Hautmetastasen bei Brustkrebs

Redaktion Mamma Mia!

Untersuchung der Haut mit einer Lupe
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Hautmetastasen kommen bei Brustkrebs vergleichsweise selten vor. Lesen Sie, wie sich Metastasen in der Haut diagnostizieren lassen und welche Therapien es gibt.  

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) können sich im Verlauf der Erkrankung Hautmetastasen bilden. Sie heißen auch „kutane Metastasen“. Wenn sich bei Frauen Metastasen in der Haut entwickelt haben, liegt der Ursprungstumor (Primärtumor) in 70 Prozent der Fälle in der Brust. Allerdings entstehen Metastasen bei einem Mammakarzinom öfters in anderen Geweben und Organen, etwa in den Knochen, der Leber und Lunge. Seltener kommen Hirnmetastasen und noch seltener Hautmetastasen vor, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Was sind Hautmetastasen?

Hautmetastasen können entstehen, wenn sich Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor ablösen und über die Blut- und Lymphwege die Haut erreichen. Sie siedeln sich dort an und teilen und vermehren sich – neue Tumore entstehen, in diesem Fall Hautmetastasen. Krebszellen besitzen die Fähigkeit, die Blut- und Lymphbahnen als Transportwege zu nutzen und so andere Organe und Gewebe zu erreichen. 

Bei Brustkrebs bilden sich Metastasen in der Haut bevorzugt an der Haut am vorderen Brustkorb. Sie können sich aber auch am Rücken, Oberarm und Hals entwickeln. Prinzipiell können sie jeden Körperbereich betreffen. Die Tochtergeschwulste können nicht nur die Haut befallen, sondern auch Weichteilgewebe wie die Muskulatur.

Was sind die Symptome bei Hautmetastasen?

Hautmetastasen können sehr unterschiedlich aussehen. Anfangs können sie kleinen Pickeln ähneln. Dann können sie sich zum Beispiel zu Knötchen, Papeln, Plaques oder entzündlichen Geschwüren weiterentwickeln. Möglich sind einzelne, aber auch mehrere Hautmetastasen.  

Sie können verschieden Symptome hervorrufen. Möglich sind zum Beispiel Schmerzen, ein Druck- und Spannungsgefühl, Juckreiz, Nässen oder Blutungen.  Auch ein unangenehmer Geruch kann auftreten. Diese Symptome können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität empfindlich beeinträchtigen. 

Wie werden Hautmetastasen diagnostiziert?

Ärztinnen und Ärzte stellen Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihrer Krankengeschichte. Wichtig ist zum Beispiel, welche Symptome (z.B. Hautveränderung) auftreten, wann sie diese erstmals bemerkt haben und wie intensiv Ihre Beschwerden ausgeprägt sind. Auch frühere oder derzeitige Erkrankungen, zuvor durchgeführte Therapien oder die Einnahme von Medikamenten spielen eine Rolle für die Diagnostik. Denn Hautveränderungen kommen häufig vor und können auch andere, harmlosere Ursachen haben. Nicht jede Auffälligkeit bedeutet sofort eine Metastase in der Haut.  

Danach sehen sich Ärztinnen und Ärzte die Hautveränderungen zunächst optisch an. Dadurch lassen sich schon erste Anhaltspunkte zur Natur der auffälligen Hautstelle gewinnen. 

Die Diagnose „Hautmetastase“ lässt sich anhand einer Gewebeprobe (Biopsie) stellen. Dabei wird Gewebe aus der veränderten Hautstelle entnommen. Pathologen und Pathologinnen untersuchen das Gewebe anschließend im Labor unter dem Mikroskop. So lässt sich meist eindeutig feststellen, ob es sich um Krebszellen oder gesunde Zellen handelt. Auch in welchem Ausmaß die Zellen verändert sind und wie aggressiv sie sind, lässt sich im Labor erkennen. Zudem untersuchen Ärztinnen und Ärzte die Krebszellen auf besondere Merkmale.  

Manchmal folgen weitere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren, um das Ausmaß der Erkrankung genauer festzustellen. 

Behandlungen bei Hautmetastasen

Bei Metastasen in der Haut gibt es verschiedenen Behandlungen – lokale Therapien, die direkt auf der Haut wirken, und systemische Therapien, die im gesamten Körper wirksam sind.  

Folgende Behandlungen sind möglich: 

  • Operation: Dabei entfernen Ärztinnen und Ärzte die Hautmetastase chirurgisch. Das bösartige Gewebe wird im Rahmen der OP „herausgeschnitten“. Auch Metastasen im Weichteilgewebe lassen sich operieren. Operateurinnen und Operateure versuchen immer, gesundes Gewebe so weit wie möglich zu schonen und zu erhalten.  
  • Bestrahlung über die Haut (perkutane Strahlentherapien): Hautmetastasen lassen sich örtlich von außen über die Haut bestrahlen. In der Regel geschieht dies nach einer Operation. Dabei schädigen hochenergetische Strahlen das Erbgut der eventuell noch in der Haut vorhandenen Krebszellen. Sie können solche Schäden nicht mehr reparieren und sterben ab. 
  • Lokale Chemotherapie: Dabei werden Zellgifte (Zytostatika, Chemotherapeutika) direkt auf die Haut aufgetragen. Die lokale Chemotherapie tötet die Krebszellen vor Ort ab. Im Gegensatz dazu wirkt die herkömmliche Chemotherapie, die über Infusionen oder Tabletten verabreicht wird, im gesamten Körper.  
  • Elektrochemotherapie (ECT): Bei dieser Behandlung sollen elektrische Impulse die Krebszellen durchlässiger für die Chemotherapie machen. Das Zytostatikum kann besser in die Krebszelle eindringen und im Zellinneren seine Wirkung entfalten. An jener Stelle, an der sich die Hautmetastase gebildet hat, wird über eine Elektrode ein Stromfeld erzeugt. Dadurch werden die Krebszellen poröser und besser angreifbar. „Elektroporation“ ist der Fachbegriff dafür. Als Zytostatikum kommt in der Regel der Wirkstoff Bleomycin in einer geringen Dosierung zum Einsatz. Bleomycin wird über die Vene verabreicht, kann in der Haut eine hohe Konzentration entwickeln und „umspült“ dann die Tumorzellen. Durch diese beiden Wirkmechanismen – Strom und Chemotherapeutikum – zerfallen die Krebszellen. Die Elektrochemotherapie wird unter einer örtlichen Betäubung oder Narkose durchgeführt. Denn die Stromimpulse können unangenehme Muskelzuckungen auslösen. Anschließend haben manche das Gefühl, einen Muskelkater zu haben.  
  • Professionelle Wundversorgung – wenn die Hautmetastasen schwer ausgeprägt sind. Sie können mit panzerartigen Verdickungen, Schmerzen, Juckreiz, Blutungen und einem unangenehmen Geruch einhergehen. 
  • Auch eine psychosoziale Begleitung kann bei Hautmetastasen sinnvoll sein. 
  • Schmerztherapie: Zum Einsatz können Schmerzmittel kommen, um die Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu dämpfen.  

 

Bei metastasiertem Brustkrebs sind zudem  Therapien wichtig, die Krebszellen im gesamten Körper attackieren und abtöten. Sie heißen systemische Therapien. Dazu gehören zum Beispiel die Antihormontherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente („targeted therapy“) oder die Immuntherapie 

FAQs: Hautmetastasen

Hautmetastasen bedeuten, dass sich die Krebszellen schon im Körper ausgebreitet haben – in diesem Fall in die Haut. Hautmetastasen kommen bei verschiedenen Krebsarten vor, auch bei Brustkrebs. Die Prognose und Lebenserwartung bei Metastasen in der Haut lässt sich nicht allgemein angeben, aber eine Metastasierung wirkt sich allgemein ungünstig auf die Prognose und das Überleben aus. Wie lange man mit Hautmetastasen leben kann, können Ärztinnen und Ärzte oft nicht vorhersagen. Es gibt aber einige Behandlungen, um ihr Wachstum in Schach zu halten.

Hautmetastasen sind bei Brustkrebs eher selten. Die Zahlen in der Literatur variieren, aber die Häufigkeit lässt sich mit ungefähr bis zu zehn Prozent der Frauen mit einem meist fortgeschrittenen Mammakarzinom angegeben.  Deutlich öfters bei Brustkrebs entwickeln  sich Metastasen in den Knochen, in der Leber und Lunge sowie selten im Gehirn.

Hautmetastasen können gefährlich werden, weil sie nicht nur die Haut, sondern auch das Weichteilgewebe wie die Muskulatur befallen können. Die Symptome wie Schmerzen, Juckreiz und Blutungen können das Wohlempfinden und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ja, Brustkrebs kann auch in die Haut streuen – wenn auch seltener als in die Knochen, Leber oder Lunge. Krebszellen können über die Blut- und Lymphwege andere Organe und Gewebe erreichen und sich dort ansiedeln und vermehren. Dann entstehen Tochtergeschwulste oder Metastasen, manchmal auch Hautmetastasen.

Bei Brustkrebs betreffen die Hautmetastasen oft die Haut am vorderen Brustkorb. Prinzipiell können sie sich jedoch überall bilden, zum Beispiel auch am Rücken, Oberarm oder Hals. Wenn Sie verdächtige Hautstellen entdecken, suchen Sie immer Ihr Behandlungsteam auf und lassen Sie die Veränderung abklären.

Hautmetastasen, zum Beispiel bei Brustkrebs, lassen sich oft örtlich (lokal) behandeln. Möglich ist zum Beispiel eine Operation, bei der Ärztinnen und Ärzte die Hautmetastasen entfernen. Auch eine Strahlentherapie, örtliche Chemotherapie oder die Elektrochemotherapie sind Behandlungsmöglichkeiten.

Hautmetastasen können schmerzhaft sein, weil sie das Gewebe schädigen und immer mehr Raum einnehmen. Es können Wunden entstehen, die nässen oder bluten. Auch ein unangenehmer Geruch kann auftreten, wenn sich das Gewebe zersetzt. Daher ist eine professionelle Wundversorgung bei größeren Hautmetastasen sehr wichtig.

Eine Metastase in der Haut kann sich zunächst wie  ein kleiner Pickel anfühlen und auch so aussehen. Wenn Metastasen weiter wachsen, können sich Knötchen, Papeln, Pusteln oder Geschwüre mit Entzündungen bilden. Dies kann sehr unangenehm werden, weshalb eine ausreichende Behandlung der Hautmetastasen wichtig ist.

Ja, Hautmetastasen können durch eine ausreichende Therapie wie eine Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie wieder kleiner werden oder sogar vollständig verschwinden. Allerdings können sich anschließend neue Hautmetastasen bilden.

Nein, Hautmetastasen sind nicht ansteckend und auch nicht auf andere Menschen übertragbar. Dies ist ein Unterschied zu Hautinfektionen, deren Verursacher zum Beispiel Bakterien, Viren oder Pilze sein können. Diese Krankheitserreger können Sie beim Kontakt auf andere Personen übertragen. Auch wenn Hautmetastasen nicht ansteckend sind: Achten Sie auf eine gute Hygiene.  

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.