Lebermetastasen bei Brustkrebs

Redaktion Mamma Mia!

Frau hat Schmerzen im Bauchbereich
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Lebermetastasen können im Rahmen einer Brustkrebserkrankung auftreten. Lesen Sie, wie sie diagnostiziert werden und welche Behandlungen möglich sind. 

Brustkrebs kann Metastasen in der Leber bilden. Die Krebszellen haben sich dann aus dem ursprünglichen Tumor in der Brust gelöst und sind – meist über die Blutbahn – zur Leber gelangt. Dort siedeln sie sich an und bilden Lebermetastasen. Sie heißen in der Fachsprache auch „hepatische Metastasen“. Zu unterscheiden sind Lebermetastasen von einem Leberkrebs, der sich direkt aus Lebergewebe entwickelt. Beide Erkrankungen sind nicht gleichzusetzen.

Symptome bei Lebermetastasen

Lebermetastasen verursachen anfangs meist keine Symptome und werden daher oft erst spät bemerkt. Mit der Zeit schränken sie aber die Funktion der Leber ein – dieses Organ gilt als wichtigstes „Entgiftungsorgan“. Die Leber baut zum Beispiel Stoffwechselprodukte und Fremdstoffe wie Gifte oder Medikamente ab. 

Mögliche Symptome, die auf Metastasen in der Leber hindeuten können, sind:

  • Druckgefühl oder Völlegefühl
  • Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Allgemeine Symptome wie körperliche Schwäche, geringe Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust.
 
Suchen Sie bei diesen und anderen Symptomen, die Sie beunruhigen, immer zeitnah Ihre Arztpraxis aus und lassen Sie die Beschwerden abklären. 

Diagnose: Lebermetastasen

Lebermetastasen diagnostizieren Ärztinnen und Ärzte oft bei Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Nachsorge. Meist macht ein Ultraschall (Sonographie) der Leber die Metastasen sichtbar. Auch die Größe und Anzahl der Metastasen lassen sich im Ultraschall meist gut bestimmen. Außerdem lassen sich Metastasen in der Leber auch von gutartigen Veränderungen unterscheiden, zum Beispiel von einer Leberzyste.  

Manchmal kommen in der Diagnostik noch weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz, zum Beispiel: 

  • Computertomographie (CT) – die Methode arbeitet mit Röntgenstrahlen 
  • Magnetresonanztomographie (MRT oder Kernspintomographie) – eine Untersuchung mit Hilfe von starken Magnetfeldern 
  • Manchmal PET-CT – eine Kombination aus Positronenemissionstomographie und CT. Injiziert wird ein schwach radioaktives Mittel, das sich in besonders stoffwechselaktiven Geweben anreichert. 

 

Wenn Ärztinnen und Ärzte Lebermetastasen gefunden haben, folgt meist eine Gewebeentnahme aus den verdächtigen Bereichen der Leber (Leber-Biopsie). Im Labor untersuchen Pathologinnen und Pathologen dann die Gewebeprobe unter dem Mikroskop. So lassen sich die Eigenschaften und besonderen Merkmale von Krebszellen aufdecken, zum Beispiel der Hormonrezeptorstatus. Krebszellen wachsen und teilen sich oft unter dem Einfluss von Hormonen (Östrogene und/oder Progesteron). Dies kann man sich für die Therapie zunutze machen – in Form einer Antihormontherapie 

Behandlungen bei Lebermetastasen

Für Lebermetastasen gibt es lokale (örtlich wirkende, zum Beispiel Operation) oder systemische (im gesamten Körper wirkende) Behandlungen (zum Beispiel Antihormontherapie). Diese sind wichtige Bausteine jeder Krebsbehandlung, auch bei Metastasen in der Leber. Im Nachfolgenden finden Sie die wichtigsten Behandlungen im Überblick! 

Operation

Lebermetastasen lassen sich manchmal unter bestimmten Voraussetzungen operieren. Ziel ist es, sie mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffs zu beseitigen. Eine OP der Metastasen ist möglich, wenn: 

  • der Brustkrebs nicht zusätzlich in andere Organe und Gewebe gestreut hat (zum Beispiel Lunge, Gehirn, Knochen). Dort dürfen keine weiteren Metastasen nachweisbar sein. 
  • in der Brust kein Rückfall (Rezidiv) nachweisbar und auch kein weiterer Krebs vorhanden ist.  
  • sich die Metastasen nur in einem Leberlappen gebildet haben. 

 

Günstig für die Operation ist es laut Patientinnenleitlinie, wenn der Brustkrebs hormonempfindlich ist, die bisher eingesetzten Krebsmedikamente gut gewirkt haben und die Erstbehandlung beim Auftreten der Lebermetastasen seit mehr als einem Jahr abgeschlossen ist. 

Weitere Therapien bei Lebermetastasen

Bei Metastasen in der Leber können auch folgende Behandlungen einsetzbar sein: 

  • Stereotaktische Bestrahlung (Radiochirurgie) – eine Variante der Bestrahlung von außen über die Haut. Dabei wird eine sehr hohe Strahlendosis gezielt auf den Tumor gerichtet. Die Krebszellen sollen dadurch absterben und benachbartes gesundes Gewebe soll bestmöglich geschont werden.  
  • Transarterielle Chemoembolisation (TACE): Patientinnen erhalten einerseits Substanzen, welche die Blutgefäße, die den Tumor mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, verschließen. Außerdem wird eine hohe Dosis eines Zytostatikums (Chemotherapeutikums) über die Leberarterie direkt zu den Krebszellen gebracht. Ist die Blutzufuhr abgeschnitten und wirkt gleichzeitig ein „Zellgift“ ein, sollten die Lebermetastasen absterben.  
  • Transarterielle Chemoperfusion (TACP) – dabei werden Medikamente über einen Katheter im Blutgefäß gezielt zum Tumor geleitet. Die Chemotherapie wirkt dann in einer hohen Konzentration direkt auf den Tumor ein. 
  • Selektive interne Radiotherapie (SIRT) – eine Strahlentherapie von innen, bei der radioaktive Kügelchen in die versorgenden Blutgefäße der Lebermetastasen eingebracht werden. Die Strahlen wirken auf kurze Distanz und lassen die Krebszellen absterben. 
  • Laserinduzierte Thermotherapie (LITT): Das Gewebe wird mit Hilfe eines Lasers abgetragen, der Hitze erzeugt.  
  • Mikrowellenablation (MWA): Hier gehen Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe von elektromagnetischen Schwingungen gegen die Lebermetastasen vor. 
  • Radiofrequenzablation (RFA): Zum Einsatz kommen eine Sonde und große Hitze, welche die Krebszellen zerstört. Das Gewebe wird abgetragen (Ablation).  

 

Welche dieser Methoden zum Einsatz kommt, hängt immer vom individuellen Fall ab. Das Tumorboard, das sich aus Fachleuten mehrerer medizinischer Fachrichtungen (zum Beispiel Gynäkologie, Onkologie) zusammensetzt, überlegt immer für jede Frau mit Lebermetastasen eine passsende Therapie. 

Im Anschluss an den jeweiligen Eingriff sollte immer eine systemische Therapie mit Krebsmedikamenten erfolgen, etwa eine Antihormontherapie, Chemotherapie oder Behandlung mit zielgerichteten Medikamenten („targeted therapy“).

FAQs: Lebermetastasen

Lebermetastasen können nach Brustkrebs und nach einer zunächst erfolgreichen Krebsbehandlung wie einer Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung entstehen – oft sogar noch viele Jahre später. Wenn sich Lebermetastasen gebildet haben, ist meist keine Heilung möglich. Allerdings können verschiedenen Behandlungen das Wachstum der Metastasen aufhalten oder sie wieder verkleinern.  Allgemein gilt eine metastasierte Krebserkrankung wie Brustkrebs derzeit als nicht mehr heilbar.

Ja, Brustkrebs kann Metastasen in der Leber bilden, aber auch in den Knochen, der Lunge und seltener im Gehirn oder der Haut. Vom Ursprungsort – der Brust – können sich Krebszellen aus dem Tumor lösen und über die Blut- und Lymphbahnen weiter entfernte Organe erreichen. Dazu gehört auch die Leber. Dort siedeln sie sich an und bilden Tochtergeschwülste.

Zunächst verursachen Lebermetastasen meist keine Schmerzen. Manche verspüren ein Druck- oder Völlegefühl und Schmerzen im rechten Oberbauch. Diese sind meist auf das Wachstum und die Ausbreitung der Metastasen in der Leber zurückzuführen.

Die Lebenserwartung bei Brustkrebs mit Lebermetastasen lässt sich nicht allgemein beziffern. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der ursprünglichen Krebsart, der Größe und Anzahl der Metastasen und der Aggressivität der Tumorzellen. Verschiedene Krebsbehandlungen können Metastasen eine gewisse Zeit in Schach halten. Wie lange man mit Lebermetastasen leben kann, ist individuell unterschiedlich. Die Lebenserwartung kann mehrere Monate betragen, aber auch länger. Ohne Behandlung der Lebermetastasen fällt die Lebenszeit in der Regel kürzer aus.

Am häufigsten bei Brustkrebs sind Metastasen in den Knochen, aber bei ungefähr zehn Prozent der Betroffenen entwickeln sich Lebermetastasen. Tochtergeschwülste in der Leber lassen sich meist im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung aufspüren.

Lebermetastasen sind dank verbesserter Therapiemöglichkeiten heute kein direktes Todesurteil mehr. Es gibt verschiedene Behandlungen, welche die Metastasen über Wochen und Monate in Schach halten können. Die Prognose hängt vom ursprünglichen Tumor sowie der Anzahl und Größe der Metastasen ab. Allerdings können Lebermetastasen mit der Zeit die Funktion der Leber beeinträchtigen und einige Folgen nach sich ziehen.

Ja, prinzipiell können sich Lebermetastasen durch eine Chemotherapie verkleinern oder sogar vollständig verschwinden. Dies lässt sich mit bildgebenden Verfahren wie dem Ultraschall oder einer Computertomographie überprüfen. Es gibt noch weitere Behandlungen bei Metastasen in der Leber, zum Beispiel eine Operation oder die Radiochirurgie, eine sehr präzise Bestrahlungsmethode.

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Allerdings können Metastasen die Funktion der Leber trotz Krebsbehandlungen immer weiter einschränken. Am Ende kann ein Leberversagen – und somit der Tod stehen. Daher versuchen Ärztinnen und Ärzte, die Metastasen in der Leber so gut und lange wie möglich in Schach zu halten.

Ob Sie mit Lebermetastasen alt werden können, hängt von einigen Faktoren ab. Eine Rolle spielen zum Beispiel Ihr derzeitiges Lebensalter und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand. Manche bringen neben ihrer metastasierten Krebserkrankung noch weitere Grunderkrankungen mit, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Möglich ist es jedoch, das Wachstum der Lebermetastasen mit ausreichenden Therapien zu bremsen und das Überleben und die Lebenszeit zu verlängern.

Wie man sich fühlt, wenn man Lungenmetastasen hat, ist individuell und lässt sich nicht für alle Menschen sagen. Viele erleben Husten, Atemnot, ein Engegefühl und Schmerzen in der Brust.  Manche fühlen sich schwach und wenig leistungsfähig.

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