Antwort
Dr. Lothar Müller: Liebe Frau P., ein lobuläres Mammakarzinom wächst diffus und ist häufig nur schwer in der Mammographie oder in der MRT nachzuweisen. Die Operation hängt von der Größe des Tumors ab und ist in ihrem Ausmaß sehr unterschiedlich. Das muss mit dem Operateur detailliert besprochen werden. In der Regel ist es aber ein einfacher Eingriff.
Die Bestrahlung soll ein lokales Rezidiv verhindern und ist abhängig von der Größe des Primärtumors, seiner Ausdehnung und der Art der Operation – brusterhaltend oder Mastektomie – und auch davon, ob Lymphknoten in der Achsel mit betroffen sind. Auch dies sollten Sie im Detail und mit allen Befunden mit dem Strahlentherapeuten besprechen.
Die antihormonelle Therapie ist sehr wichtig beim lobulären Karzinom, um Spätrezidive zu verhindern. Neben den direkten Veränderungen durch den Eintritt einer künstlichen Menopause gibt es bei allen Medikamenten Nebenwirkungen, die je nach Medikamentengruppe unterschiedlich sind. Die Wirksamkeit und die Bedeutung für den Langzeitverlauf sind aber ungleich größer. Deshalb sollte die Antihormontherapie unbedingt durchgeführt werden. Die Details hängen von dem Medikament ab und müssen mit dem betreuenden Arzt besprochen werden.
Dr. Lothar Müller ist Internist und Facharzt für Hämatologie und Internistische Onkologie mit Zusatzbezeichnung Palliativmedizin in der Praxis Onkologie UnterEms in Leer – Papenburg – Emden. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit zählt die Behandlung des Mammakarzinoms. Dr. Lothar Müller ist Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, darunter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, der European Society für Medical Oncology und der American Society for Clinical Oncology.
Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 03/2024
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