Antwort
Dr. Daniela Rezek: Liebe Bea, unabhängig von dem Chemotherapieschema würde ich Amygdalin nicht empfehlen. Amygdalin, auch fälschlicherweise Vitamin B17 genannt, ist ein giftiger Stoff aus Bittermandeln und/oder Aprikosenkernen, der sehr umstritten ist und keinen nachweislich positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit hat. Durch das Enzym Beta-Glucosidase wird Amygdalin im Körper zu Benzaldehyd und Blausäure abgebaut. Die gefährliche Blausäure kann zu Vergiftungserscheinungen beziehungsweise Vergiftungen führen. Zudem ist dieses „Mittel“ häufig verunreinigt und schadet mehr, als dass es Ihr Immunsystem positiv unterstützt. Vitamin C 1200 brauchen Sie nicht als Pulver. Was Ihr Körper nicht braucht, scheidet er aus und dann haben Sie vor allem teuren Urin.
Zink ist ein sinnvolles Mineral. Allerdings sollte die Zufuhr auch nicht zu hoch sein, denn eine hohe Zinkzufuhr beeinträchtigt die Aufnahme von Kupfer und es kann zur Blutarmut kommen. Daher hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge für Zink abgeleitet. Diese liegt bei täglich 25 mg Zink.
Vitamin D3 ist ein Vitamin, das für die Knochengesundheit und für das Immunsystem wichtig ist. Hier sollten Sie den Spiegel bestimmen lassen. Er sollte zwischen 20-80ng/ml liegen. Tanken Sie zusätzlich ausreichend Sonne und essen Sie fetten Fisch.
Basenpulver kann Ihrem Magen guttun, wenn Sie an Sodbrennen leiden. Ob es zum Säure-Basen-Ausgleich dient, ist Glaubenssache. Ebenso verhält es sich mit dem Aloe vera-Trinkgel. Es ist bei Magen-Darm-Beschwerden und bei trockenen Schleimhäuten sinnvoll und hilft sehr gut bei Hautkrankheiten und Ekzemen. Es gibt einige Daten, die darauf hinweisen, dass es gegen Infektionen helfen kann.
Beifußtee enthält ätherische Öle, die entkrampfend und verdauungsfördernd und gegebenenfalls auch antiviral und entzündungshemmend sind. Ich würde aber eher abraten, zu viele Supplemente auf einmal zu nehmen. Sie helfen vor allem der Person, die diese verkauft. Warten Sie ab, wie Sie die Therapie vertragen und lassen Sie sich gezielt beraten.
Dr. Daniela Rezek ist Chefärztin der Klinik für Senologie/Ästhetische Chirurgie und Leiterin des zertifizierten Brust und Brustkrebszentrums im Evangelischen Krankenhaus am Gesundheits Campus Wesel. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Bereich der ästhetisch rekonstruktiven Operation sowie der medikamentösen Tumortherapie. Sie führt die Zusatzbezeichnungen „Integrative Medizin in der Onkologie“ und „Naturheilkunde“. Sie ist Vorstandsmitglied der AWOgyn sowie Auditorin der Deutschen Krebsgesellschaft und Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften.
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 01/2025
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