Gentest bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs: Was nun?

Sehr geehrte Experten, mich treibt eine Frage um. Ich selbst bin nicht erkrankt, aber in meiner Familie gab es schon mehrere Fälle von Brust- und Eierstockkrebs. Wirklich darüber geredet wurde und wird aber nicht und einen Test auf eine Genmutation hat auch noch nie jemand gemacht., obwohl das doch eigentlich angezeigt wäre, oder? Jetzt überlege ich, ob ich mich testen lassen soll. Welche Konsequenzen hätte denn so ein Test? So ganz verstanden habe ich das leider noch nicht … - Viele Grüße, Amalie

Antwort

Prof. Dr. Joachim Rom: Sehr geehrte Amalie, das ist ein wichtiges Thema, vor allem wenn es in der Familie schon mehrere Fälle von Brust- und Eierstockkrebs gab. Ideal ist natürlich die Testung einer betroffenen Person. Sollte sich aus Ihrer Familie niemand testen lassen wollen, dann müssen Sie sich zunächst genetisch beraten lassen. Ich würde Ihnen auch empfehlen bei der Krankenkasse eine Kostenübernahme zu beantragen, da der genetische Test zwischen 3.000 und 6.000 Euro kostet. Die Kosten für eine genetische Beratung und Testung wird von der Krankenkasse bei begründetem medizinischem Verdacht übernommen. 

Der Test selbst ist ziemlich harmlos und erfolgt über eine Blutentnahme. Wäre der Test negativ, würde man mit Ihnen zumindest eine engmaschige Vorsorge besprechen. Bei einem positiven Test, also dem Nachweis einer Mutation mit erhöhtem Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs, kann eine prophylaktische Operation oder die Aufnahme in ein engmaschiges Früherkennungsprogramm erfolgen.

Eine prophylaktische Operation würde bedeuten, dass man eine Entnahme des Drüsengewebes an der Brust und die Entnahme der Eierstöcke und Eileiter besprechen muss. Natürlich ist an der Brust ein Wiederaufbau möglich.

Expertendialog mit Prof. Dr. Joachim Rom

Prof. Dr. Joachim Rom ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Varisano Klinikums Frankfurt Höchst. Als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie ist er unter anderem als Leiter klinischer Studien und als Gutachter tätig. Darüber hinaus ist er Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), der Nord-Ostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Quelle: Mamma Mia! Das Eierstockkrebs 04/2024

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