Brustkrebsvorstufe DCIS – harmlos oder gefährlich?

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© iStock / Aleksei Naumov

Ein duktales Carcinoma in situ (DCIS) ist eine Brustkrebsvorstufe, die sich zu Brustkrebs weiter entwickeln kann – aber nicht muss. Lesen Sie die wichtigsten Fakten zu Symptomen, Diagnose, Behandlungen und Prognose bei DCIS.

DCIS ist eine Vorstufe von Brustkrebs in den Milchgängen der Brust, die gefährlich werden und sich zu einem Mammakarzinom weiterentwickeln kann. Dies geschieht aber nicht in jedem Fall, was sich jedoch nur schwer vorhersagen lässt. Ob aus der Vorstufe tatsächlich Brustkrebs entsteht, hängt von verschiedenen Risikofaktoren ab, zum Beispiel von der Aggressivität des DCIS. Es gibt verschiedene Behandlungen, allen voran eine Operation, aber auch die Strahlentherapie oder Antihormontherapie. DCIS ist in der Regel heilbar, wenn es ausreichend behandelt wird.

Kurzgefasst
  • Was ist DCIS? Eine Brustkrebsvorstufe in den Milchgängen der Brust, Zellen besitzen noch nicht die Fähigkeit zur Ausbreitung und Bildung von Metastasen
  • Symptome: meist keine, Vorstufen werden oft zufällig entdeckt
  • Wie gefährlich ist es? Kann sich zu Brustkrebs – zum duktalen Mammakarzinom – weiterentwickeln, muss es aber nicht; DCIS kann verschieden aggressiv sein
  • Wie wird DCIS behandelt? Meist Operationen, manchmal Strahlentherapie und Antihormontherapie, wenn DCIS hormonempfindlich sind
  • Prognose/Rückfallgefahr: DCIS sind bei ausreichender Behandlung heilbar; ohne Therapie kann Brustkrebs entstehen; DCIS können zurückkehren 

Was ist DCIS?

DCIS ist die Abkürzung für „duktales Carcinoma in situ“. Dabei handelt es sich um eine Brustkrebsvorstufe, bei der sich in den Milchgängen der Brust veränderte Zellen gebildet haben. Diese Zellen sind bereits bösartig, aber noch auf die Milchgänge beschränkt. Sie haben die Basalmembran noch nicht durchbrochen und besitzen daher auch noch nicht die Fähigkeit, sich invasiv zu verhalten. Das bedeutet: Sie können nicht in umliegendes Gewebe einwachsen oder mit dem Blut- und Lymphstrom entfernte Gewebe und Organe erreichen und dort Metastasen bilden, zum Beispiel in den Knochen, in der Leber oder Lunge. Darauf deuten die Worte „in situ“ hin, was so viel wie „am Ort“ bedeutet.

Allerdings können DCIS die Milchgänge irgendwann verlassen und ins umliegende Gewebe vordringen. Dann entsteht Brustkrebs, ein duktales Mammakarzinom. Mit 70 bis 80 Prozent ist es die häufigste Form von Brustkrebs.  Ob dies geschieht und zu welchem Zeitpunkt, lässt sich nicht genau vorhersagen. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran von der Aggressivität, der Wachstums- und Ausbreitungsgeschwindigkeit des DCIS. Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebsvorstufen in den Milchgängen. Manche wachsen langsam, andere dagegen schnell. Einige dringen früh ins umliegende Gewebe ein, andere später oder gar nicht. Das macht die Risikoabschätzung für Ärztinnen und Ärzte auch so schwierig.

Auch wenn es sich bei DCIS noch nicht um Brustkrebs handelt: Ärztinnen und Ärzte entfernen die Vorstufen in vielen Fällen im Rahmen einer Operation, damit sich daraus kein Mammakarzinom entwickeln kann. Daneben gibt es noch andere Therapien. DCIS ist in der Regel heilbar und die Prognose ist gut.

DCIS: Alter und Häufigkeit

DCIS können prinzipiell in jedem Alter auftreten, aber die Häufigkeit nimmt mit den Lebensjahren zu. In der Altersgruppe zwischen 65 und 69 Jahren sind DCIS am häufigsten zu finden. Daher können Frauen in diesem Alter besonders vom Mammographie-Screening profitieren. Die Reihenuntersuchung richtet sich an gesunde Frauen zwischen 50 (bald 45 ) und 75 Jahren, die keine Brustkrebssymptome haben. Alle zwei Jahre werden sie zur Röntgenuntersuchung der Brust im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung eingeladen.

Schon gewusst?
  • Jährlich erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) rund 500 Frauen neu an Brust­krebs – diese Krebsart ist mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
  • Zusätzlich finden Ärztinnen und Ärzte bei mehr als 6.000 Frauen pro Jahr einen in-situ-Tumor. Die Häufigkeit von DCIS ist in den letzten Jahren seit der Einführung des Mammographie-Screening deutlich gestiegen, um ungefähr 20 Prozent.

Symptome bei DCIS

DCIS verursachen in der Mehrzahl der Fälle (etwa 80 Prozent) keine Symptome wie zum Beispiel einen Knoten in der Brust. In den meisten Fällen sind Brustkrebsvorstufen nicht spürbar und lassen sich nicht im Rahmen der monatlichen Selbstuntersuchung der Brüste mit den Händen erstasten – im Gegensatz zu Brustkrebs, der sich oft als Knoten in der Brust erfühlen lässt. Auch andere Brustkrebs-Symptome fehlen meist, zum Beispiel Veränderungen der Haut („Orangenhaut“) und Brustwarze (Flüssigkeitsabsonderung, eingezogene Brustwarze) oder ein Größenunterschied der Brüste.

Weil die meisten Frauen keine Beschwerden haben, suchen sie in der Regel auch keine gynäkologische Arztpraxis auf und lassen sie abklären. DCIS werden daher oft im Rahmen einer Mammographie entdeckt, meist beim Screening. Manchmal sind diese Brustkrebsvorstufen auch ein Zufallsbefund, wenn Ärztinnen und Ärzte einen gutartigen Knoten entfernen.

Wie lange es dauert, bis sich aus DCIS tatsächlich ein Mammakarzinom entwickelt, lässt sich nicht vorhersagen und auch nicht pauschal für jede Frau beantworten. Eine Rolle spielen die Ausdehnung der Brustkrebsvorstufen, die Aggressivität und die Geschwindigkeit, mit der sich die veränderten Zellen teilen.

Diagnose von DCIS

Gynäkologinnen und Gynäkologen interessieren sich zunächst für Ihre Krankengeschichte. Sie fragen zum Beispiel, ob und welche Beschwerden Sie haben, wie stark diese ausgeprägt sind und seit wann sie bestehen. Wichtig sind auch bestehende Grunderkrankungen, frühere Krankheiten und Therapien, die Einnahme von Medikamenten sowie Krebserkrankungen wie Brustkrebs in Ihrer Familie.

Auch Ärztinnen und Ärzten gelingt es nicht, DCIS allein mit Hilfe der Tastuntersuchung der Brüste aufzuspüren. Mit Hilfe eines Ultraschalls der Brust (Mamma-Sonographie) lassen sich DCIS meist ebenfalls nicht sichtbar machen. Ultraschallbilder können zwar gutartige Veränderungen wie Zysten oder Fibroadenome zeigen, sind aber bei DCIS nur wenig aussagekräftig.

Ein Hinweis auf DCIS ist sogenannter Mikrokalk, der in der Mammographie – einer Röntgenuntersuchung der Brust – zu sehen ist. In einem Mammogramm sehen DCIS wie weiße Flecken aus. Mikrokalk deutet darauf hin, dass in der Brust Umbauvorgänge und Veränderungen des Gewebes stattgefunden haben. In rund 90 Prozent der Fälle lassen sich DCIS mittels Mammographie diagnostizieren. Die digitale Mammographie kann langsam und mittelschnell wachsende DCIS noch genauer ausfindig machen.

In manchen Fällen kommt auch die Magnetresonanztomographie (Mamma-MRT) zum Einsatz. Sie funktioniert mit starken Magnetfeldern, Radiowellen und einem Kontrastmittel. Die MRT kann Gewebe sichtbar machen, in denen der Stoffwechsel besonders aktiv ist. Dies ist bei Krebszellen, aber auch bei aggressiven (high-grade) DCIS der Fall.

Allerdings bedeutet nicht jede Mikroverkalkung im Brustgewebe automatisch, dass es sich um eine Brustkrebsvorstufe handelt. Ärztinnen und Ärzte interpretieren den Mikrokalk zum Beispiel nach seiner Form, Anordnung und Ausdehnung. DCIS besitzt verschiedene „Gesichter“.  Manchmal wächst es nicht regelmäßig, sondern überspringt einige Teilabschnitte der Milchgänge, um dann an einer anderen Stelle weiter zu wachsen. Das heißt, es gibt keinen zusammenhängenden Herd, sondern mehrere Stellen mit Krebsvorstufen, die weiter auseinander liegen.

Sind diese Faktoren auffällig, folgt meist eine Gewebeentnahme (Biopsie als Stanz- oder Vakuumbiopsie) aus dem verdächtigen Gewebe. Dieses lässt sich anschließend in einem pathologischen Labor unter dem Mikroskop genauer analysieren. Pathologinnen und Pathologen können so mit Sicherheit herausfinden, ob es sich um gutartige oder bösartige Zellen handelt. Auch die Aggressivität und Teilungsgeschwindigkeit der Zellen sowie besondere Merkmale wie Hormonrezeptoren und HER2 lassen sich bestimmen.

Wie bei Brustkrebs unterscheiden Ärztinnen und Ärzte Zellen, die sich langsam, mittelschnell und schnell teilen. Sie untersuchen, wie gut die Zellen differenziert, also gesunden Zellen noch ähnlich sind. Das Maß dafür ist das sogenannte Grading. Es lässt Rückschlüsse auf die Aggressivität und Wachstumsgeschwindigkeit zu.

Es gibt drei Varianten:

  • G1 (gut differenziert, engl. low grade) – gesunden Zellen noch sehr ähnlich, langsam wachsend, geringes Risiko für die Weiterentwicklung zu Brustkrebs
  • G2 (mäßig differenziert, engl. intermediate grade) – gesunden Zellen mäßig ähnlich, mittleres Risiko für die Weiterentwicklung zu Krebs
  • G3 (undifferenziert, engl. high grade) – stark entartet, gesunden Zellen nicht mehr ähnlich, aggressiv, höheres Risiko für den Übergang in ein duktales Mammakarzinom

Auch das Wachstumsmuster spielt bei der Weiterentwicklung von DCIS eine Rolle. Unterschieden werden zum Beispiel komedotypisch (aggressiveres Muster mit einem Absterben von Zellen = Nekrosen), kribriform (siebartige Struktur, langsam wachsend) oder papillär (fingerartige Struktur, langsames Wachstum).  Manchmal haben DCIS schon invasive Anteile. Das heißt, es liegt eine Mischung aus DCIS und invasiven Brustkrebszellen vor.

Ohne Behandlung der DCIS beträgt das Risiko ungefähr 30 bis 50 Prozent, dass sich aus den Krebsvorstufen tatsächlich Brustkrebs entwickelt. Im Umkehrschluss heißt dies aber auch: 50 bis 70 Prozent der DCIS bleiben harmlos. Dieser Prozess der Weiterentwicklung zu Brustkrebs dauert im Schnitt neun Jahre. Bei Hochrisiko-DCIS kann diese Zeitspanne aber auch deutlich kürzer ausfallen. Zudem kann auch viele Jahre nach der Diagnose ein örtlicher Rückfall (Rezidiv) oder eine zweite Krebserkrankungen der anderen Brust auftreten.

Welche DCIS bleiben harmlos – welche nicht?
  • Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) kann vielleicht bei der Beantwortung dieser Frage helfen, wie eine aktuelle Studie nahelegt.
  • Die Forschenden trainierten einen Algorithmus mit 560 Gewebeproben von 122 Patientinnen.
  • Die Proben vermengten sie mit dem Farbstoff DAPI, der das Chromatin im Zellkern fluoreszierend leuchten lässt. Chromatin besteht unter anderem aus der Erbsubstanz DNA und Eiweißen.
  • Das Erscheinungsbild erlaubte Rückschlüsse auf die Organisation und somit die Aktivität der im Zellkern enthaltenen DNA.
  • Nach einer Lernphase identifizierte das KI-Modell dann Muster in den Gewebeschnitten, die mit den von menschlichen Pathologen ermittelten Unterschieden übereinstimmten.
  • Chromatinbilder in Verbindung mit KI-Algorithmen lieferten genügend Informationen, um zu untersuchen, wie sich der Zellzustand und die Gewebeorganisation beim Übergang von DCIS zu einem invasiven Mammakarzinom verändern, so die Forschungsgruppe. So ließe das Krankheitsstadium genauer vorherzusagen.

Quelle: Paul Scherrer Institut (PSI) und Massachusetts Institute of Technology (MIT), 2024

Behandlung von DCIS

DCIS ist eine sehr uneinheitliche Erkrankung, was die Form und das Aussehen der Zellen sowie die biologischen Merkmale angeht. Die Brustkrebsvorstufen sind unterschiedlich bösartig. Dies spiegelt sich zum Beispiel im Grading, im jeweiligen Subtyp oder in der Größe der Veränderungen wider. Daher ist die Entscheidung über die Behandlung nicht einfach und mit einigen Unsicherheiten verbunden. Es gilt, Überdiagnosen und Übertherapien, aber auch Unterdiagnosen und Untertherapien zu vermeiden. Im ersten Fall erhalten Sie eine Behandlung, die vielleicht nicht nötig gewesen wäre, weil DCIS harmlos geblieben wären. Im zweiten Fall wird ein womöglich behandlungsbedürftiges DCIS nicht ausreichend behandelt.

Diskutiert wird daher auch die Genexpressionsanalyse, um die Aggressivität der DCIS zukünftig besser einschätzen zu können. Dabei untersuchen Expertinnen und Experten die Aktivität verschiedener Krebsgene. Ein Standard ist die Multigenanalyse bei DCIS bisher nicht. Bei Brustkrebs im Frühstadium werden solche Multigenassays aber schon durchgeführt, um das Rückfallrisiko zu bestimmen und die Frage zu klären, ob eine Chemotherapie nötig ist oder nicht.

Ärztinnen und Ärzte überlegen immer anhand der jeweiligen Risikokonstellation die bestmögliche Therapie. Die Behandlung der DCIS ähnelt der Therapie bei Brustkrebs, auch wenn es sich nicht um ein Mammakarzinom handelt.

Brusterhaltend OP oder Mastektomie

Die wichtigste Behandlung bei DCIS ist die Operation, um die Brustkrebsvorstufen möglichst vollständig zu entfernen. In den meisten Fällen ist eine brusterhaltende Operation (BET) möglich. Dabei wird mindestens mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand operiert (Resektionsgrenze), damit keine Tumorzellen an den Schnitträndern verbleiben. Oft schließt sich eine Strahlentherapie anschließen, um die Rückfallgefahr zu senken. Weil DCIS nicht die Fähigkeit zur Metastasierung haben, wird in der Regel kein Stadium bestimmt (Staging). Meist ist auch keine Biopsie des Wächterlymphknotens (Sentinel) oder die Entnahme weiterer Lymphknoten nötig. 

Manchmal sind die DCIS jedoch sehr ausgedehnt oder es gibt mehrere Herde, die über die Brust verteilt sind – dann kann auch eine Entfernung der Brust (Mastektomie) ratsam sein. Auch wenn das Verhältnis zwischen der Größe der DCIS und der Brust ungünstig ist – also zu viel Gewebe entfernt werden müsste, um sicher zu operieren – kann eine Mastektomie empfohlen sein.

Neben der Brust-OP gibt es noch einige weitere Behandlungen, bei denen Sie mit Ihrem Behandlungsteam die Vor- und Nachteile gut abwägen sollten. Denn: Diese Therapien haben keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben, sind jedoch mit zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden. Die Entscheidung für oder gegen weiter DCIS-Behandlungen hängt von Ihrem individuellen Risikoprofil, aber auch von Ihren Wünschen, Präferenzen und Überzeugungen ab.

Bestrahlung von DCIS

An die brusterhaltende OP kann sich eine Strahlentherapie (Radiotherapie) anschließen. Sie zielt darauf ab, eventuell verbliebene Tumorzellen zu zerstören und das Risiko für die Bildung neuer DCIS zu vermindern. Die energiereiche Strahlung schädigt das Erbgut (DNA) der Krebszellen. Tumorzellen können diese Schäden schlechter reparieren als gesunde Zellen und sterben ab. Nach einer BET kann die Strahlentherapie das Risiko um bis zu 50 Prozent verringern, dass der Tumor örtlich zurückkehrt (Lokalrezidiv). Die Radiotherapie kommt in Abhängigkeit von Ihrem persönlichen Risikoprofil zum Einsatz. Bei DCIS mit niedrigem Risiko bringt sie nur geringe Vorteile. Nach einer Mastektomie ist keine Bestrahlung notwendig.

Endokrine Therapie bei hormonempfindlichen DCIS

Manchmal teilen und vermehren sich DCIS unter dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone: Östrogen und/oder Progesteron. Man sagt, sie sind hormonempfindlich, hormonsensitiv oder hormonrezeptorpositiv (HR+). In diesem Fall kann die Antihormontherapie (endokrine Therapie) eine Therapiemöglichkeit sein. Es gibt verschiedene Medikamente. Antiöstrogen wie Tamoxifen sorgen dafür, dass die Hormone nicht an die Tumorzellen andocken können und unterbindet so ihr Wachstum und ihre Vermehrung. Aromatasehemmer unterdrücken beziehungsweise stoppen dagegen die Hormonproduktion. Wägen Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam gut den Nutzen und die Risiken einer Antihormontherapie ab.

Aktive Überwachung als Strategie?

Diskutiert wird, ob sich niedriggradige (low grade) DCIS mit einem geringen Risiko für die Weiterentwicklung zu Brustkrebs aktiv überwachen und regelmäßig kontrollieren lassen. Diese Strategie der Aktiven Überwachung kommt zum Beispiel schon bei Prostatakrebs im Frühstadium mit niedrigem Risiko zum Einsatz.

Die Studie COMET, die auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2024 vorgestellt wurde, zeigte Folgendes: Frauen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem DCIS (HR+/HER2-) mit niedrigem Risiko, die sich einer aktiven Überwachung unterzogen, hatten nach zwei Jahren ähnliche Raten an invasivem Brustkrebs wie diejenigen, die sich einer Behandlung nach den Leitlinien unterzogen. Ob die aktive Überwachung eine Behandlungsoption für DCIS mit niedrigem Risiko ist, muss aber noch weiter erforscht werden.

Psychische Belastungen durch DCIS

Die Diagnose DCIS kann die Psyche einer Frau beeinträchtigen. Einerseits handelt es sich noch nicht um Brustkrebs, was beruhigend sein kann. Andererseits steckt in dem Wort „Carcinoma“ der Begriff Krebs – dies kann beängstigend sein. Es lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen, ob aus DCIS wirklich Brustkrebs entsteht – oder eben nicht.

Viele fühlen sich verunsichert, was das Krankheitsbild tatsächlich bedeutet. Auch die Tatsache, dass DCIS oft behandelt werden wie Brustkrebs, kann psychisch belastend sein. Viele Frauen haben Angst, dass das DCIS fortschreitet, zurückkehrt oder sich in der anderen Brust ein Tumor bildet. Daher ist es auch so wichtig, sich gut zu informieren und sich zu den Therapien, deren Risiken und Nutzen beraten zu lassen.

Nach einer DCIS-Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge ratsam. Nehmen Sie Kontrolltermine wahr und lassen Sie überprüfen, ob DCIS eventuell zurückgekehrt ist, ein lokales Rezidiv in der gleichen Brust vorliegt oder sich in der anderen Brust eine zweite Krebserkrankung entwickelt hat.

FAQs: DCIS

Nein, DCIS ist kein Brustkrebs. Es handelt sich zwar schon um Krebszellen, aber sie sind noch auf die Milchgänge beschränkt. Die Tumorzellen sind noch nicht in der Lage, in umliegendes Gewebe einzudringen, sich über die Blut- und Lymphbahnen im Körper auszubreiten und Metastasen in anderen Organen zu bilden.

Nein, bei DCIS handelt es sich schon um bösartige Krebszellen. Sie werden auch als Brustkrebsvorstufen bezeichnet, weil sie sich nicht invasiv verhalten, also in umliegendes Gewebe eindringen. DCIS sind zwar nicht gutartig, aber noch auf die Milchgänge beschränkt.

Dass sich DCIS wieder zurückbilden, ist zwar möglich, aber es lässt sich nicht vorhersagen. Möglich ist es, dass DCIS harmlos sind, nicht weiterwachsen und in ihrem Zustand verbleiben. Sie können aber auch gefährlich werden und sich zu Brustkrebs weitentwickeln. Welche DCIS dies tun, ist schwierig zu beantworten. Jedenfalls dauert dieser Prozess mehrere Jahre.

So wie die Ursachen von Brustkrebs noch nicht genau geklärt sind, weiß man auch nicht, warum ein DCIS entsteht. Ganz allgemein entsteht Krebs, wenn sich das Erbgut einer Zelle – die DNA – verändert. Die Zelle mutiert und wird zu einer Krebszelle, die sich ungebremst teilen und vermehren kann. Vermutlich spielen bei DCIS ähnliche Risikofaktoren wie bei Brustkrebs eine Rolle, zum Beispiel das Alter, hormonelle Einflüsse und die Dichte des Brustgewebes.

Wie gefährlich DCIS ist, lässt sich oft nur schwer abschätzen. Eine Rolle spielt es, wie aggressiv sie sind und wie schnell sie sich teilen und vermehren. Manche DCIS sind gefährlich und besitzen ein hohes Risiko, sich zu Brustkrebs weiterzuentwickeln. Andere bleiben dagegen harmlos und werden einer Frau nicht gefährlich. Dies zu unterscheiden, ist für Ärztinnen und Ärzte eine Herausforderung.

Die Lebenserwartung bei DCIS ist hoch und die Sterblichkeit niedrig, wenn die Brustkrebsvorstufen rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, zum Beispiel mit einer Operation und Strahlentherapie. Allerdings bleibt ein Risiko, dass DCIS örtlich in der Brust zurückkehrt und sich daraus ein Mammakarzinom entwickelt. Auch kann sich Brustkrebs auf der anderen Seite entwickeln, ein kontralaterales Mammakarzinom.

Ein Carcinoma in situ ist heilbar, wenn es ausreichend behandelt wird. Entsprechend gut ist die Prognose. Allerdings spielen für die Prognose auch biologische Faktoren wie die Aggressivität, Teilungsgeschwindigkeit und die Ausbreitung der Krebsvorstufen eine Rolle. Ohne Therapie besteht das Risiko, dass sich aus DCIS Brustkrebs entwickelt.

  1. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Stand: Juni 2021, abgerufen am 15.1.2026
  2. Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), Leitlinien Duktales Carcinoma in situ (DCIS), abgerufen am 15.1.2026
  3. Robert Koch-Institut (RKI), Krebs in Deutschland, abgerufen am 15.1.2026
  4. Mammographie Screening Programm, Duktales Carcinoma in situ, abgerufen am 15.1.2026
  5. Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF), Brustkrebserkrankungen gutartig, Duktales Carcinoma in situ, Krebsvorstufe, abgerufen am 16.1.2026
  6. Zhang X. et al. (2024): Unsupervised representation learning of chromatin images identifies changes in cell state and tissue organization in DCIS. Nature Communications, DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-024-50285-1, abgerufen am 16.1.2026
  7. Paul Scherrer Institut, Brustkrebs-Charakterisierung mit KI, abgerufen am 16.1.2026
  8. Hwang E. S. et al. Early Oncologic Outcomes Following Active Monitoring or Surgery (+/- Radiation) for Low Risk DCIS: the Comparing an Operation to Monitoring, with or without Endocrine Therapy (COMET) Study (AFT-25), SABCS 2024, #GS2-05, abgerufen am 16.1.2026
  9. Journalonko, SABCS: Aktive Überwachung als vielversprechende Option bei DCIS-Patient:innen mit geringem Risiko, abgerufen am 16.1.2026

Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.

Kommentare • 44
  1. Hallo zusammen. bei mir würde vor drei Wochen ein DCIS Grad 3 festgestellt. herdbefund 9x9x9,7mm.war im Brustzentrum Bautzen. Nun soll ich noch einmal gestanzt werden, dann soll entschieden werden ob Brust ab oder nur Herd ausräumen. mir graut, da ich nach meiner 1. Biopsie schmerzen habe. Ich bin 79 Jahre alt und noch ziemlich fit.

  2. Nach der OP meines DCIS (und einer 2.OP nach 2 Tagen, angeblich wegen eines Hämatoms;
    eher ist in meiner Brust etwas aus Metall drin geblieben, weil es gab eine merkwürdige längliche Ausbuchtung an einer Seite) soll ich nun bestrahlt werden. Der eigentlich sympathische Arzt erklärte mir, dass das DCIS ohne Bestrahlung 100%ig wieder kommen wird. Dass er mir aber mitteilen müsse, dass auch die Bestrahlung ein Karzinom auslösen kann. Es werden 10 Bestrahlungen von je 15 Minuten sein, in denen ich mich nicht bewegen darf. Vom Anti-Hormonmittel wurde mir abgeraten wg. meiner Depressionen. Ich habe Todesangst vor der Bestrahlung, weil ich schon seit Jahren an Fatigue leide und sich dies durch die Bestrahlung wohl verstärken wird. Meine Hausärztin rät mir von der Bestrahlung ab. Aber nach dem, was ich hier gelesen habe, wird mir doch nicht erspart bleiben. Man ist schon so weit mit Forschung und Technik aber gegen den Teufel Krebs gibt es entweder nichts oder ich vermute eher, ein billiges Heilmittel wird nicht erlaubt, weil man damit kein Geschäft macht. Freundliche Grüße.

  3. Sehr geehrte Damen u. Herren!
    Ich bin in Österreich zuhause. Bei mir wurde Anfang April ein DCIS, 18 mm groß (!), entfernt. 2 Tage später nochmals OP wg. e. Hämatom. Fühle mich noch immer lausig. Nun sehe ich der Strahlenbehandlung entgegen, wenn die Brust nicht mehr hart, unförmig u. vielfarbig ist.
    Ich höre sehr verschiedene Meinungen. Manche Frauen sagen, Strahlenbehandlung beeinträchtige das Leben kaum, andere sagen das Gegenteil. Ich bin fast 74, alleinstehend u. tief depressiv. Die Welt hat sich allgemein krass zum Schlechteren verändert. Man hat mir gesagt, ich werde für den Rest meines Lebens ein Medikament einnehmen müssen, aber nicht welches. Wenn ich lese, was andere Frauen damit mitgemacht haben, bin ich zwar darauf eingestellt aber Mut u. Lebensfreude sind dahin. – Also wünsche ich allen Betroffenen ein bestmögliches Leben; wer nette Angehörige hat, wird hoffentlich besser mit allem zurechtkommen als Alleinstehende wie ich. Freundliche Grüße aus Österreich, Elisabeth

  4. Dcis 2013 Grad2 nach Biopsie brusterhaltend operiert mit anschließender Strahlenterapie. Tamoxifen empfohlen(?) aber nicht genommen. 2021 Metastasen in Lunge und Knochen und werde medikamentös behandelt. Hat über Blutbahn gestreut. Was ist da passiert? Bin wütend weil ich keine Erklärungen bekomme.

  5. Ich hatte im Jahr 2018 lobulären Brustkrebs. BET- OP, Bestrahlung, erst Tamoxifen, dann um geswitscht auf Anastrozol( jetzt 6 Jahre). Ich habe jährlich im September MRT, immer o.B.
    Vor 2 Wochen hatte ich einen auffälligen Befund in der Mammographie. Mikrokalk im OP Gebiet, an der Narbe, wäre wohl mehr geworden seit letzter Mammo (im Januar 24). Etwas gruppiert und verschiedene Formen. Meine Gyn möchte, dass das im Brustzentrum abgeklärt wird. Eventuell Vakuumbiopsie, oder kontrolliert warten. Die Fläche ist ca.3mm groß.
    Ich bin hin und hergerissen, weil ich Ende Mai eine lange Flugreise gebucht habe und nicht weiß ob vorher eine Biopsie gemacht werden sollte. Vielleicht ist es Narbenkalk, vielleicht ein DCIS? Könnte ich bis Anfang Juli warten, oder kann es so schnell invasiv werden? Ich bin u.a.auch Diabetiker Typ 2 mit Insulin. L.G.Lena

  6. Bei mir wurde ein DCIS low grade 11mm und ein Dcis high grade 1mm festgestellt nach Biopsie. Ich wurde vor zwei Wochen operiert. Alles wurde grosszügig herausgeschnitten und die Ränder waren komplett frei. Nun soll ich 15x bestrahlt werden. Ich hatte jetzt wegen Biopsie, Drahtmarkierung etc. 5 Mammographien innerhalb 3 Monaten. Jetzt CT vor Bestrahlung + Bestrahlung. Ich bin von der OP noch total erschöpft und würde mich jetzt lieber auf Sport und noch gesündere Ernährung konzentrieren, als mich wegen einer Vorstufe so heftig behandeln zu lassen. Wäre es möglich das regelmäßig zu kontrollieren und kann man dann noch rechtzeitig reagieren? Ich finde es alles sehr schwierig zu entscheiden und auch die Leitlinien sind nicht für jeden geeignet. Hat jemand einen guten Rat für mich?

    1. Liebe Olivia,
      haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.
      Wir haben sie an unseren Experten weitergeleitet, aber leider sind wir derzeit aufgrund der vielen Fragen etwas überlastet.
      Vielleicht kann Ihnen das Beratungs-Angebot von Brustkrebs Deutschland hier in der Zwischenzeit weiterhelfen. Dieses finden Sie unter https://brustkrebsdeutschland.de/beratung/
      Zudem bietet auch der Krebsinformationsdienst ein umfangreiches Beratungsangebot, zum Beispiel einen Ärztlichen Telefondienst unter 0800 420 30 40 (innerhalb Deutschlands kostenfrei) täglich von 8 bis 20 Uhr oder einen Ärztlichen E-Mail-Service unter krebsinformationsdienst@dkfz.de.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen zumindest ein wenig weiterhelfen und wünsche Ihnen alles Gute.
      Christiane Dettmer

  7. Diagnose. B3-Lasion Mama rechts in der Vakuumbiopsie
    BIRADS 4a rechts. Bin nun nun operiert worden.
    Muß es diesmal auch wieder bestrahlt werden,wenn ja welche Auswirkung hat es für mich.
    Kann Mikrokalk immer wieder auftreten, wenn ja warum?
    Vor drei Jahren wurde ebenfalls in der gleichen Brust Mikrokalk entdeckt DISIS II 2 cm
    opereriert und 28 x bestrahlt.

    1. Liebe Frau Harrer,
      haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.
      Wir haben sie an unseren Experten weitergeleitet, aber leider sind wir derzeit aufgrund der vielen Fragen etwas überlastet.
      Vielleicht kann Ihnen das Beratungs-Angebot von Brustkrebs Deutschland hier in der Zwischenzeit weiterhelfen. Dieses finden Sie unter https://brustkrebsdeutschland.de/beratung/
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      Ich hoffe, ich konnte Ihnen zumindest ein wenig weiterhelfen und wünsche Ihnen alles Gute.
      Christiane Dettmer

  8. Hallo, ich hatte ein Solid papilläres Karzinom, was operativ entfernt wurde. Ich bekam 15 Bestrahlungen und tamoxifen low dose (5mg täglich). Man sagte mir das es sich um eine Krebsvorstufe handelt und sehr selten ist. Wie ist da die Prognose für ein Wiederauftreten? Da meine Mutter sehr jung an Brustkrebs verstorben ist, riet man mir zu einem Gentest, der war negativ. Ich leide unter Hypochondrie und einer generalisierten Angststörung und habe immer schon Angst vor allen Krebsarten .
    Ist das jetzt bei mir geheilt durch die Behandlungen oder nicht?

    1. Liebe Sabine,
      unsere Expertin hat geantwortet:

      Papilläre Karzinome werden wie Krebsvorstufen (DCIS) gewertet, manchmal werden sie auch als morphologischer Nachahmer prämaligner Zellen bezeichnet. In der Regel teilen sich diese sehr langsam und haben eine gute Differenzierung. Daher ist die Prognose eines solid papillären Karzinoms der Brust sehr gut, vor allem im Vergleich zu anderen Brustkrebsarten. Je nach Angabe liegen die 10 Jahres-Überlebensraten bei bis zu 100 Prozent. Es isterfreulich zu hören, dass Sie gut operiert wurden und dass die Bestrahlung sowie die Einnahme von Tamoxifen zusätzliche Schutzmaßnahmen bieten. Ich möchte Sie ermutigen, eventuell auch mit einer Psychoonkologin oder einer Selbsthilfegruppe für Krebserkrankte in Kontakt zu treten. Diese können Ihnen möglicherweise dabei helfen, Ängste vor einem Rückfall abzubauen. Als Ärztin möchte ich Ihnen versichern, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls sehr gering ist und Sie durchaus als geheilt angesehen werden können.

      Wir hoffe, dass Ihnen diese Antwort weiterhilft und wünschen Ihnen alles Gute

  9. Bei mir wurde ein DCIS high grade (3) festgestellt. Der Mikrokalk hat sich so weit ausgebreitet, dass eine brusterhaltende OP nicht möglich ist. Ich werde mit einem Implantat leben müssen. Ich komme damit gar nicht klar und will das alles nicht. Nun stehe ich ganz alleine da, habe niemanden und würde mich so gerne weiter informieren. Ich habe mir 3 Meinungen eingeholt und alle drei besagten: Implantat und Entfernung des Wächter Lymphknotens.
    Da ich eine sehr große Brust habe, wurde mir von meiner FAin suggeriert, dass ich Glück habe, dass sie so groß ist und erhaltend operiert werden kann. Mir war meine Brust immer zu groß, aber ich habe so eine Angst vor dem Implantat. Die zweite Brust würde ich anpassen lassen.
    Hat jemand Erfahrungen?

    1. Hallo Petra,
      Bin heute erst auf das Mammamia-Online Portal gestoßen. Ich hatte ebenfalls ein DCIS high grad, mit Mastektomie (in 08/2020) und Wiederaufbau mit Silikon, sowie Angleichung der gesunden Brust. Auch ich hatte sehr große Brüste. Heute bin ich froh kleinere zu haben ….das war das Positive im Negativen. Mit dem Implantat habe ich mich arrangiert. Brauchte keine Bestrahlung; nehme seit 4 1/2 Jahren Tamoxifen. Dies werde ich in den nächsten Monaten absetzen und hoffe, dass ich mich nie mehr mit so einem Projekt auseinandersetzen muss. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt achtsam mit mir und meinem Körper umzugehen. Ich habe meine Ernährung umgestellt und mache mehr Sport als früher. Ich wünsche Dir alles Gute und Geduld . Mit jedem Monat wird es besser werden. Braucht alles seine Zeit und Ruhe.
      LG Susanne

    2. Hallo, ich hatte zur gleichen Zeit eine ähnliche Diagnose. Die rechte Brust wurde operiert und man fand ein DCIS Highgrade 7,5cm ( ja cm, nicht mm) und ich bekam die Empfehlung Mastektomie. Ich habe mich , da ich auch große Brüste hatte, für eine beidseitige Entfernung entschieden, da die linke Seite sowieso hätte angepasst werden müssen. Im Februar erfolgte die erste Rekonstruktion mit Implantaten. Diese mussten aufgrund eines Infektes nach einer Woche wieder entfernt werden. Im Mai erfolgte der 2. Versuch. Dieser ging optisch so schief, dass selbst der Chirurg zu einer sofortigen Korrektur riet. Ende Mai wurde also nochmals operiert. Das Ergebnis ist nun besser, aber dennoch nicht so richtig symmetrisch. Ich hoffe irgendwann damit klar zu kommen und muss mir jetzt überlegen wie es in Bezug auf die Brustwarzen weitergehen soll.
      Wie ist deine Geschichte verlaufen?

  10. Hallo die Damen, die sich vor der Bestrahlung fürchten:
    Ich bin vor knapp sechs Jahren an Brustkrebs und einem großen DCIS erkrankt, hormonabhängig, G3, wurde brusterhaltend operiert.
    Ich erhielt Bestrahlung, auf eigenen Wunsch sogar inklusive der clavikulären Lymphknoten.
    Ich bin völlig problemlos durch die Bestrahlung gekommen (je hell häutiger, desto weniger strahlungsempfindlich scheint die Haut zu sein). Ich habe auch jetzt nach fünf Jahren keinerlei Probleme aufgrund der Bestrahlung: meine Knochendichte entspricht der einer 15 Jahre jüngeren Frau (ich mache auch häufig Sport), mein Herz ist vollkommen gesund.

    Ich hatte das volle Programm, Chemo, OP, Bestrahlung, Anti Hormone, bis heute. Wer das hinter sich hat, kann eigentlich nur verständnislos den Kopf schütteln, dass jemand meint, auf eine empfohlene Bestrahlung verzichten zu können.

    Ich bewege mich seit über fünf Jahren in einem Krebsforum – und sehr viele von jenen, die meinten, auf bestimmte Therapien verzichten zu können, hatten frühe Rückfälle und sind zum Gutteil heute nicht mehr am Leben.
    Und das besonders Verrückte: als dann Rezidive und Metastasen kamen, haben diese Damen jede, aber auch wirklich jede Therapie mitgenommen, von der sie sich noch eine Verlängerung ihres Lebens versprochen haben (Selbstverständlich auch jene Therapien, die sie anfänglich abgelehnt hatten).
    Man kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihnen all das erspart geblieben wäre, hätten sie nicht am Anfang Cherry Picking betrieben.

    Wenn die Ärzte eine Bestrahlung empfehlen, haben sie in der Regel einen guten Grund dafür, und meine dringende Empfehlung ist, diesem ärztlichen Rat zu folgen! Die Bestrahlung und ihre Folgen sind (in meinem Fall) ein vollkommener Spaziergang im Vergleich zu allem anderen, was eine Brustkrebs Erkrankung zu bieten hat.

  11. Ich wurde vor 5 Wochen von einem DCIS 20 mm G3 operativ befreit.
    Nun wurde mir eine Strahlentherapie empfohlen.
    Ich bin unschlüssig ob ich auf die Bestrahlung verzichte, da ich wahnsinnige Angst vor den möglichen kurz- und langfristigen Nebenwirkungen habe.
    Zumal die linke Brust betroffen ist, ich sehr empfindliche Haut sowie Bluthochdruck habe.
    Gibt es Erfahrungswerte ?
    Wieviele Frauen gehen das Risiko ein?
    Gibt es hier jemanden, der mir von seinen Erfahrungen berichten kann? LG

    1. Hallo Heike,
      ich wurde vor 4 Wochen operiert, hatte auch in der linken Brust ein DCIS, und war mich heute in der Radiologie vorstellen.
      Die Nebenwirkungen sind doch erschreckend vielseitig, von brüchigen Knochen zur Herzschwäche, Herzrhythmus Störungen.
      Auch wurde mir von Ärzten gesagt, daß man punktuell bestrahlen kann, heute morgen meinte die Radiologin, nein , die ganze Brust wird bestrahlt.
      Bei der Bestrahlung müsste ich “nur” tief in die Brust einatmen, die Luft anhalten, dann wird das Herz geschont.
      Ich war schon vor dem Termin skeptisch, aber nun möchte ich die Bestrahlung garnicht!

    2. Hallo Heike,
      meine Diagnose vor ca. 3 Jahren war DCIS G3 rechte Brust. Ich wurde 2x operiert, da man erneut Herde fand. Bei meiner 3. Vorstellung hieß es nochmal op entweder Mastektomie oder wieder lokale Ausräumung und Bestrahlung. Das Gespräch führte ein AA und war nicht hilfreich. Beim 2. Gespräch, ich bat darum, hat man mich aufgeklärt über Risiken etc. und mir die Entscheidung überlassen. Ich entschied mich nach Überlegung gegen op’s und ließ mich nur bestrahlen. Diese lief ca. 5-6 Wochen jeden Werktag und ich habe es relativ gut vertragen, nur gegen Ende war es rot und empfindlich. Bei guter Pflege hielt es sich in Grenzen und ich habe weiter gearbeitet (Bürojob). Danach hatte ich 2x Nachuntersuchungen mit Mammographie. Heute nach 3 Jahren arbeite sogar in Vollzeit (zwischendurch ließ ich mich scheiden), fühle mich soweit gut. Ab und an zwickt es aber das sei normal und ich überbewerte es auch nicht. Seit fast 2 Jahren gehe ich nur zur jährlichen Krebsvorsorge bei meiner Frauenärztin. Mammographie lehne ich mittlerweile ab. Falls ich eine bildgebende Untersuchung brauchen sollte, dann würde ich MRT machen lassen.

    3. Hallo Heike,
      Ich kann dich voll verstehen. Mir geht es auch gerade so.
      Ich bin vor 7 Wochen operiert, hatte DCiS 9mm G3, hormonrezeptorpositiv und mir wurde auch Bestrahlung empfohlen, da es so in den Leitlinien steht.
      Leider bekommt man ganz selten mal eine subjektive Meinung von den Ärzten dazu, ob das sinnvoll ist, da das Risiko eines Rezidivs ja sowieso besteht, auch mit Bestrahlung. Oder es bleibt eben weg auch ohne Bestrahlung.. Wer weiß das schon.. Es kann alles vorkommen.
      Auch ich habe Angst durch die Bestrahlung noch etwas anderes im Körper auszulösen.. anderer Tumor, Veränderungen an Blutzellen etc.
      Ich bin auch sehr unentschlossen.
      Man möchte ja eigentlich nur das Richtige tun. LG

  12. Bei mir wurde der DICS carcinoma in situ in der linken Brust festgestellt durch den Sekret der sich absondert sehr unregelmäßig trotzdem soll och operiert werden ich trau mich nicht hab irgendwie Bedenken..Man wird heutzutage sehr schnell operiert das finde ich nicht angebracht .

    1. Liebe Kati,
      Ich wurde vor 1 Woche operiert… es war total schmerzfrei… ich musste nach der OP nicht einmal ein Schmerzmittel einnehmen.
      Habe keine Angst. Sei froh, dass entfernt wird.
      Alles Liebe Charlotte

  13. Bei mir wurde vor 10 Tagen ein verkapselter Karzinom aus dem Milchgang vollständig entfernt. Es handelte sich wohl um ein DCIS, also eine Vorstufe von Brustkrebs.
    Warum muss ich nun noch 3 Wochen lang täglich bestrahlt werden? Ist das Risiko, von den Strahlen erst recht krank zu werden, größer als so erneut DCIS zu bekommen?
    Irgendwas in mir sträubt sich gegen die Bestrahlung…

    1. Ich bin 59, habe Diabetes, Bluthochdruck, starkes Übergewicht. Bei mir wurde vor 2 Wochen in der rechten Brust auch ein DCIS in situ herausoperiert. Ging alles gut, keine Schmerzen. Bis zur OP hieß es noch, vermutlich Hormontherapie (1 Tablette tgl) und das wars. Es waren zwei kleine Mikroverkalkungen im Milchgang, die wurden großzügig herausgenommen mit einigem Gewebe. Heut in der Nachuntersuchung sagte man mir, man müsse eine 2. OP machen, da statt dem geplanten 2-3 mm zusätzlichen Gewebe rundum nur 1 mm herausgenommen worden war. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich fühl mich total verarscht und denke, die haben irgendwie Mist gebaut und das wollen sie mir jetzt nicht sagen, dass es vielleicht doch nicht so harmlos war, wie sie immer getan haben. Außerdem soll ich ab Anfang November für 3-4 Wochen eine tägliche örtliche Bestrahlung bekommen. WARUM? Ich werde es machen lassen, aber warum eine Bestrahlung, wenn es noch kein “ausgebrochener” Krebstumor war, sondern “nur” eine kleine Verkalkung. Geldmacherei? Ich hab jetzt noch mehr Angst als vorher… irgendwie glaub ich nicht mehr an die Geschichte von wegen “wenn das raus ist und sie Tabletten nehmen, dann wird alles gut”… bin grad sauer und enttäuscht zugleich.

  14. Liebes Team,
    bei mir wurde im November 23 DCIS High grade (3) mit Komedonekrosen festgestellt. Es erfolgte am 15.02 eine BET und nun steht die Strahlentherapie an. Der Arzt konnte zur Wirbelsäule hin lediglich einen Resektionsrand von < 1mm erreichen. Mein Gynäkologe lacht mich aus, weil ich Angst habe, dass nicht alles entfernt sein könnte. Ich bin 56 Jahre und fühle mich nicht gut informiert. (Schwerbehindertenausweis, Nachsorge usw.).
    Der DCIS ist Hormonrezeptorpositiv für Östrogen.
    Sollte ich nicht evtl. doch eine Mastektomie machen lassen, um Sicherheit zu bekommen?

  15. Ich bin 34 bei mir wurde gutartige krebsvorstufe diagnostiziert.
    Der knoten ist raus. Nach Laborbefund wird entschieden ob strahlentherapie oder hormontherapie erforderlich ist .
    Doch wenn man Kinderwunsch hat, kann man die hormontherapie(tamoxifen) weglassen . Würde nur strahlentherapie genügen ?
    Oder macht es sinn vor der Hormontherapie schwanger zu werden ? Weil vorstufe noch kein krebs ist

    1. Hallo!
      Hier die Antwort unseres Experten:
      Wenn es sich bei der Krebsvorstufe wahrscheinlich um ein DCIS handelt, ist eine Therapie mit Tamoxifen gemeint. Dies ist keine Therapie, die standardmäßig empfohlen wird und ist mit Ihnen auf der Basis einer Risiko-Nutzen-Bewertung und Ihrer Lebensplanung individuell zu besprechen. In Ihrem Falls ist bei Kinderwunsch unter Berücksichtigung Ihres Alters die Kinderwunschplanung im Fokus (nach Abschluss der Strahlentherapie, falls indiziert). Auf eine Antihormontherapie sollte man dabei auch nach der Schwangerschaft verzichten.

      Herzliche Grüße
      Christiane vom Mamma Mia!-Team

    2. Hallo Charlene,

      mittlerweile habe ich mich von meiner Frauenärztin überzeugen lassen, die Mammo+US machen zu lassen. Meine Ablehnung beruht darauf, dass 1. Strahlung und 2. was mich noch mehr stört die Quetschung der Brust. Falls doch Tumor drin sein sollte, wird dieser ja auch mit gequetscht… aber, da die KK ja keine MRT zur Nachsorge bezahlt lasse ich es nun doch machen.

    3. Hallo Arzu,

      gutartige Krebsvorstufe gibt es nicht – Krebs u. Krebsvorstufen sind IMMER bösartig!!
      Bezüglich Tamoxifen gibt es diverse internationale Studien (siehe Pubmed), die nur eine minimalen Nutzen sehen. Das muss man wirklich abwägen, ob es das Wert ist. Aber bei einer Bestrahlung hingegen konnte man signifikant eine Verbesserung sehen (auch Pubmed).

  16. Bei mir wurde beim Mammographie Screening im April in der linken Brust Mikroverkalkungen, BIRADS 4 entdeckt.
    Im Mai erfolgte eine Vakuumbiopsie.
    Befund: DCIS hochgradig mit Komedonekrosen.
    Am 08.Juni Ersttermin im Brustzentrum.
    Ich hoffe es kann Brusterhaltend operiert werden.
    Die Histologie ergab auch dass die Tumorzellen auf Hormone reagieren.

    1. Liebe Frau Fischer,
      unser Experte hat Ihre Frage wie folgt beantwortet:
      In aller Regel ist in dieser Situation eine Operation (wenn irgend möglich) brusterhaltend vorgesehen, ggf erfolgen im Anschluß noch eine Strahlentherapie oder (je nach Rückfallrisiko) auch eine ergänzende antihormonelle Therapie.

      Wir hoffen, dies hilft Ihnen weiter.

      Alles Gute!

  17. Ich habe durch einen harmlosen Tatsbefund im Jahr 2021 links einen Knoten gespürt. Mammographie von beiden Brüsten zeigte dann ein High G 3 DCIS ausgedehnt. Ich wurde im September und Oktober BET operiert 28 x bestrahlt und habe bis vor wenigen Wochen Tamoxifen eingenommen. Die NW waren so unerträglich das ich lieber das kontrollierte Risiko also diese geminderte Lebensqualität hinnehme. Mein FA weiß darüber Bescheid und hat mich im Blick. Bisher ist alles gut.

  18. Vor 15 Jahren wurde ich an beiden Brüsten operiert wegen Mikrokalk bzw. Verdacht auf Brustkrebs. Es wurde ein carcinoma in situ festgestellt aber nicht operiert. Wäre eine Option. Nicht sinnvoll?

    1. Liebe Frau Friedel,
      unser Experte hat sich Ihrer Frage angenommen, hier seine Antwort:

      Auch wenn sich aus einem Carcinoma in situ nicht zwangsläufig ein Brustkrebs entwickelt wird in aller Regel eine Operation zur Risikoverringerung durchgeführt.

      Herzliche Grüße

  19. Im Dezember 2020 wurde ich BET am DCIS operiert.
    Im Januar 2021 wurde erneut BET operiert.

    Danach erfolgte die Bestrahlung.

    Nach weiteren Kontrollen ist im September 2022 ein Rezidiv mit einer Größe von > 5cm entdeckt worden.

    Ich bin mir mittlerweile sicher, dass alle Kontrollen nichts nützen?!
    Oder warum war trotz Kontrolle ein so großer DCIS entstanden.

    Wesentlich wichtiger wäre es die Patienten besser über ihren Lebensstil und die Nahrung zu informieren, dass wird meiner Ansicht nach in den meisten Reha´s komplett vernachlässigt.

    Ich selbst bin noch der Suche den DCIS außerhalb einer Brustentfernung zu finden.

    Leider gibt es hier wenig Hilfestellungen durch die Medizin oder Internet.

    1. Liebeb Frau Rodian,
      wir haben Ihre Frage an unseren Experten weitergeleitet.
      Hier seine Antwort, die Ihnen hoffentlich weiterhilft

      Leider ist ein DCIS manchmal in den klassischen Kontrolluntersuchungen schwer zu entdecken. In so einem hartnäckigen Fall wie bei Ihnen wird wahrscheinlich eine Mastektomie (Operation der ganzen Brustdrüse) diskutiert. Ein gesunder Lebenstil (Sport, ausgewogenen vitaminreiche Ernährung) hat sicher einen positiven EInfluß, eine garantierte Wirksamkeit gibt es aber leider nicht.

      Alles Gute

  20. Bei mir wurde Brustkrebs diagnostiziert. Nach der brusterhaltenden OP wurden noch zusätzlich 5cm DCIS festgestellt. DCIS muss nicht zwangsläufig in der Mammographie darstellbar sein, 1 Monat vor der OP war keine Mikroverkalkung feststellbar. Soviel dazu, dass DCIS „meist“ durch Mikroverkalkung feststellbar ist. Leider wird das im Internet zu selten beschrieben.

    1. Welche Rolle kann whatchfull waiting einnehmen?
      Wie sind prophylaktische Eingriffe zu bewerten, wenn bis zu 50% eigentlich nicht chirurgisch behandelt werden müssten? Das wäre die Personengruppe, deren Befund niemals maligen geworden wäre? Dann lieber alle “unters Messer”? Völlig unverständlich…
      Aber das sind ja Empfehlungen der S3-Leitlinien…(!)

      Freundlichst
      Eichhorn

      1. Bei mir wurde ebenfalls DECIS lowgrade links festgestellt. Aufgrund der Verteilung des Mikrokalks ist eine brusterhaltende OP voraussichtlich nicht möglich. Ich bin 44 und empfinde eine solch einschneidende OP unverhältnismäßig. Ich werde mich entgegen der Leitlinien für Watchful waiting entscheiden. Vielleicht wird es irgendwann zu Brustkrebs, aber der kann dann immer noch behandelt werden. Bis dahin kann ich ein glückliches Leben in einem unentstellten weiblichen Körper weiterführen. Und wer weiß, vielleicht trifft es mich auch gar nicht.
        Natalie

  21. Bei mir wurde Mitte 2017, damals 53, durch eine Mammografie DCIS in der rechten Brust festgestellt. Nach OP, Bestrahlung und Tamoxifen Einnahme ohne Nebenwirkungen sowie regelmässigen Kontrollen, auch weiterhin, geht es mir sehr gut…

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