallen. Ich fühle mich dadurch sehr unsicher. Alex
- Ich habe im Oktober 2023 nach fünf Jahren die letzte Tablette Tamoxifen genommen. Am Anfang hat schon etwas gefehlt, aber ich hatte ja alles mir Mögliche getan, um einen Rückfall zu verhindern. Es hätte keinen Nutzen gehabt, wenn ich die Tabletten noch länger genommen hätte. Die Hitzewallungen wurden nach dem Absetzen weniger. Ich bin jetzt 50 und in den natürlichen Wechseljahren. Jedenfalls habe ich plötzlich wieder enorme Hitzewallungen, so wie ein kleines Kernkraftwerk.
Aber ich lebe damit. Zita
- Liebe Heide, ich kann das so gut nachempfinden! Mir ging es damals genauso. Die Angst, nochmal quasi in die Pubertät zurückzukehren, aber auch diese Angst, diesen Anker Tamoxifen nach zehn Jahren loszulassen, weil ich mich dadurch dann doch noch einmal deutlich sicherer gefühlt habe, dass der Krebs von dieser kleinen täglichen Tablette einfach ferngehalten wird. Das ist jetzt fast fünf Jahre her bei mir. Ich hatte keine Pubertät, maximal ein paar Stimmungsschwankungen, die aber vielleicht mit an Umständen zusammenhingen. Zu den nochmaligen Wechseljahren kann ich leider nichts berichten. Ich bin jetzt 43 und warte, was da auf mich zukommt. Es fühlt sich aber so gut an, Tamoxifen nicht mehr zu nehmen und trotzdem weiterhin gesund zu sein. Wieder etwas normaler trotz all der Erfahrungen und Narben, die man von damals hat. Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für die kommende Zeit. Und einen Arzt, der Dich auch weiterhin bei den kleinen und großen Ängsten, die zwischendurch immer wieder durchkommen, ernst nimmt und für Dich da ist – auch außerhalb der Kontrolltermine! – Nicole
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 02/2025
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