Fitness zu Hause: Training vor dem Bildschirm

Redaktion Mamma Mia!

Fitness zuhause
© iStock / Paperkites

Wer zu Hause sportlich aktiv werden möchte, findet heute zahlreiche Möglichkeiten: von kostenlosen Fitnessvideos und Yoga über Online-Fitnessstudios und Fitness-Apps bis hin zu Exergaming, ein computerbasiertes Training. Manche  Bewegungs- und Trainingsangebote richten sich speziell an Menschen mit einer Krebserkrankung. Wir zeigen, welche Bewegungsmöglichkeiten es für zu Hause gibt und worauf Sie beim Training in Ihren vier Wänden achten sollten.

Sportverein und Fitnessstudio sind nicht für jeden Menschen mit Krebs eine geeignete Lösung. Manchmal kann die Mobilität bei einer Krebserkrankung eingeschränkt sein oder der Weg dorthin ist zu weit. Wenn Sie trotzdem körperlich aktiv bleiben möchten, können Sie auch zu Hause trainieren. Es gibt viele verschiedene Trainingsformen, zum Beispiel das Core-Training für den Rumpf, Ganzkörper-Work-outs, Tanzen, Rückenfitness oder Yoga. Gerade Einsteigerinnen und Einsteiger können dabei mit kurzen und einfachen Einheiten beginnen.

Welche Möglichkeiten gibt es für Fitness zu Hause?

Für das Training zu Hause eignen sich unter anderem Fitnesssendungen im Fernsehen, kostenlose Workout-Videos auf YouTube, spezielle Online-Trainingsangebote für Menschen mit Krebs, kostenpflichtige Online-Fitnessstudios, Fitness-Apps und sogenannte Exergames für Spielekonsolen oder VR-Brillen. Welche Trainingsform für Sie geeignet ist, hängt von Ihren persönlichen Voraussetzungen, Ihrem  Fitnesslevel und Ihrem Trainingsziel ab.

Fitness im Fernsehen: Tele-Gym

Der Klassiker unter den Mitmach-Bewegungsangeboten ist vermutlich die Sendung „Tele-Gym“. Deren erste Folge wurde am 6. April 1991 im gemeinsamen Vormittagsprogramm von ARD und ZDF ausgestrahlt. Am 2. November 1991 flimmerte „Tele-Gym“ dann erstmals im BR Fernsehen über den Bildschirm. Tele-Gym läuft weiterhin regelmäßig im BR Fernsehen. Die aktuellen Sendetermine sowie zahlreiche Folgen zum Abruf finden Sie auf der Tele-Gym-Seite des BR.

Der Vorläufer von „Tele-Gym“ war übrigens die Sendung „Tele-Ski“ von 1977. Als dann 1989 Aerobic modern wurde, engagierten die Macher die zweimalige deutsche Aerobic-Meisterin Christiane Reiter für „Tele-Gym“.

Heute führen verschiedene Moderatorinnen und Moderatoren durch die Trainingseinheiten – immer mit dem Ziel, Wege aus dem Stress und der Anspannung zu finden und Schmerzen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dabei sind die von Expertinnen und Experten entwickelten Übungen so aufgebaut, dass sie sich jederzeit in den Alltag einfügen lassen.

Gut zu wissen

Wie bei allen Sport- und Bewegungsangeboten gilt auch beim Training in Ihren vier Wänden: Wichtig ist, dass Sie sich bei den Übungen nicht überfordern, sondern immer in Ihrem persönlichen Tempo und nach Ihren individuellen Möglichkeiten trainieren. Bevor es losgeht, sollten Sie zudem mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen und sich grünes Licht für Ihr sportliches Vorhaben geben lassen.

Kostenlose Fitnessvideos auf YouTube

Workouts mit Pamela Reif, Yoga mit Mady Morrison, Gymnastik mit Gabi Fastner: Bei YouTube tummeln sich unzählige Fitness-Influencerinnen und -Influencer. Allein schon den passenden Kanal sowie Trainerinnen oder Trainer zu finden, die einem sympathisch sind, kann bei der Flut an Videos zu einer sportlichen Herausforderung werden. Sie können aber auch gezielt nach Angeboten wie „Bewegung bei Brustkrebs“ oder „Yoga und Brustkrebs“ suchen.

Hilfreich ist es, dass Sie alle Angebote kostenlos ausprobieren können und zeitlich dabei  unabhängig sind. Neben Interviews mit Expertinnen und Experten, Vorträgen und allgemeinen Informationen zu Bewegung bei Krebs fördert eine die Suche meist zahlreiche Videos mit praktischen Übungen zutage.

www.youtube.de

Online-Training und Bewegung bei Krebs

Kostenlose Trainingsprogramme speziell für Menschen mit Krebs, aber auch für Angehörige und Freunde, gibt es bei der Bewegungsinitiative „Outdoor Against Cancer“ (OAC). Die Trainingseinheiten sind in verschiedene Themenbereiche unterteilt, zum Beispiel in die Kräftigung, Mobilisation oder das Immunsystem. Zusätzlich ist jede Einheit mit dem SChwierigkeitsgrad „leicht“, „mittel“ oder „schwer“ gekennzeichnet. So können Sie die passenden Übungen auswählen und Ihr Training langsam aufbauen. Interviews mit Expertinnen und Experten runden das Angebot ab. Sie können die Videos auch downloaden und dann zum Beispiel draußen in der Natur trainieren. 

Mehr Infos auf der Website von OAC.

Online-Fitnessstudios für das Training zu Hause

Online-Fitnessstudios sind zwar nicht kostenlos und wurden auch nicht gezielt für Menschen mit einer Krebserkrankung entwickelt, verfügen aber über fast  alles, was das Sportler-Herz begehrt.

Ob Gymondo, Freeletics, Pur Life, Fitnessraum oder Yoga Easy: Auf dem Programm stehen zahlreiche Kurse, oft mit bekannten Fitness-Influencerinnen und -Influencern oder professionellen Trainerinnen und Trainern. Da die Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte setzen, lohnt sich ein Vergleich, welches Online-Gym am besten zu Ihnen passt.

Die meisten bieten einen kostenlosen Probezeitraum an, in dem Sie ein Gefühl dafür bekommen, ob Sie eine größere  Auswahl an Kursen brauchen oder ob Ihnen ein gezielteres Workout und Trainingspläne mehr liegen.

Einige Plattformen haben Zusatzangebote, zum Beispiel Rezepte, Ernährungstipps, Community-Netzwerke oder Live-Coachings. Diese sollen dabei helfen, dass Sie Ihre gesteckten Trainingsziele auch erreichen. Ein weiterer Pluspunkt: Viele Online-Fitnessstudios gibt es auch als App fürs Smartphone. Somit können Sie jederzeit  und an vielen Orten trainieren.

Fitness-Apps für das Smartphone

Wenn Ihnen ein kleiner Bildschirm für Ihr Sportprogramm genügt, können Sie sich in den entsprechenden App-Stores umsehen. Für das Smartphone gibt es viele speziell entwickelte Fitness-Apps. Einige Anwendungen richten sich vornehmlich an Läuferinnen und Läufer. Sie tracken unter anderem die gelaufenen Kilometer oder stellen passende Trainingspläne bereit. Daneben sind viele Apps mit Workouts erhältlich. Auch hier heißt es: Testen Sie, welche App zu Ihnen Bedürfnissen passt. Sie sollten sich mit dem Training wohlfühlen.

Manche Anwendungen sind komplett kostenlos, während andere wie zum Beispiel die App „Seven“ über In-App-Käufe erhältlich sind. Sie können dann weitere Trainingsprogramme freischalten. Bei einigen Anwendungen zahlen Sie – ähnlich wie im Fitnessstudio – eine monatliche Gebühr.

Exergaming: Fitness mit Spielekonsole und VR-Brille

Der Begriff Exergaming dürfte wohl vielen nicht geläufig sein. Er setzt sich aus den englischen Wörtern „exercise“ und „gaming“ zusammen. Gemeint ist damit, dass Sie sich vor dem Bildschirm sportlich betätigen. Zum Einsatz kommen Computerspiele, bei denen Sie  sich bewegen müssen, um Punkte zu erreichen.

Bekannt sind vor allem Spielekonsolen wie Wii, XBox oder Switch. Sie brauchen dafür in der Regel speziell konzipierte Sportspiele und bestimmte Hilfsmittel zur Steuerung, zum Beispiel Bewegungssensoren.

Auch VR-Brillen – also Virtual Reality-Brillen – sind eine Möglichkeit, die sich für mehr Bewegung nutzen lässt. Im Gegensatz zu Videoformaten im Fernsehen oder Internet macht Ihnen hier aber niemand die Übungen vor. Vielmehr tauchen Sie selbst in die Welt des Spiels ein und erlebt dort Abenteuer, radeln durch Landschaften oder sammeln Punkte auf dem Tennisplatz. Dies gelingt jedoch nur, wenn Sie sowohl körperlich aktiv sind als auch die kognitiven Anforderungen des Spiels umsetzen.

Inzwischen arbeiten auch Fachkräfte aus der Medizin und Physiotherapie vermehrt mit Exergaming. Sie versuchen zum Beispiel, chronisch kranke Menschen oder Schmerzpatientinnen und -patienten zu stabilisieren, zu mobilisieren und ihre Lebensqualität zu verbessern. Und: Forschende untersuchen weltweit in Studien, welche Spiele sich für welche Patientengruppen eignen und wie ein effektives Training vor dem Bildschirm aussehen kann.

Hinweis

Neben den ohnehin kostenlosen Angeboten gibt es bei Apps und Online-Studios in der Regel einen Probezeitraum.

Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin Ausgabe 01/2024

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