Ultraschall (Sonographie) – was ist das?

Ingrid Müller

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Ultraschall zählt zu den bildgebenden Verfahren. Lesen Sie was die Sonographie ist, wie sie funktioniert und wann sie angewendet wird. Außerdem: Die wichtigsten Infos zu Ablauf, Dauer, Vor- und Nachteilen der Methode.

Kurz erklärt
  • Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren und kommt in der Diagnostik vieler Erkrankungen zum Einsatz, auch bei Brustkrebs
  • funktioniert mit Schallwellen, die das Gewebe unterschiedlich stark reflektiert, Veränderungen sind auf dem Bildschirm sichtbar
  • Anwendungsgebiete: Erkrankungen der Brust, Gebärmutter, Eierstöcke oder inneren Organe und andere
  • Dauer und Ablauf hängen vom untersuchten Organ ab und kann wenige Minuten bis zu einer halben Stunde dauern
  • Vor- und Nachteile: keine Strahlenbelastung, nicht gesundheitsschädlich, keine Nebenwirkungen; Ultraschall-Expertise spielt eine Rolle, manche Strukturen wie Knochen nicht gut darstellbar

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist eine Untersuchungsmethode, die aus vielen Bereichen der Medizin nicht wegzudenken ist, auch nicht aus der Krebsmedizin. In der Arztpraxis ist der Ultraschall eines der am häufigsten eingesetzten bildgebenden Verfahren. Die Sonographie kann in der Diagnostik verschiedenster Erkrankungen helfen. Dabei kommen verschiedene Arten der Sonografie zum Einsatz, zum Beispiel von außen über die Haut oder von innen (Endosonographie).

Einen festen Stellenwert hat der Ultraschall bei der Diagnose von Brustkrebs (Brust-Ultraschall oder Mamma-Sonographie). Auch beim Verdacht auf Gebärmutterkrebs oder Eierstockkrebs wird die bildgebende Methode eingesetzt, dann als Ultraschall über die Scheide (transvaginaler Ultraschall, TVUS). Der transrektale Ultraschall (TRUS) über den Enddarm spielt beispielsweise eine Rolle, wenn  es Hinweise auf Prostatakrebs gibt. Als Bauchultraschall kann die Sonographie Informationen über den Zustand, die Größe und Lage von inneren Organen wie der Leber oder Nieren liefern. Es gibt also eine sehr breite Palette an Einsatzgebieten.

Meist wird die Sonographie mit weiteren bildgebenden Verfahren kombiniert, zum Beispiel mit einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie), um zusätzliche Informationen über Organe und Gewebe zu erhalten. Als alleiniges bildgebendes Verfahren zur Diagnose einer Erkrankung ist der Ultraschall meist nicht aussagekräftig genug.

Ultraschall in der Therapie
  • Ultraschall eignet sich auch zur Behandlung bestimmter Erkrankungen Therapeutischer Ultraschall ist zum Beispiel eine Behandlungsmöglichkeit bei Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates.
  • Die Schallwellen sollen die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen, Verspannungen lösen und die Heilung von Muskeln, Sehnen und Gelenken fördern.

Was ist eine Ultraschalluntersuchung?

Eine Ultraschalluntersuchung arbeitet mit hochfrequenten Schallwellen. Die mechanischen Schwingungen sind so schnell, dass sie weit über der menschlichen Hörgrenze liegen. Sie sind also weder sichtbar noch hörbar. Der Ultraschall eignet sich besonders gut, um weichere Gewebe und Strukturen wie die inneren Organe abzubilden und Auffälligkeiten aufzuspüren.

Schallwellen sind für die Gesundheit unbedenklich, ungefährlich und besitzen keine Nebenwirkungen. Sie wandern durch das Gewebe, ohne es zu schädigen. Daher lässt sich die Sonographie sogar in der Schwangerschaft anwenden.

Anders ist es zum Beispiel bei Röntgenstrahlen, die mit einer Strahlenbelastung verbunden sind, wenn auch nur mit einer sehr geringen. Röntgenstrahlung kommt zum Beispiel bei einer Mammographie oder Computertomographie zum Einsatz.  Durch Röntgenaufnahmen lassen sich Knochen, aber auch Gewebeauffälligkeiten in der Brust wie Mikrokalk gut abbilden.

Wie funktioniert Ultraschall?

Bei einer Sonographie kommen Schallwellen zum Einsatz, die Bilder von verschiedenen Organen und Geweben aus dem Körperinneren liefern. Ein Schallkopf erzeugt diese Schallwellen mit Hilfe von elektrischen Kristallen und sendet sie in den Körper. Die Schallwellen treffen auf das Gewebe, das Ärztinnen und Ärzte untersuchen möchten, und werden unterschiedlich stark zurückgeworfen (reflektiert). Dieses Echo empfängt der Schallkopf wieder. Aus der Stärke des Echos lassen sich Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Gewebes ziehen.

Für die Ultraschalluntersuchung ist ein Ultraschallgerät nötig, das optisch ungefähr wie ein Rollschrank aussieht. Über ein Kabel ist es mit dem Schallkopf verbunden, der von außen über den Körper bewegt oder ins Körperinnere eingeführt wird. Außerdem haben Ärztinnen und Ärzte eine Konsole, über die sie das Gerät bedienen können.

Im Ultraschallgerät befindet sich ein kleiner Computer, der zweidimensionale Schnittbilder errechnet. Ärztinnen und Ärzte können diese Ultraschallbilder dann auf dem Monitor sehen und auswerten. Die Aufnahmen lassen sich auch speichern oder ausdrucken.

Die Ultraschalltechnik hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Früher waren die Ultraschallbilder grob und schwarz-weiß, während die heutigen Geräte detaillierte und hochaufgelöste Bilder liefern. Es gibt inzwischen besondere Ultraschalltechniken, die auch farbige Bilder erzeugen können. Ein Beispiel ist die Doppler- oder Duplex-Sonographie, die unter anderem Informationen über die Gefäße, den Blutfluss sowie seine Richtung und Strömungsgeschwindigkeit liefern kann.

Ultraschalluntersuchung: Ablauf und Dauer

Für eine Ultraschalluntersuchung müssen Sie sich normalerweise nicht speziell vorbereiten. Sie müssen auch in der Regel nicht nüchtern erscheinen, sondern können vorher normal essen und trinken. Manchmal ist dies aber dennoch nötig, zum Beispiel bei einer Untersuchung von Organen im Bauchraum. Fragen Sie daher vorher in der Arztpraxis nach, ob Sie spezielle Maßnahmen beachten oder Vorkehrungen treffen müssen.

Der Ablauf des Ultraschalls lässt sich ungefähr so beschreiben:

  • Die Ultraschalluntersuchung findet in einem leicht abgedunkelten Raum statt, damit die Bilder auf dem Monitor gut sichtbar sind.
  • Während der Untersuchung nehmen Sie meist auf dem Rücken auf einer Liege Platz, zum Beispiel für eine Mamma-Sonographie oder Untersuchung von Bauchorganen. Die seitliche Position ist bei einem transrektalen Ultraschall nötig und bei einem transvaginalen Ultraschall nehmen Sie auf dem gynäkologischen Stuhl Platz. Ihre Position sollte möglichst bequem und entspannt sein.
  • Der Arzt oder die Ärztin trägt Gel auf die Haut des Körperbereichs auf, der untersucht werden soll, zum Beispiel auf die Brüste. Das Gel soll für einen guten Kontakt zwischen dem Schallkopf und der Haut sorgen. Die Schallwellen werden dann besser ins Körperinnere geleitet und Störungen reduziert.
  • Der Schallkopf (je nach Anwendungsgebiet kommen verschiedene Größen zum Einsatz) wird auf die zu untersuchende Körperstelle aufgesetzt oder in eine Körperöffnung eingeführt. Dann sendet er Schallwellen aus. Er lässt sich zum Beispiel auf der Haut hin und her bewegen, tiefer eindrücken oder verschieden neigen. Diese ausgesendeten Schallwellen reflektiert das Gewebe unterschiedlich stark, je nach Beschaffenheit und Struktur.
  • Der Schallkopf empfängt dieses vom Gewebe zurückgeworfene Echo wieder – er ist also zugleich Sender und Empfänger der Schallwellen.
  • Der Computer verarbeitet das Echo digital und errechnet daraus Ultraschallbilder, die anschließend auf einem Monitor sichtbar sind.

 

Die Dauer der Ultraschalluntersuchung kann verschieden lang sein. Manchmal dauert eine Sonographie nur wenige Minuten, manchmal nimmt sie mehr als eine halbe Stunde in Anspruch. Die Dauer hängt auch davon ab, welche und wie viele Organe untersucht werden.

Was sieht man auf dem Ultraschall?

Die Sonographie liefert in der Regel zweidimensionale Schnittbilder in schwarz-weiß und in Echtzeit. Die Aufnahmen zeigen die Größe, Struktur und Beschaffenheit des geschallten Organs. Auffälligkeiten und Veränderungen lassen sich so sichtbar machen. So sehen zum Beispiel Zysten im Ultraschall der Brust dunkel, rund oder oval aus. Die Ränder sind glatt und scharf begrenzt. Weil Zysten mit Flüssigkeit gefüllt sind, werfen sie kein starkes Echo zurück und erscheinen schwarz. Vom umliegenden Gewebe lassen sie sich so gut unterscheiden und abgrenzen. Allgemein lässt sich Weichteilgewebe mittels Ultraschall gut darstellen.

Dagegen sind Organe, die mit Luft oder Gasen gefüllt sind, weniger gut im Ultraschall zu beurteilen. Dazu gehören zum Beispiel die Lunge oder der Darm. Auch Organe, die durch Knochen verdeckt sind,  oder die Knochen selbst ergeben meist keine aussagekräftigen Bilder.  

Manche Ultraschalltechniken wie die Doppler- oder Duplex-Sonographie liefern farbige Bilder. Sie lassen Rückschlüsse auf die Funktion von Organen und Geweben zu, zum Beispiel der Gefäße.

Ultraschall – welcher Arzt?

In Deutschland führen nur Ärztinnen und Ärzte die Sonografie durch. Sie können Angehörige verschiedener medizinischer Fachrichtungen sein, zum Beispiel aus der Gynäkologie, Radiologie, Allgemeinmedizin oder Inneren Medizin. Es gibt eine besondere Ultraschall-Ausbildung und Ausbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte, in denen sie die Qualifikation zur Durchführung der Sonographie erwerben können.  

Etwas anderes ist es in angelsächsischen Ländern geregelt, in denen auch speziell ausgebildete medizinische Assistentinnen und Assistenten Ultraschalluntersuchungen durchführen dürfen (engl. „sonographers“).

Wann wird Ultraschall angewendet?

Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren, das sich für viele Einsatzgebiete eignet. Im Prinzip lassen sich fast alle Organe und Gewebe des Körpers mittels Sonographie untersuchen. Einige ausgewählte Beispiele:

  • Brust: Der Brust-Ultraschall (Mamma-Sonographie) besitzt einen wichtigen Stellwert in der Diagnostik von gutartigen Brusterkrankungen wie Zysten oder Fibroadenomen, aber auch bei Brustkrebs (Mammakarzinom).
  • Gebärmutter und Eierstöcke: Hier kommt der transvaginale Ultraschall (TVUS) über die Scheide zum Einsatz. Der Schallkopf wird in die Scheide eingeführt. So lassen sich Veränderungen an den inneren Geschlechtsorganen aufdecken, zum Beispiel Zysten oder Myome.
  • Herz: Die Untersuchung des Herzens heißt Herz-Ultraschall, Herz-Echo oder Echokardiographie. Die Größe, Struktur und Pumpfunktion des Herzens lassen so darstellen.
  • Organe im Bauchraum (Abdomen-Sonographie): Per Ultraschall können Ärztinnen und Ärzte die inneren Bauchorgane wie die Nieren, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder Harnblase sichtbar machen.
  • Blutgefäße: Hier kommt meist die Doppler- oder Duplex-Sonographie zum Einsatz. Die Gefäß-Sonographie zeigt zum Beispiel Ablagerungen in den Gefäßen, Engstellen oder die Fließgeschwindigkeit und Strömungsrichtung des Blutes.

Vorteile und Nachteile von Ultraschall

Die Sonographie wird heute flächendeckend in den Arztpraxen und Kliniken eingesetzt. Sie besitzt einige Vorteile:

  • Ultraschall ist ungefährlich, verursacht keine Schmerzen und ist nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden. Es kommen keine Röntgenstrahlung, kein Kontrastmittel (in der Regel) und auch keine radioaktiven Substanzen zum Einsatz. Die Methode besitzt kaum Risiken und Nebenwirkungen. Daher lässt sich die Sonographie auch bei Schwangeren oder Kindern einsetzen.
  • Die Sonographie ist jederzeit und an jedem Ort einsetzbar – die meisten Arztpraxen und Kliniken verfügen über ein Ultraschallgerät.
  • Ultraschall ist eine kostengünstige Untersuchungsmethode – im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT), die deutlich teurer ist.
  • Der Ultraschall ist vielseitig anwendbar – es gibt eine Vielzahl von Einsatzgebieten.
  • Es gibt inzwischen kleinere, tragbare Ultraschallgeräte, die sich für den mobilen Einsatz eignen, zum Beispiel für den Notarztwagen oder Alten- und Pflegeheime.
  • Größere Ultraschallgeräte eignen sich, um schwierigere Fragestellungen bei der Diagnose einer Erkrankung zu beantworten.
  • Auch therapeutische Eingriffe lassen sich unter Mithilfe (Kontrolle) des Ultraschalls durchführen und steuern. Ein Beispiel ist die Gewebeentnahme (Biopsie) beim Verdacht auf Brustkrebs. Man sagt, sie wird „ultraschallgestützt“ oder unter „Ultraschallkontrolle“ durchgeführt.


Mögliche Nachteile des Ultraschalls sind:

  • Wenn die Untersuchung länger dauert, kann sich das Gewebe erwärmen. Möglich sind thermische Schäden wie zum Beispiel Verbrennungen.
  • Die Bildqualität kann eingeschränkt sein, wenn sich zum Beispiel Luft in einem Organ befindet. Auch Knochen kann die Sonographie weniger gut darstellen.
  • Die Ergebnisse des Ultraschalls hängen bis zu einem gewissen Maß vom Können und der Erfahrung der Ärztin oder des Arztes ab.
  • Der 3D/4D Ultraschall, der auch „Babyfernsehen“ heißt, ist seit 2021 in Deutschland laut Strahlenschutzverordnung verboten. Wenn es keine medizinische Notwendigkeit gibt, soll das Ungeborene keiner unnötigen Energiebelastung ausgesetzt werden.

Ultraschall: Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und privaten Krankenversicherungen (PKV) tragen in der Regel die Kosten für den Ultraschall, wenn es eine medizinische Notwendigkeit (Indikation) für den Einsatz der Sonographie gibt.

In manchen Fällen ist der Ultraschall eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Das bedeutet, dass Sie die Kosten dafür selbst tragen müssen. Ein Beispiel ist der transvaginale Ultraschall zur Früherkennung von Eierstockkrebs, wenn keine erbliche Belastung vorliegt. Die Kosten liegen laut dem IGeL-Monitor zwischen 25 und 53 Euro. Die Organisation bewertet diese Untersuchung als „negativ“ im Hinblick auf die Früherkennung. Das bedeutet: kein ausreichender Beleg für den Nutzen, es können aber Nachteile entstehen. Auch den Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkrebs stuft das Portal als „tendenziell negativ“ ein (kein oder nur geringer Nutzen). Die Kosten werden auf 12 und 27 Euro beziffert.

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