Mamma Mia › Nachgefragt › “Kein Wunder, du hast nicht gestillt” – Schuldzuweisungen nach Brustkrebs? Betroffene kontern
Hallo! Ich habe vor drei Jahren die Diagnose bekommen und eine beidseitige Mastektomie machen lassen müssen. Die erste Reaktion einer Bekannten war: „Kein Wunder, Du hast ja auch nicht gestillt.“ Eigentlich weiß ich, dass es damit nichts zu tun hat. Aber letztens hat mir wieder jemand gesagt, dass er nicht versteht, dass ich nicht gestillt habe, wo doch meine Mutter auch Brustkrebs hatte. Das nagt an mir, obwohl ich das gar nicht will. Und das nervt mich noch mehr. Wem geht es noch so? Und was kann man solchen Menschen entgegnen? Liebe Grüße, Clarissa
Antworten
- “Ach okay, das erklärt, warum Männer es auch kriegen können! Da hilft nur Ironie! Dumme Menschen sagen leider dumme Sachen. Das Warum ist nicht wichtig, das „Jetzt leben“ ist wichtig.” – Ready_Cancer_Go
- “Wie man damit umgehen soll? „Danke für Deine aufrechte Anteilnahme. Da hat der Maurer ein Loch gelassen (Tür).“ – MoNie
- Ich habe unseren Sohn ein Jahr lang gestillt. Rund eindreiviertel Jahr nach dem Abstillen wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert. Ich habe keinerlei Vorbelastung in meiner Familie, es gab auch keine anderen Risikofaktoren. Krebs kann jeden treffen und zwar in der Regel völlig unvorbereitet. Es ist unverantwortlich, wenn Betroffenen in dieser schwierigen Situation auch noch suggeriert wird, dass sie selbst Schuld haben an ihrer Erkrankung. Ich habe mich am Anfang immer gefragt, warum gerade ich krank wurde und was ich falsch gemacht hatte. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich mit diesen Fragen in der Vergangenheit lebe und nicht weiterkomme. Seitdem stelle ich mir die Frage, was ich aus meiner Situation für die Gegenwart und Zukunft lernen kann. Heute bin ich für viele Erkenntnisse, die ich durch meine Erkrankung gewonnen habe, sehr dankbar. – Susanne
- Da fällt mir wieder einmal der schöne Spruch ein: „Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind. Das Weltall und die menschliche Dummheit.“ Wie man jemandem, der an dieser Krankheit erkrankt ist, besserwisserisch Vorwürfe machen kann, werde ich nie verstehen. Bitte lass das nicht an Dir nagen. Manchmal – so traurig das ist – zeigt sich der wahre Wert von Beziehungen erst im Ernstfall. – Lizzy
- “Gar nicht! Wofür auch? Das käme ja einer Rechtfertigung gleich. Man muss doch niemandem erklären, dass man NICHT Schuld an seiner Erkrankung ist.”- Susanne B.
- “Ich habe fünf Kinder und alle lange gestillt. Ich bin trotzdem an triple negativem Brustkrebs erkrankt. Solchen Besserwissern darf und muss man direkt sagen, wohin sie sich ihre Halbweisheiten stecken können finde ich.” Eva G.
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 01/2024
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