Ein metastasiertes Mammakarzinom bedeutet, dass sich die Tumorzellen durch Therapien meist nicht mehr vollständig aus dem Körper beseitigen lassen. Daher gilt ein metastasierter Brustkrebs in der Regel als nicht mehr heilbar. Aber er ist behandelbar! Die Therapie zielt dann nicht mehr auf die Heilung ab (kurativ), sondern Ärztinnen und Ärzte versuchen:
- das Fortschreiten des Brustkrebses zu bremsen beziehungsweise das Tumorwachstum zum Stillstand zu bringen,
- Symptome und Beschwerden zu lindern,
- die Lebenszeit zu verlängern,
- eine möglichst gute Lebensqualität zu erzielen – und zu erhalten.
Es gibt heute verschiedene Behandlungen, die einen metastasierenden Brustkrebs aufhalten können. So ist oft ein gutes Leben mit metastasiertem Brustkrebs über viele Jahre möglich. Welche Therapien zum Einsatz kommen, hängt davon ab, wohin der Brustkrebs gestreut hat. Oft bildet er Tochtergeschwulste in den Knochen, der Leber, Lunge, seltener in der Haut oder im Gehirn.
Wie lange eine Frau mit metastasierendem Brustkrebs überlebt und wie die Prognose aussieht, kann individuell sehr verschieden sein. Die genaue Lebenserwartung bei einem metastasierten Mammakarzinom lässt sich daher meist nicht vorhersagen.
Allerdings gilt für Brustkrebs wie für die meisten Krebsarten folgender Zusammenhang: Ein früher, nicht metastasierter Brustkrebs, der noch auf die Brust begrenzt ist und noch nicht gestreut hat, ist meist gut behandelbar und in vielen Fällen heilbar. Dagegen wirkt sich ein metastasierender Brustkrebs ungünstig auf das Langzeitüberleben und die Lebenserwartung aus. Bei einem metastasierten Brustkrebs im Endstadium kommen palliative Therapien zum Einsatz, welche die Beschwerden in dieser Lebensphase lindern und die Lebensqualität aufrechterhalten sollen.
Einen Einfluss auf das Überleben haben aber auch die Tumoreigenschaften, zum Beispiel der Aggressivität der Krebszellen und welche Angriffspunkte sie für Therapien bieten. So lässt sich zum Beispiel ein hormonempfindlicher metastasierter Brustkrebs mittels Antihormontherapie behandeln. Für HER2-positive Tumoren gibt es ebenfalls spezielle Medikamente als sogenannte Anti-HER2-Therapie. Ein triple-negativer Brustkrebs hat dagegen keine besonderen Andockstellen (Rezeptoren), weshalb keine dieser Therapien greifen würde. Dennoch gibt es auch hier mehrere Behandlungsmöglichkeiten.
Auch der Ort, an dem sich die Metastasen gebildet haben, sowie ihre Anzahl spielen bei der Lebenserwartung mit. Und schließlich haben auch das Alter und die allgemeine körperliche Verfassung einen Einfluss auf die Prognose.
Prognose bei Brustkrebs-Metastasen
Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt folgende Zahlen zur Häufigkeit, zur Lebenserwartung und Überlebensrate bei Brustkrebs:
- Im Jahr 2023 erkrankten 75.090 Frauen neu an Brustkrebs. Zusätzlich wird bei mehr als 6.000 Frauen pro Jahr ein in-situ-Tumor diagnostiziert (zum Beispiel DCIS).
- Fünf Jahre nach der Diagnose Mammakarzinom lebten noch 88 Prozent der Frauen.
- Nach zehn Jahren waren noch 83 Prozent der Frauen am Leben.
- 18.527 Frauen starben an ihrem Brustkrebs.
Die Deutsche Krebsgesellschaft berichtet, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei metastasiertem Brustkrebs ungefähr zwei bis vier Jahren nach dem ersten Auftreten von Metastasen liegt. Doch etwa ein Viertel der Patientinnen lebt noch nach fünf Jahren und jede zehnte Betroffene zehn Jahre oder länger.
Dank neuer Therapien könnte die Lebenserwartung bei einem metastasierten Mammakarzinom aber noch deutlich länger ausfallen. Fortschritte in der Therapie – auch bei metastasiertem Brustkrebs – haben die Überlebenschancen von Frauen mit einem Mammakarzinom in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dies führte auch zu einem Rückgang der Sterberaten. Auch das Mammographie-Screening könnte dazu beitragen, die Sterbezahlen weiter zu verringern und das Langzeitüberleben und die Überlebensrate zu verbessern.
Die Prognose für ein metastasiertes Mammakarzinom hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind zum Beispiel der Ort und das Ausmaß der Metastasen. Daneben spielen bestimmte biologische und molekulargenetische Merkmale der Krebszellen eine Rolle. Von ihrem Vorhandensein hängt es ab, ob bestimmte Medikamente in Frage kommen können. Einen Einfluss auf die Prognose können zudem das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand haben.
Die Frage, ob man mit metastasiertem Brustkrebs noch lange leben und sogar alt werden kann, lässt sich nicht allgemein beantworten. Die Prognose hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von den Eigenschaften der Krebszellen sowie vom Ort, der Größe und Anzahl der Metastasen. Einzelne Metastasen lassen sich oft gut behandeln und zurückdrängen. Ist die Metastasenlast im Körper dagegen hoch, ist die Therapie komplexer. Dank der Therapien lassen die Metastasen jedoch oft kontrollieren und dadurch Monate oder Jahre an Lebenszeit gewinnen.
Brustkrebs metastasiert oft zuerst in die Knochen, meist der Wirbelsäule. Bemerkbar machen sich Knochenmetastasen oft durch Schmerzen. Außerdem werden die Knochen porös und brechen leichter, weil Metastasen den Knochenstoffwechsel stören. Das Mammakarzinom kann aber auch in die Leber, Lunge, ins Gehirn oder in die Haut streuen.
Es gibt keine genaue Zeitspanne oder Geschwindigkeit, die sich für die Metastasierung von Brustkrebs angeben lässt. Manche Frauen haben schon bei der ersten Diagnose Brustkrebs Metastasen. Brustkrebs kann aber auch noch Jahre oder Jahrzehnte nach einer Krebsbehandlung noch streuen. Ob und wann er das tut, lässt sich nicht vorhersagen. Das Gleiche gilt für die Frage, wie schnell Metastasen bei Brustkrebs entstehen.
Die Lebenserwartung lässt sich nicht pauschal beziffern, wenn der Brustkrebs metastasiert ist. Mehrere Faktoren beeinflussen die Lebenszeit und das Überleben bei Brustkrebs-Metastasen. Viele Frauen haben aber trotz Metastasen über viele Monate oder Jahre ein gutes Leben bei einer guten Lebensqualität.
Brustkrebs ist in der Regel nicht mehr heilbar, wenn er Fernmetastasen in anderen Organen gebildet hat, zum Beispiel in den Knochen, der Leber, Lunge oder im Gehirn. Verschiedene Krebsbehandlungen können jedoch das Tumorwachstum aufhalten und die Lebenserwartung verlängern. Eine Heilung ist meist trotz der Therapien nicht mehr möglich.
- Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Stand: Juni 2021), Abgerufen am 24.1.2024
- Robert Koch-Institut (RKI), Abgerufen am 24.1.2024
- RKI, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/Krebs/BrustkrebsInzidenz/brustkrebsInzidenz_node.html? (Abruf: 30.6.2026) darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2023&geschlecht=0&standardisierung=3
- Metastasierter Brustkrebs, Patientinnenleitlinie, Abgerufen am 24.1.2024
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abgerufen am 24.1.2024
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Abgerufen am 25.1.2024
- Deutsche Krebsgesellschaft: Basis-Informationen für Patienten, Molekularbiologische Therapien und Erkrankungsverlauf, Abgerufen am 25.1.2024
- Deutsche Krebshilfe, Abgerufen am 25.1.2024
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