Magnetresonanz-tomographie (MRT) – was ist das?

Redaktion Mamma Mia!

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Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnostik vieler Krankheiten, auch von Krebserkrankungen wie Brustkrebs. Sie kann Weichteilgewebe besonders gut darstellen und ist schmerzfrei. Lesen Sie, wie die MRT funktioniert, abläuft und welche Vor- und Nachteile sie hat.

Die Magnetresonanztomographie (MRT oder MRI für engl. Magnetic Resonance Imaging) ist ein bildgebendes Verfahren, das einen festen Platz in der Diagnostik verschiedenster Krankheiten hat. Auch bei Krebserkrankungen wie Brustkrebs (Mamma-MRT), Gebärmutterkrebs oder Eierstockkrebs kommt sie zum Einsatz. Die MRT kann krankhafte Veränderungen und Auffälligkeiten von Geweben und Organen aufspüren. Am besten eignet sie sich, um Weichgewebe darzustellen. Ärztinnen und Ärzte können zum Beispiel erkennen, wo sich ein Tumor genau befindet, wie groß er ist und wie weit er sich schon ausgebreitet hat. Ein anderer Name für die Magnetresonanztomographie ist Kernspintomographie.

Kurzgefasst:
  • Eine MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Magnetfeldern und Radiowellen arbeitet.
  • Sie kann Organe und Gewebe detailreich darstellen, besonders Weichteile.
  • Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert meist 20 bis 30 Minuten und kommt je nach Fragestellung mit oder ohne Kontrastmittel zum Einsatz.

Was ist eine Magnetresonanztomographie?

Bei einer MRT erzeugen Radiologinnen und Radiologen hochaufgelöste, detaillierte Schnittbilder von Organen und Geweben. Der Körper wird sozusagen „in Scheibchen“ zerlegt. Diese Bilder können sie auf einem Monitor ansehen und auswerten.

Besonders gut lässt sich Weichteilgewebe mittels MRT darstellen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Muskeln
  • Sehnen und Bänder
  • innere Organe
  • das Gehirn und Rückenmark
  • Brustgewebe

 

Je mehr Wasser ein Organ oder Gewebe enthält, desto besser sind Veränderungen auf den MRT-Bildern erkennbar. Weniger gut darstellbar sind harte Strukturen wie die Knochen, die nur wenig Wasser enthalten. Einen Knochenbruch würde man in der MRT daher nicht so gut beurteilen können. Hier liefert oft die Computertomographie (CT), die mit Röntgenstrahlen arbeitet, genauere Ergebnisse.

Wie funktioniert eine MRT?

Die MRT arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit starken Magnetfeldern und Radiowellen. Deshalb gehört sie zu den bildgebenden Verfahren, die ohne Strahlenbelastung auskommen. Bei manchen Untersuchungen und Fragestellungen kommt zusätzlich ein Kontrastmittel zum Einsatz, das sich in besonders stoffwechselaktivem Gewebe anreichert. Dazu gehört zum Beispiel Krebsgewebe.

Für die MRT ist ein spezielles Gerät mit einer Röhre und einem großen, starken Magneten notwendig. Für die Untersuchung nehmen Sie in der (engen) Röhre Platz. Manche Menschen haben jedoch Platzangst. Daher gibt es inzwischen auch offene MRT-Geräte, die statt der engen Röhre dicke Platten besitzen.

Vereinfacht gesagt nutzt die MRT eine besondere Eigenschaft des menschlichen Körpers: Er besteht zu einem großen Teil aus Wasser. In den Wassermolekülen befinden sich Wasserstoffatome, deren Atomkerne auf Magnetfelder reagieren. Im MRT-Gerät wird ein starkes Magnetfeld erzeugt, das dafür sorgt, dass sich diese Wasserstoffkerne im Körper in eine bestimmte Richtung ausrichten. 

Anschließend sendet das Gerät Radiowellen aus. Diese bringen die ausgerichteten Wasserstoffkerne kurzzeitig aus ihrer Position. Sobald die Radiowellen wieder abgeschaltet werden, kehren die Kerne in ihre ursprüngliche Ausrichtung zurück. Dabei geben sie Energie in Form von Signalen ab, die spezielle Empfänger im MRT-Gerät messen. Wie stark diese Signale ausfallen (wie schnell die Wasserstoffkerne in ihre ursprüngliche Richtung zurückkehren), hängt von der Art des Gewebes und der Dichte der Wasserstoffkerne ab.

Besonders wichtig ist: Unterschiedliche Gewebe verhalten sich im Magnetfeld unterschiedlich. Sie enthalten verschieden viel Wasser und geben die Signale unterschiedlich schnell oder stark ab. Genau dadurch kann die MRT verschiedene Gewebearten voneinander unterscheiden. Auf den Bildern entstehen hellere und dunklere Bereiche, je nach Protonendichte, die Rückschlüsse auf gesundes oder verändertes Gewebe zulassen.

Schon gewusst?
  • Die MRT kann auch therapeutische Eingriffe unterstützen, zum Beispiel eine Gewebeentnahme (Biopsie) bei einem Krebsverdacht. Man sagt, der Eingriff erfolgt MRT-gestützt.
  • Ärztinnen und Ärzte nutzen die MRT in diesem Fall, um den Eingriff bildlich zu steuern und zu kontrollieren.

MRT mit Kontrastmittel

Manchmal injizieren Radiologinnen und Radiologen während der MRT-Untersuchung zusätzlich ein Kontrastmittel über die Vene. Meist kommt ein Kontrastmittel mit Gadolinium zum Einsatz. Dadurch sind verschiedene Strukturen und Veränderungen im KörperKrebsgewebe, noch besser erkennbar. Erkranktes Gewebe, zum Beispiel durch bösartige Tumoren in der Brust, verhält sich gegenüber einem Kontrastmittel oft anders als gesundes Gewebe. Aus der Stärke und Geschwindigkeit der Anreicherung des Kontrastmittels lassen sich Rückschlüsse auf die Art des Gewebes ziehen.

Vor der MRT mit einem Kontrastmittel wird die Nierenfunktion überprüft, indem der Kreatininwert im Labor bestimmt wird. Funktionieren die Nieren gut, wird auch das Kontrastmittel wieder gut aus dem Körper ausgeschieden.

Die MRT mit einem Kontrastmittel kommt unter anderem beim Verdacht auf Krebsarten wie Brustkrebs zum Einsatz. Bösartige Tumoren der Brust nehmen das Kontrastmittel meist schnel­ler und in­ten­si­ver auf als nor­ma­les Drü­sen­ge­we­be und gut­ar­ti­ge Brustver­än­de­run­gen.

Wann wird die MRT angewendet?

Die MRT besitzt zahlreiche Einsatz- und Anwendungsgebiete. Besonders gut lassen sich mit diesem Verfahren Weichteilstrukturen darstellen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Verschiedene Organe und Gewebe wie die Brust (Mamma-MRT), Prostata, Leber oder Nieren – um zum Beispiel Entzündungen oder Tumore abzuklären.
  • Herz und Blutgefäße – um Entzündungen aufzuspüren, die Durchblutung in den Gefäßen zu messen oder die Funktion von Herzklappen zu beurteilen.
  • Muskeln, Sehnen, Bänder – zum Beispiel zur Diagnostik von Sportverletzungen wie Bänderrissen, Meniskusschäden, Muskelverletzungen oder Knorpelveränderungen
  • Gehirn und Rückenmark, zum Beispiel zur Diagnostik von Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Entzündungen oder Tumoren
  • Wirbelsäule, Gelenke, Gelenkknorpel – um beispielsweise einen Bandscheibenvorfall, Knorpelschäden oder eingequetschte Nerven zu diagnostizieren.
Wichtig zu wissen: Mamma-MRT ist keine Standardmethode der Früherkennung
  • Die Brust-MRT ist keine Routinemethode in der Früherkennung von Brustkrebs – im Gegensatz zur Mammographie. Sie wird zum Beispiel eingesetzt, wenn der Brustultraschall und die Mammographie kein aussagekräftiges Ergebnis geliefert haben. Sie kann eine Ergänzung zu diesen beiden Methoden sein.
  • Ein Mamma-MRT sollte zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden, nämlich ungefähr in der Mitte des Menstruationszyklus (7. bis 14. Tag). Dann ist das Brustgewebe weniger dicht, das Kontrastmittel reichert sich weniger stark im gesunden Brustgewebe an und die Bilder besitzen mehr Aussagekraft. Bei Frauen in der Menopause, die keine Menstruation mehr haben, ist der Zeitpunkt für die MRT flexibel

Wie läuft eine MRT ab?

Vor einer MRT

  • In der Regel müssen Sie zur MRT-Untersuchung nicht nüchtern Sie können also vorher meist normal essen und trinken. Anders kann es bei der Untersuchung von Organen im Bauchraum sein. Fragen Sie daher vorher nach, ob Sie nüchtern erscheinen müssen.
  • Sie müssen alle metallhaltigen Gegenstände ablegen, zum Beispiel Gürtel, Kleidung mit Reißverschlüssen, Uhr, Schmuck (Ketten, Ringe, Piercings), Haarnadeln, Haarspangen Brille oder Hörgeräte. Auch Geldmünzen oder Scheckkarten mit Magnetstreifen gehören nicht mit ins MRT. Zudem kann Make-up wie Lidschatten oder Lippenstift kleinste Metallteilchen enthalten. Verzichten Sie daher darauf. Auch Permanent Make-up oder Tattoos können metallische Pigmente enthalten, die sich erwärmen und Hautreizungen hervorrufen können. Besprechen Sie dies vorab mit Ihrem Untersuchungsteam.
  • Bei medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern oder implantierbaren Defibrillatoren (ICD) ist die MRT zwar inzwischen prinzipiell möglich, aber Ärztinnen und Ärzte müssen einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Das Implantat wird unter anderem auf die MRT-Tauglichkeit überprüft (Kennzeichnung als bedingt MR-sicher oder engl. MR-conditional) und eventuell vor der Untersuchung auf einen MRT-tauglichen Funktionsmodus eingestellt. Moderne Cochlea Implantate ermöglichen ebenfalls eine MRT-Untersuchung. Wenn Sie ein Implantat tragen: Informieren Sie vorab immer das radiologische Team und besprechen Sie sich auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Metallhaltige Verhütungsmittel wie Intrauterinpessare oder Spiralen müssen Gynäkologinnen oder Gynäkologen nach der MRT auf ihren korrekten Sitz überprüfen. Nicht metallhaltige Hormonpräparate zur Verhütung sind dagegen kein Problem bei einer MRT.
  • Eine Schwangerschaft spricht nicht gegen die MRT, allerdings sollten Sie kein Kontrastmittel erhalten. Sagen Sie daher ihrem Behandlungsteam Bescheid, falls Sie schwanger sind oder der Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht.

Während der MRT

  • Sie nehmen auf einer Liege Platz, meist auf dem Rücken.
  • Wenn die MRT mit einem Kontrastmittel durchgeführt wird, wird vorher ein venöser Zugang gelegt.
  • Sie erhalten Sie Kopfhörer oder Ohrstöpsel, weil das MRT-Gerät laute Klopfgeräusche erzeugt.
  • Zudem erhalten Sie einen Notfallknopf, den Sie drücken können, zum Beispiel, wenn Sie in Panik geraten. Die Untersuchung kann notfalls unterbrochen werden, muss dann aber teilweise wiederholt werden.
  • Während der Untersuchung sind Sie zwar alleine im Raum, sind jedoch über eine Gegensprechanlage mit dem radiologischen Team im Nebenraum verbunden. Außerdem kann das Team Sie sehen. Sie können also mit dem Team kommunizieren.
  • Auf der Liege werden Sie in eine Röhre gefahren. Für Menschen mit Platzangst gibt es inzwischen offene MRTs.
  • Während der Untersuchung sollen Sie möglichst ruhig liegen und sich nicht bewegen, da die Bilder ansonsten unscharf werden können.
  • Das Untersuchungsteam gibt manchmal während der MRT-Untersuchung Anweisungen, zum Beispiel, dass Sie kurz Ihren Atem anhalten sollen. Es sagt Ihnen auch, wenn das Kontrastmittel in den Körper fließt. Bemerkbar macht sich dies bei vielen durch ein kurzes Wärmegefühl.
  • Die Dauer der MRT-Untersuchung kann unterschiedlich sein. Meist dauert sie ungefähr 20 bis 30 Minuten, kann aber auch bis zu einer Stunde in Anspruch nehmen, je nach medizinischer Fragestellung.
  • Zuletzt wird die Liege wieder aus der Röhre gefahren. Nach der Anwendung von Kontrastmitteln wird der Venenzugang wieder entfernt.
Mamma-MRT

Bei einer Mamma-MRT liegen Sie auf dem Bauch und die Brüste werden in zwei Aussparungen platziert (sie hängen sozusagen frei durch die „Löcher“ der Liege). Das radiologische Personal platziert Polster, damit Sie möglichst bequem liegen und während der Untersuchung Ihre Position nicht verändern. Wenn gewünscht, können Sie auch eine Decke bekommen.

Vorteile und Nachteile einer MRT

Die MRT selbst besitzt keine Nebenwirkungen, verursacht keine Schmerzen und gilt insgesamt als risikoarm. Allerdings kann das Kontrastmittel mit einigen Nebenwirkungen verbunden sein. Viele Menschen verspüren ein Wärmegefühl oder einen metallischen Geschmack im Mund.  Sehr selten reagieren Personen allergisch auf gadoliniumhaltige Kontrastmittel. Für den Fall einer Allergie, gibt es verschiedene alternative Kontrastmittel.

Welche Vorteile hat eine MRT?

  • Keine Strahlenbelastung (im Gegensatz zu Röntgen oder CT)
  • sehr gute Darstellung von Weichteilen
  • schmerzfreie Untersuchung
  • vielseitig einsetzbar
  • in vielen Fällen wichtige Ergänzung zu Ultraschall, Mammographie oder CT
  • große Bandbreite bei der Diagnose von Krankheiten, besonders gut für Weichteilstrukturen geeignet, auch in der Schwangerschaft möglich;

Welche Nachteile hat eine MRT?

  • die Untersuchung ist vergleichsweise laut
  • sie dauert oft länger als eine CT
  • enge Geräte können bei Platzangst belastend sein
  • bei manchen Implantaten sind besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig
  • nicht jede Fragestellung lässt sich mit der MRT am besten beantworten

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen bei einem MRT?

  •  

Die MRT selbst gilt als risikoarm und verursacht keine Schmerzen. Mögliche Belastungen entstehen eher durch das Umfeld der Untersuchung:

  • Enge im Gerät
  • laute Geräusche
  • langes ruhiges Liegen

 

Wird Kontrastmittel verwendet, kann es vorübergehend zu einem Wärmegefühl oder einem metallischen Geschmack im Mund kommen. Allergische Reaktionen sind selten

Tipps bei Platzangst
  • Teilen Sie der radiologischen Praxis vorher mit, wenn Sie Angst vor engen Räumen haben. Es gibt die Möglichkeit, ein Beruhigungsmittel zu bekommen.
  • Informieren Sie sich über die MRT – Wissen kann Ängste nehmen.
  • Über den Kopfhörer lässt sich auch beruhigende Musik abspielen.
  • Auch eine Entspannungstechnik kann helfen. Atmen Sie außerdem ruhig und entspannt.
  • Schließen Sie vielleicht schon ihre Augen, bevor sie in die Röhre gleiten, und halten sie dann während der gesamten Untersuchung geschlossen. Gedanklich können Sie an schöne Orte reisen, zum Beispiel in die Natur.

Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft

Welcher Arzt führt eine MRT durch?

Die MRT können Sie ambulant in einer radiologischen Facharztpraxis durchführen lassen. Dort arbeiten Radiologinnen, Radiologen sowie radiologisches Personal wie Medizinische Technologinnen und Technologen für Radiologie (MTR). Nach der Untersuchung können Sie wieder nach Hause gehen.

Kosten für die MRT und wann zahlt die Krankenkasse?

Die Kosten für eine MRT hängen davon ab,

  • welche Körperregion untersucht werden soll
  • wie lange die Untersuchung dauert
  • ob Kontrastmittel eingesetzt wird.

 

Ärztinnen und Ärzte müssen die medizinische Notwendigkeit (Indikation) für den Einsatz der MRT feststellen, damit die Krankenkassen die Untersuchung bezahlen.

Ein MRT kostet meist mehrere hundert Euro (in der Regel zwischen 200 und 600 Euro), manchmal auch mehr. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die MRT-Kosten nicht in jedem Fall. Klären Sie daher vorher ab, ob Ihre Krankenkasse diese bezahlt. In manchen Fällen kann die MRT eine Selbstzahlerleistung sein.

So ist zum Beispiel der Nutzen der MRT in der Brustkrebsfrüherkennung laut dem IGeL-Monitor „unklar“.  Diese Einstufung treffen Expertinnen und Experten, wenn der Nutzen und Schaden ausgewogen ist oder sich keine ausreichenden Daten finden lassen, um den Nutzen und Schaden zu beurteilen. Die Kosten für ein Mamma-MRT beziffert der IGeL-Monitor auf 230 bis 600 Euro.

Dagegen kann die Mamma-MRT bei Brustkrebs eine wichtige Diagnosemethode sein, zum Beispiel bei unklaren Befunden aus dem Ultraschall und der Mammographie oder bei einem Verdacht auf einen Rückfall (Rezidiv). Auch bei einer erblichen Veranlagung für Brust- und Eierstockkrebs, zum Beispiel aufgrund einer BRCA-Mutation, besitzt die MRT einen wichtigen Stellenwert.

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