Ernährung bei Krebs – welche Empfehlungen zu Krebsdiäten?

S3 Leitlinie Krebsdiäten
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Eine neue S3-Leitlinie zur Ernährung in der Onkologie hat jetzt verschiedene Ernährungsweisen und Krebsdiäten bewertet – vegane und vegetarische Ernährung, ketogene Diäten, Fasten oder die Diäten nach Budwig und Breuß.

Den Körper nach einer Chemotherapie entgiften, dem Tumor bestimmte Nährstoffe entziehen und ihn „aushungern“ oder fasten und zeitweise nur wenig Nahrung zu sich nehmen – zur Ernährung bei Krebs gibt es unzählige Fragen und noch mehr unterschiedliche Ratschläge, zum Beispiel im Internet, in Büchern oder von der Familie, Freundinnen und Freunden. Manche Menschen mit einer Krebserkrankung setzen auf spezielle Krebsdiäten, ketogene (Low-Carb) Diäten, die Budwig-Diät oder die Breuß-Diät, das Fasten oder auf eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise. Sie erhoffen sich davon mehr Wohlbefinden, aber auch den Krebs zu bekämpfen, das Tumorwachstum zu bremsen oder sogar ihren Krebs zu heilen.

Die aktualisierte S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ hat jetzt verschiedene Ernährungsformen und Krebsdiäten untersucht und auf der Basis von Studienergebnissen bewertet – ein Überblick!

Kurzgefasst:
  • Vegetarische oder vegane Ernährung: Derzeit gibt es keine Empfehlung für, aber auch nicht gegen diese Ernährungsweise bei Krebs. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren möchten, und ein Ernährungskonzept dazu entwickeln.
  • Krebsdiäten: Eine eingeschränkte Aufnahme von Energie und Nährstoffen ist bei Krebs nicht ratsam.
  • Ketogene Diäten: Dabei werden Fette statt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung genutzt – dies ist nicht empfohlen.
  • Budwig-Diät: Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit von Öl und Quark (Öl-Eiweiß-Diät) bei Krebs.
  • Breuß-Diät: Für den Nutzen einer Diät, die 42 Tage nur trinken erlaubt und den Verzicht auf feste Nahrung bedeutet, gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Es besteht ein hohes Risiko für eine Mangelernährung bei Krebs.

Ist vegetarische und vegane Ernährung bei Krebs sinnvoll?

In Deutschland leben ungefähr vier Prozent der Bevölkerung vegetarisch und rund ein Prozent lebt vegan. Zu diesen Zahlen für 2025 kommt das Max Rubner-Institut (MRI) nach einer repräsentativen Umfrage in der Bevölkerung.

Vegetarische Ernährung bedeutet, dass Menschen auf tote Tiere in Form von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten verzichten. Auch Gelatine (z. B. in Gummibärchen), Lab oder Schmalz verzehren Vegetarierinnen und Vegetarier nicht. Im Vordergrund stehen pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Milch, Käse, Joghurt, Honig und Eier essen vegetarisch lebende Personen meist, auch wenn diese Produkte tierischen Ursprungs sind.

Es gibt jedoch verschiedene Unterformen der vegetarischen Ernährung, bei der nur ausgewählte tierische Produkte auf dem Speiseplan stehen. Einige Beispiele:

  • Ovo-Lacto-Vegetarier konsumieren Milch, Milchprodukte und Eier.
  • Lacto-Vegetarier essen Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark oder Kefir, aber keine Eier.
  • Pescetarier essen Fisch, aber kein Fleisch.
  • Flexitarier ernähren sich überwiegend pflanzlich, verzehren aber selten und dann sehr bewusst qualitativ hochwertige Fleisch- und Fischsorten.

 

Vegane Ernährungsweise bedeutet, dass Menschen keine toten Tiere wie Fleisch und Fisch und auch keine tierischen Produkte wie Eier, Butter oder Milchprodukte zu sich nehmen. Sie ernähren sich also rein pflanzlich.

Schon seit Längerem wird diskutiert, ob sich eine vegetarische oder vegane Ernährung positiv bei einer Krebserkrankung auswirken kann. Viele Betroffene fragen sich deshalb, ob diese Ernährungsweise während der Erkrankung und den Krebstherapien sinnvoll sein könnte. Die Expertinnen und Experten der Leitlinie haben eine qualitativ hochwertige Studie zur vegetarischen Ernährung bei Krebs identifiziert. Eingeschlossen waren 103 Frauen mit Brustkrebs, die sich einer Chemotherapie unterzogen. Es wurden zwei Gruppen untersucht:

  • Interventionsgruppe: Diese Frauen wurden regelmäßig von einer Ernährungsfachkraft beraten. Sie ernährten sich vegetarisch und pflanzenbasiert (ohne Fleisch und Fisch) sowie eiweißreich (Molkenprotein als Supplement einmal pro Tag). Die Intervention begann nach dem ersten Chemotherapiezyklus und wurde bis drei Wochen nach dem letzten Chemotherapiezyklus durchgeführt.
  • Kontrollgruppe: Diesen Frauen wurden keine bestimmten Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Die Frauen hatten einen Online-Zugang zu den aufgezeichneten Ernährungsberatungen der Interventionsgruppe. Eine Ernährungsfachkraft kam nur bei Anzeichen einer Mangelernährung ins Spiel.

 

Die Ergebnisse ließen einige positive Effekte durch den Verzicht auf Fleisch und Fisch vermuten. Im Vergleich zur Kontrollgruppe verminderte die Ernährungsumstellung während der Chemotherapie die Fatigue, den Body-Mass-Index (BMI), das Körperfett und erhöhte die Muskelmasse.

Das rät die Leitlinie zum Vegetarismus und Veganismus:
  • Es liegen noch keine ausreichenden Studiendaten vor, um zu beurteilen, ob eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise Menschen mit einer Krebserkrankung während einer Krebstherapie unterstützt.
  • Daher können die Expertinnen und Experten derzeit noch keine Empfehlung für oder gegen diese Ernährungsweise geben.

Wenn Sie sich dennoch vegetarisch oder vegan ernähren möchten, raten die Autorinnen und Autoren der Leitlinie Folgendes:

  • Achten Sie auf eine gute Planung der Ernährung, damit der Körper genügend Energie und Eiweiße erhält. Wichtig ist es, einer Mangelernährung vorzubeugen.
  • Sorgen Sie zudem für eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen (Vitamin B12, Vitamin D), Mineralien (Kalzium, Eisen, Zink, Iod) und Omega-3-Fettsäuren.
  • Am besten lassen Sie sich von einer Ernährungsfachkraft zu Ihrer Ernährungsweise beraten.

Warum Krebsdiäten bei Tumorerkrankungen nicht empfohlen sind

Krebsdiäten schränken die Energie- und Nährstoffaufnahme ein und sind meist sehr einseitig. Sie bergen deshalb das Risiko einer Mangelernährung und des Gewichtsverlustes. Im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung existieren zahlreiche Empfehlungen zu strikten Diätvorschriften. Oft wird dabei in Aussicht gestellt, dass eine Veränderung der Ernährungsweise die Wirksamkeit der Tumortherapie verbessern oder zur Heilung der Erkrankung beitragen könne. Diese Versprechen sind jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Manche Betroffene probieren Krebsdiäten aus, weil sie diese eigenständig im Alltag anwenden und umsetzen können. Sie wünschen sich, aktiv und selbstbestimmt zu handeln und die Krebserkrankung ein Stück weit selbst zu „managen“. Strikte Diäten können aber auch den Alltag belasten, weil die Einhaltung dieser strengen Vorschriften zusätzlichen Stress verursachen und Ängste vor der Nahrungsaufnahme schüren kann. Dadurch können die Lebensqualität und das Wohlbefinden spürbar beeinträchtigt werden.

Bei Menschen mit einer Krebserkrankung verändert sich oft der Stoffwechsel und der Energie- und Nährstoffbedarf ist erhöht. Ein Grund ist, dass Krebszellen viel Energie für ihr Wachstum brauchen. Daher ist auch der Gedanke naheliegend, dem Tumor den „Treibstoff“ zu entziehen und ihn „auszuhungern“.

Der Körper benötigt aber ausreichend Energie und Nährstoffe für seinen Stoffwechsel, um die Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und eine Mangelernährung zu verhindern. Empfohlen ist deshalb eine ausgewogene und an die individuelle Situation angepasst Ernährung, um den Körper während der Krebstherapien zu unterstützen und eine möglichst gute Lebensqualität sicherzustellen.

Das rät die Leitlinie zu Krebsdiäten:
  • Diäten, welche die Aufnahme von Energie oder bestimmten Makro- und Mikronährstoffen einschränken, können schädlich sein.
  • Menschen mit einer Krebserkrankung sollten Krebsdiäten vermeiden.

Hilft das Fasten bei Krebs?

Fasten bedeutet, dass ein Mensch für eine bestimmte Zeitspanne nur sehr wenig Nahrung und Kalorien zu sich nimmt. Trinken ist jedoch erlaubt und lebenswichtig. Es gibt viele verschiedene Formen des Fastens. Die Leitlinie definiert Fasten als starke Kalorienrestriktion, bei der ein Mensch pro Tag höchstens 400 Kilokalorien (kcal) aufnimmt.

Die Autorinnen und Autoren der Leitlinie führten eine systematische Literaturrecherche durch und identifizierten insgesamt drei Studien für ihre Auswertung. In diesen wurden die Auswirkungen des Fastens zum Beispiel auf die Lebensqualität oder die Wirksamkeit der Tumortherapie geprüft. 

Getestet wurde die Methode „fasting-mimicking diet“. Das bedeutet: Einige Tage vor, während und nach der Chemotherapie wurde gefastet (höchstens 400 kcal pro Tag). Keine der drei Studien lieferte statistisch signifikante Unterschiede zwischen Betroffenen, die fasteten, und jenen, die dies nicht taten.

Das rät die Leitlinie zum Fasten:
  • Es liegen keine ausreichenden Daten aus randomisiert, kontrollierten Studien zur Wirksamkeit des Fastens (<400kcal/d) unter einer laufenden Tumortherapie bei Patienten mit einer Krebserkrankung vor.
  • Das Fasten soll deshalb während einer Krebstherapie nicht außerhalb von Studien empfohlen werden.

Ketogene Diäten bei Krebs – sinnvoll oder riskant?

Ketogene Diäten sind eine strenge Form von Low-Carb-Diäten (engl. low carb = wenig Kohlenhydrate). Sie sind extrem arm an Kohlenhydraten (≤ 20 Gramm pro Tag), dafür aber reich an Fetten und Eiweißen. Es  gibt verschiedene Varianten davon. Ziel ist es, dass der Stoffwechsel Fette statt Kohlenhydrate (Traubenzucker = Glukose) zur Energiegewinnung nutzt. Als Energiequelle dienen dann sogenannte Ketonkörper, die in der Leber aus Fettreserven und Nahrungsfetten hergestellt werden. Dieser Stoffwechselzustand, dass der Körper vor allem Fette statt Kohlenhydrate nutzt, heißt Ketose.

Bei ketogenen Diäten werden Nahrungsmittel wie Brot, Reis, Nudeln, Getreide oder stärkehaltige Gemüsesorten wie Kartoffeln oder Süßkartoffeln radikal reduziert. Dagegen stehen zum Beispiel diese Lebensmittel in größeren Mengen auf dem Speiseplan:

  • Pflanzenöl, Butter, Schmalz, Sahne
  • Fettreicher Fisch wie Hering, Lachs und Makrele
  • Fettreiches Fleisch wie Speck oder Hack
  • Fettreicher Käse wie Camembert oder Mozzarella
  • Eier
  • Gemüse wie Avocados, Salate oder Kohlsorten (z.B. Brokkoli, Blumenkohl)
  • Nüsse und Kerne, z.B. Walnüsse, Erdnüsse, Cashewnüsse (Cashewkerne), Paranüsse
  • Samen wie Leinsamen, Kürbiskerne

 

Die ketogene Diät ist umstritten, weil sie zu einem Gewichtsverlust führt und weitgehend auf Obst- und Getreideprodukte verzichtet. So besteht die Gefahr, dass der Körper einen Mangel an Nährstoffen erleidet. Ein Gewichtsverlust bei einer Krebserkrankung ist laut vieler Studien mit einer schlechteren Prognose verbunden, es sei denn, die Gewichtsabnahme wird bewusst bei stark übergewichtigen Patienten als Ziel gesetzt und überwacht.

Forschende haben untersucht, ob eine ketogene Diät womöglich das Tumorwachstum beeinflussen kann. Sie überprüften unter anderem, ob durch die verringerte Aufnahme von kohlenhydratreichen Lebensmitteln weniger Glukose als „Treibstoff“ für das Krebswachstum zur Verfügung steht als es durch eine kohlenhydratreiche Ernährung der Fall wäre.

Die Leitlinie wertete drei Studien zu ketogenen Diäten bei verschiedenen Krebserkrankungen aus: zur Lebensqualität bei Eierstock– und Gebärmutterkrebs, zur Entwicklung des PSA-Wertes bei Männern mit Prostatakrebs und zum Gesamtüberleben von Frauen mit Brustkrebs.

Das rät die Leitlinie zu ketogenen Diäten:

Eine ketogene Ernährung soll nicht empfohlen werden:

  • bei normalgewichtigen und untergewichtigen Menschen mit Krebs. In Studien kam es zu einem Gewichtsverlust, der den Kriterien einer Mangelernährung entspricht.
  • wenn das Ziel die Verbesserung der Lebensqualität bei Eierstock- und Gebärmutterkrebs ist.
  • für Männer mit Prostatakrebs, um das Fortschreiten des Tumors aufzuhalten.
  • für Frauen mit Brustkrebs mit dem Ziel, das Überleben zu verlängern.

Budwig-Diät bei Krebs – was sagt die Leitlinie?

Die Diät nach Budwig wurde in den 50er-Jahren von der deutschen Biochemikerin Dr. Johanna Budwig entwickelt. Sie wird als potenzielle Therapiemethode bei Krebserkrankungen beworben. Die Budwig-Diät stellt den Verzehr von Lebensmitteln wie Leinöl und Quark in den Mittelpunkt (daher auch Öl-Eiweiß-Diät) und kombiniert sie mit einer Ernährungsweise, die reich an frischem Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist. Vermeiden sollen Menschen dagegen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Butter, Zucker und konservierte Nahrungsmittel.

Die Budwig-Diät geht von der Theorie aus, dass die schwefelhaltigen Aminosäuren aus dem Quark und die ungesättigten Fettsäuren aus dem Leinöl synergistisch wirken, also sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollen laut Budwig einen krebshemmenden Effekt haben. So soll diese Öl-Eiweiß-Diät Krebszellen absterben lassen und das normale Zellwachstum sowie die normalen Funktionen geschädigter Zellen wiederherstellen.

Die Wirksamkeit der Diät nach Budwig in der Krebsprävention und Krebstherapie ließ sich bisher in keinen klinischen Studien nachweisen. Vielmehr ist die Nahrungsaufnahme durch die entsprechenden Diätvorschriften stark eingeschränkt. Die Empfehlungen zur Ernährung sind im Alltag schwer umsetzbar. Auch eine drohende oder schon vorhandene Mangelernährung kann sich verstärken.

Das rät die Leitlinie zur Diät nach Budwig:
  • Es konnten keine wissenschaftlichen Untersuchungen gefunden werden, die belegen, dass die Diät nach Budwig das Wachstum oder die Metastasierung eines Tumors bei Menschen mit Krebs verhindern oder aufhalten kann. Es gibt auch keine Nachweise, dass sich die Wirksamkeit oder Verträglichkeit der Therapie verbesserte.
  • Die Diät nach Budwig wird Menschen mit einer Krebserkrankung nicht empfohlen.

Breuß-Diät bei Krebs – was ist wissenschaftlich belegt?

Die Breuß-Diät geht auf den österreichischen Elektrotechniker und Heilpraktiker Rudolf Breuß zurück. Sie heißt auch noch Breuß-Kur oder Krebskur total. Bei einer Breuß-Diät konsumieren Menschen 42 Tage lang ausschließlich rohe, nicht erhitzte Gemüsesäfte und Tees. Sie vermeiden feste Nahrungsmittel, vor allem solche, die Zucker und Eiweiße enthalten.

Die Breuß-Diät basiert auf der Annahme, dass Tumorzellen nur von fester Nahrung leben. Durch den Verzicht auf feste Nahrung und bestimmte Nahrungsbestandteile könne diese Diät den Tumor „aushungern“ und das Wachstum von Tumorzellen hemmen.

Die Wirksamkeit der Diät nach Breuß in der Krebsprävention und -therapie ließ sich bisher in keinen klinischen Studien nachweisen. Die Breuß-Diät schränkt die Auswahl an Lebensmitteln stark ein. Dadurch lässt sich der Nährstoff- und Flüssigkeitsbedarf des Körpers nicht ausreichend decken. Es besteht ein hohes Risiko, eine drohende oder schon vorhandene Mangelernährung zu verstärken.

Das rät die Leitlinie zur Breuß-Diät:
  • Es konnten keine wissenschaftlichen Untersuchungen gefunden werden, die belegen, dass die Diät nach Breuß das Wachstum oder die Metastasierung eines Tumors bei Menschen mit Krebs verhindern oder zurückdrängen kann. Es gibt auch keine Nachweise, dass sich die Wirksamkeit oder Verträglichkeit der Therapie verbesserte.
  • Die Diät nach Breuß wird Menschen mit einer Krebserkrankung nicht empfohlen.

Fazit: Zur Ernährung bei Krebs gibt es viele Mythen und Tipps. Meist fehlt der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien. Krebsdiäten mit starker Einschränkung von Energie oder Nährstoffen sind bei Krebs in der Regel nicht sinnvoll und können schaden.

Lassen Sie sich daher ausführlich zur Ernährung oder einer Ernährungsumstellung beraten und eine Ernährungsweise empfehlen, die zu Ihrer persönlichen Situation passt. Sie sollten sich möglichst gesund, ausgewogen und vielfältig ernähren und auf Krebsdiäten und radikale Kuren verzichten. Es gilt, Ihren Körper mit wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu versorgen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Außerdem sollte das Essen Freude machen und zu Ihrem Wohlbefinden beitragen.

FAQs: Ernährung bei Krebs

Die Ernährung bei Krebs sollte gesund, ausgewogen, vielseitig und vollwertig sein. Essen Sie zum Beispiel regelmäßig Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte und mehr Fisch als Fleisch. Verzehren Sie außerdem regelmäßig Nüsse und Kerne, trinken Sie genügend und verzichten Sie am besten auf Soft- und Energydrinks sowie alkoholische Getränke. Hören Sie in sich hinein und essen Sie das, worauf Sie gerade Lust haben. Auch Süßes ist nicht verboten, aber in Maßen konsumieren. Außerdem: Genießen Sie Ihre Mahlzeiten, am besten in netter Gesellschaft. 

Krebsdiäten sind nicht sinnvoll und empfehlenswert. Zu diesem Schluss kommt eine neue Leitlinie zur klinischen Ernährung in der Onkologie. Krebsdiäten bedeuten meist eine Einschränkung oder einen Verzicht auf Energie und Nährstoffe. Sie bergen das Risiko der Mangelernährung. Bei Krebs sind Krebsdiäten daher nicht ratsam. 

Eine ketogene Diät kann nicht gegen Krebs helfen. Sie basiert auf der Annahme, dass eine eingeschränkte Aufnahme von Kohlenhydraten bösartigen Tumoren die Nahrung oder den „Treibstoff“ für ihr Wachstum entziehen kann. Der Körper nutzt dann Fette statt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung. Wissenschaftliche Belege dafür für die Wirksamkeit und den Nutzen einer ketogenen Diät gibt es nicht. Sie ist nur bei stark übergewichtigen Menschen mit einer Krebserkrankung eine Möglichkeit zur Gewichtsreduktion – dann aber unter ärztliche Überwachung und Kontrolle.

Während einer Chemotherapie zu fasten, ist  nicht außerhalb von klinischen Studien empfohlen. Es gibt vorsichtige Hinweise darauf, dass sich das Kurzzeitfasten begleitend zu einer Chemotherapie womöglich positiv auswirken kann. Beispiele: Nebenwirkungen wie die Fatigue oder Magen-Darm-Probleme könnten sich vermindern. Allerdings steht der wissenschaftliche Nachweis noch aus. Fasten Sie daher auf keinen Fall auf eigene Faust, wenn Sie eine Chemotherapie durchlaufen.

Eine vegane Ernährung bei Krebs ist prinzipiell erlaubt. Gleiches gilt für die vegetarische Ernährung. Die S3-Leitlinie zur klinischen Ernährung in der Onkologie gibt jedoch weder eine Empfehlung dafür noch dagegen ab.  Allerdings sollten Sie sich ausführlich zu dieser Ernährungsweise beraten und sich einen Ernährungsplan erstellen lassen. Es gilt, den Körper bei einer Krebserkrankung mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu versorgen und keine Mangelernährung hervorzurufen.

Die Budwig-Diät und die Breuß-Diät sind problematisch, weil sie die Nahrungsaufnahme einschränken und einen Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel bedeuten. Sie sind oft sehr einseitig. Zudem steht der wissenschaftliche Nachweis aus, dass die Diäten nach Budwig und Breuß bei Krebs helfen und Vorteile bringen können.

  1. S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie, Stand: Januar 2026, abgerufen am 1.3.2026
  2. Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Komplementarmethoden, Ernährung bei Krebs, abgerufen am 1.3.2026
  3. Max Rubner-Institut (MRI), Aktuelles, Nationales Ernährungmonitoring Nemo, abgerufen am 2.3.2026
  4. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Ernährung bei Krebs, Krebsdiäten, abgerufen am 2.3.2026
  5. Uniklinik Ulm, Informationsbroschüre zu Krebsdiäten, abgerufen am 2.3.2026

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