Brustkrebs und BRCA1: Prophylaxe-OP – Erfahrungen mit den Folgen?

Bei meiner Diagnose vor fast elf Jahren (triple-negativer Brustkrebs und BRCA1-Mutation) wurde mir nahegelegt, über eine vorsorgliche Entfernung der Eierstöcke und Eileiter bis zum Alter von 40 Jahren nachzudenken. Jetzt bin ich 42 und kann mich nicht entscheiden, ob ich diese OP machen lassen soll oder nicht. Die Folgen sind ja nicht unerheblich und ich habe einfach große Angst, wieder in das Tal von ständiger Müdigkeit, Erschöpfung und Depression zurückzufallen. Wer musste eine ähnliche Entscheidung treffen? Und wie ist diese ausgefallen? Liebe Grüße, Tatjana

Antworten

  • “Ich habe mich auch mit 42 dafür entschieden, gleicher Zelltyp und BRCA1-Genmutation. Das war vor acht Jahren und ich hatte keine gravierenden Nebenwirkungen. Würde ich vorsorglich immer wieder so machen.” – Britta
  • “Meine Ärztin drängt mich zur Entfernung der Eierstöcke. Doch ich kann nur langsam mit all den Veränderungen meiner Erkrankung umgehen, kann die Fatigue akzeptieren und gewinne wieder an Lebensqualität. Meine Angst vor der Hormonumstellung (und was diese mit sich bringen könnte) ist zu groß. Während meiner Krebsbehandlung habe ich zu oft erlebt, dass mein Körper gerne alle Nebenwirkungen, die es geben kann, mitnimmt. Ich entscheide mich bewusst für die Lebensqualität und trage das erhöhte Risiko. Vielleicht sieht es nächstes Jahr anders aus. Aber jetzt stimmt es so für mich. Ich habe diese Entscheidung gegen den Rat vieler Ärzte getroffen. Aber es fühlt sich gut und richtig an.” – Nela
  • “Nachdem ich mit der Zoladex Spritze nur Probleme hatte, habe ich mir die Eierstöcke entfernen lassen und bereue diese Entscheidung keinesfalls. Für mich war es ein „Segen“, weil danach tatsächlich einiges besser war!” – Claudia
  • “Ich habe sie mir vor zehn Wochen entfernen lassen und stecke noch mitten in den Entzugserscheinungen. Es ist kein leichter Spaziergang, aber es wird langsam besser.”  – Bea
  • Mit 36 Diagnose Brustkrebs, Chemo, beidseitige Mastektomie, Aufbau und Bestrahlung. Dann bin ich mit 38 endlich die Gebärmutter und die Eierstöcke losgeworden, das war echt ein Krampf. Bin aber sehr erleichtert, da wieder ein Risikofaktor ausgeschaltet wurde. Es hat mich aber Nerven und Zeit gekostet, da jeder Arzt mir mit eventuellem Kinderwunsch kam. Da ich aber schon drei gesunde Jungs habe, war das schon mal kein Grund für mich!” – Sylvia
  • “Ich hatte 2012 auch die Wahl entweder zehn Jahre lang Tamoxifen oder Eierstöcke raus, da war ich 40 Jahre. Ich habe sie mir nach der Chemo entfernen lassen und es nicht eine Sekunde bereut, hatte keinerlei Nebenwirkungen, zum Glück! Das Tal der Erschöpfung und Depressionen kommt nicht von der Eierstock-Entfernung. Ich kann nur dazu raten!” – Veronika
  • “Habe meine Eierstöcke auch präventiv entfernen lassen, außer dem Libidoverlust geht es mir sehr gut!” – Simone

Quelle: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin 01/2023

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