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Gebärmutterkrebs: Was hilft bei plötzlichen Wechseljahren nach der OP?

Redaktion Mamma Mia!

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Wechseljahre
© iStock / fizkes
Nach einer Gebärmutterkrebs-Operation fallen Frauen schlagartig in die Wechseljahre. Dann haben sie oft mit unangenehmen Symptomen zu kämpfen, etwa mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen oder Stimmungsschwankungen. Lesen Sie, welche Tipps und Maßnahmen jetzt helfen können.

Die meisten Frauen mit der Diagnose Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) unterziehen sich einer Operation. Dabei entfernen Ärztinnen und Ärzte die Gebärmutter samt Gebärmutterhals und meist zusätzlich die Eileiter und Eierstöcke. Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu beseitigen. Die Eierstöcke werden in der Regel mit entfernt, um die dort stattfindende Hormonproduktion (Östrogen, Progesteron) zu verhindern. Viele Gebärmuttertumoren wachsen nämlich unter dem Einfluss von weiblichen Geschlechtshormonen.

Nach der Gebärmutterkrebs-OP: Die Wechseljahre setzen ein

Nach der Gebärmutterkrebs-Operation werden Frauen jedoch plötzlich in die Wechseljahre versetzt, weil die weiblichen Sexualhormone fehlen. Der Fachbegriff für das Ende der fruchtbaren Phase und dem Zeitpunkt der letzten Monatsblutung ist „Menopause“. Ein anderer Begriff für die Wechseljahre ist „Klimakterium.“ Frauen sind dann unfruchtbar und können nicht mehr schwanger werden. Für jüngere Frauen mit einem Endometriumkarzinom, die noch einen Kinderwunsch hegen, versuchen Ärztinnen und Ärzte, eine Lösung zu finden. Unter bestimmten, eng gesteckten Voraussetzungen lässt sich die Fruchtbarkeit manchmal doch noch eine Zeit lang erhalten.

Mit dem Einsetzen der Menopause zeigen sich bei vielen Frauen die typischen Wechseljahressymptome. Dazu gehören zum Beispiel Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Allerdings erleben nicht alle Frauen in den Wechseljahren sämtliche und die gleichen Symptome. Zudem können Sie unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein.

Auch der Umgang mit den Wechseljahresbeschwerden kann von Frau zu Frau sehr verschieden sein. Manche kommen gut mit ihren Symptomen zurecht. Sie akzeptieren ihre Beschwerden, betrachten sie als vorübergehend und lernen, mit ihnen zu leben. Andere Frauen leiden dagegen extrem unter den unangenehmen Symptomen. Sie fühlen sich in ihrem Alltag, in ihren Aktivitäten und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Wechseljahre: Diese Symptome können auftreten

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein normaler Abschnitt im Leben jeder Frau. Die Hormonproduktion sinkt allmählich ab und versiegt schließlich ganz. An diesem Prozess kommt keine Frau vorbei. Der Beginn und die Dauer der Wechseljahre sind individuell sehr verschieden. Ungefähr 50 Prozent der Frauen hätten mit etwa 52 Jahren ihre letzte Regelblutung, schätzt der Berufsverband der Frauenärzte e.V.

Bei Frauen nach einer Gebärmutterkrebs-OP ist es allerdings ein wenig anders: Denn die Wechseljahre sind dann kein langsamer Prozess, der stetig voranschreitet. Vielmehr setzen die Wechseljahre – und damit die oft unangenehmen Symptome – schlagartig nach der Krebsoperation ein, wenn die Eierstöcke mit entfernt wurden. Die Hormonproduktion endet also abrupt und Frauen werden ganz plötzlich in die Wechseljahre „versetzt“.

Möglich sind folgende Symptome der Wechseljahre:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche – von diesen Beschwerden berichten viele Frauen,
  • Schlafstörungen,
  • Gewichtszunahme,
  • Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen bis hin zur Depression,
  • Verlust der Libido,
  • trockene Haut,
  • trockene Schleimhäute, auch zum Beispiel in der Scheide – dann kann Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft sein.
Leben mit Gebärmutterkrebs

Wechseljahre nach Gebärmutterkrebs-OP: Hormone oder nicht?

Für Frauen in den Wechseljahren gibt es Medikamente, die den Hormonspiegel künstlich ausgleichen – eine sogenannte Hormonersatztherapie (HRT oder HET). Diese Hormonbehandlung kann die Wechseljahresbeschwerden meist lindern. Wie alle Medikamente haben auch diese Arzneien einige Nebenwirkungen, die alle Frauen immer gut mit Ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen sollten. Daneben gibt es Hormonpräparate, die lokal vor Ort wirken, zum Beispiel bei Scheidentrockenheit.

Achtung!

Wenn aufgrund von Untersuchungen feststeht, dass Ihr Gebärmutterkrebs hormonabhängig ist, dürfen Sie keine Hormone anwenden. Sie würden das Krebswachstum fördern.

Für Frauen mit einem Endometriumkarzinom ist die Anwendung von Hormonen prinzipiell möglich, aber eventuell nicht ohne Gefahr. Es ist nicht wissenschaftlich gesichert, dass eine Hormonersatztherapie nach einer Gebärmutterkrebserkrankung nicht doch zu einem höheren Rückfallrisiko (Rezidivrisiko) führt. Viele Frauen haben Angst davor, dass der Krebs zurückkehren könnte. Die künstlichen Sexualhormone könnten eventuell noch verbliebenen Krebszellen als „Treibstoff“ dienen.

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Symptome in den Wechseljahre lindern: Tipps und Hilfe

Die Wechseljahresbeschwerden bessern sich oft auch von selbst, allerdings über einen längeren Zeitraum. Das Wissen, dass auch die Symptome irgendwann vorübergehen, kann dabei helfen, mit den Beschwerden besser zurechtzukommen und diese unangenehme Phase der Wechseljahre besser zu überstehen.

Es gibt unzählige Tipps und Maßnahmen, mit denen Frauen ihre Beschwerden bekämpfen, zum Beispiel aus dem Internet oder Zeitschriften. Wenn Sie gerade eine Gebärmutterkrebs-OP hinter sich haben, sollten Sie immer zuerst Ihr Behandlungsteam danach fragen, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind und ob Sie diese anwenden dürfen.

Manche schwören auf eine gesunde Ernährung oder den Verzicht auf Alkohol und scharfe Gewürze. Andere versuchen es mit Bewegung, Entspannung oder pflanzlichen Präparaten. Für die meisten Maßnahmen ist es wissenschaftlich nicht ausreichend in Studien nachgewiesen, dass sie bei Hitzewallungen und Co tatsächlich helfen.

Allerdings besitzt ein gesunder Lebensstil allgemein einige positive Effekte auf den Körper, Geist und die Psyche. Bevor Sie vielleicht einige der folgenden Tipps ausprobieren: Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, ob sie für Sie geeignet sind und keine Risiken bergen. Das gilt vor allem für Ernährungsversuche oder Diäten.

Überprüfen sie während und nach der Anwendung der Tipps, ob die Symptome abnehmen und sie sich insgesamt wohler fühlen. Es gibt aber nicht den „einen“ Ratschlag, der allen Frauen gleichermaßen hilft.

Ernährung in den Wechseljahren

Eine gesunde, ausgewogene und vielseitige Ernährung ist für alle Menschen empfohlen. So versorgen Sie Ihren Körper mit genügend Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen. Verzehren Sie zum Beispiel viel Obst und Gemüse, wählen Sie pflanzliche statt tierischer Fette und nehmen Sie jeden Tag ausreichend Flüssigkeit zu sich (zum Beispiel Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees). Eine gesunde Ernährung hilft außerdem dabei mit, das Körpergewicht zu halten. Wenn Sie übergewichtig sind, kann Sie eine ausgewogene Ernährung dabei unterstützen, einige Pfunde abzunehmen.

Um gegen ihre Hitzewallungen vorzugehen, verzichten manche Frauen zum Beispiel auf Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol oder scharfe Gewürze wie Chili. Bewiesen ist die Wirksamkeit aber nicht. Probieren Sie am besten aus, ob sich Ihre Wechseljahressymptome durch den Konsum bestimmter Lebensmittel verändern. Sie sollten sich aber kein Lebensmittel verbieten, das Sie gerne mögen.

Bewegung und Sport

Menschen, die während und nach ihrer Krebserkrankung Sport treiben, haben wahrscheinlich eine bessere Prognose und eine geringere Wahrscheinlichkeit, zu versterben. Darauf deuten verschiedenen Studien hin, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung kann vermutlich die Gefahr eines Rückfalls senken. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Sport und Krebs bei Menschen mit verschiedenen Krebsarten, etwa Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Das Sterberisiko lag niedriger als bei Krebskranken, die kaum körperlich inaktiv waren. Experten und Expertinnen haben daher für alle Krebsüberlebenden Empfehlungen zur körperlichen Aktivität herausgegeben.

Körperliche Aktivität tut dem Organismus und der Psyche gut. Sie stärkt zum Beispiel die Muskeln und Knochen, verbessert die Beweglichkeit, stärkt das Herz-Kreislauf-System, trägt zu einem normalen Körpergewicht bei und verbessert bei vielen die Stimmung. Auch bei einer Gebärmutterkrebserkrankung können Bewegung und Sport den Körper und die Seele unterstützen.

Bewegen Sie sich deshalb so viel wie möglich in Ihrem Alltag. Sie können zum Beispiel Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen, aber auch Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren gelten als gesund. Sie können zudem maßvollen Kraftsport betreiben. Lassen Sie sich vorher unbedingt ärztlich beraten, welche Sportart für Sie geeignet ist und in welcher Dosis Sport für Sie gut ist.

Entspannung

Entspannung kann für Menschen mit einer Krebserkrankung wie dem Endometriumkarzinom hilfreich sein. Es gibt verschiedene Entspannungstechniken, die Sie am besten unter professioneller Anleitung erlernen. So stellen Sie sicher, dass Sie die Entspannungsmethode anschließend auch richtig praktizieren und die Übungen korrekt ausführen.

Beispiele für häufige angewendete Entspannungstechniken:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Yoga
  • Meditation

 

Auch sanfte Bewegungsarten wie Tai Chi oder Qigong können beim Stressabbau helfen und zu mehr Gelassenheit führen. Manche bekommen auch ein besseres Körpergefühl und verbessern ihre Beweglichkeit. Auch bei Schlafstörungen aufgrund der Wechseljahre können sich Entspannungstechniken positiv auswirken.

Wechseljahressymptome – mit anderen darüber reden

Sprechen Sie bei Ihrem Behandlungsteam das Thema „Wechseljahre“ aktiv an. Ärztinnen und Ärzte wissen in der Regel, welche Möglichkeiten es bei einer Gebärmutterkrebserkrankung gibt, um die Beschwerden im Zaum zu halten.

Nehmen Sie keine Präparate gegen Wechseljahressymptome auf eigene Faust ein, ohne dass Ihr Behandlungsteam dies weiß. Das gilt vor allem für freiverkäufliche Präparate aus der Apotheke, Drogerie oder dem Internet.

Besprechen Sie Ihre Erfahrungen und Gefühle mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin. Auch Geschwister, Freunde, Freundinnen und andere nahestehende Menschen können gute Zuhörer und Ratgeber sein.

Besuchen Sie auch eine Selbsthilfegruppe. Dort gibt es andere Frauen mit der gleichen Erkrankung, die vielleicht Tipps gegen die Wechseljahresbeschwerden haben. Sie haben oft einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit dem Gebärmutterkrebs und den plötzlichen Wechseljahren, die auch Ihnen zugutekommen können.

  1. S3-Leitlinie „Endometriumkarzinom“, Stand: September 2022, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Endometriumkarzinom/Version_2/LL_Endometriumkarzinom_Langversion_2.0.pdf (Abruf: 5.7.2023)
  2. Patientinnenleitlinie „Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers“, Stand: März 2021 https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-034OLp_S3_Endometriumkarzinom-Diagnostik-Therpie-Nachsorge-Gebaermutterkoerperkrebs_2022-02_01.pdf (Abruf: 5.7.2023)
  3. Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/gebaermutterschleimhautkrebs (Abruf: 5.7.2023)
  4. Deutsche Krebshilfe: Krebs der Gebärmutter, Blaue Ratgeber, https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Krebs-der-Gebaermutter_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf (Abruf: 5.7.2023)
  5. Deutsche Krebsgesellschaft, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/gebaermutterkoerperkrebs/therapie.html (Abruf: 5.7.2023)
  6. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/wechseljahrsbeschwerden-selbst-lindern.html (Abruf: 5.7.2023)
  7. Berufsverband der Frauenärzte e.V., https://www.frauenaerzte-im-netz.de/koerper-sexualitaet/wechseljahre-klimakterium (6.7.2023)
  8. Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-.html (Abruf: 24.7.2023)
  9. K. L. Campbell, K. Winters-Stone, J. Wiskemann, A. M. May, A. L. Schwartz, K. S. Courneya, D. Zucker, C. Matthews, J. Ligibel, l. Gerber, G. S. Morris, A. Patel, T. F. Hue, F.M. Perna, K. H. Schmitz (2019) Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine & Science in Sports & Exercise, DOI 10.1249/MSS.0000000000002116, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31626055/

NP-DE-AOU-WCNT-230031/ (07-2023)

Mit freundlicher
Unterstützung von GlaxoSmithKline

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Die Informationen auf dieser Seite können eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Auch dienen sie nicht dazu, eigenständig eine Diagnose zu stellen oder eine Therapie einzuleiten.

Gebärmutterkrebs – mit vielen Namen

           Gebärmutterkrebs hat noch einige andere Namen:

  • Endometriumkarzinom
  • Gebärmutterkörperkrebs
  • Gebärmutterschleimhautkrebs
  • Korpuskarzinom
  • Uteruskarzinom