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Reha­bili­ta­tion

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Zurück im Leben

Die Entlassung aus der Klinik ist für viele Frauen, die an Eierstockkrebs erkrankt sind, nicht nur mit Freude, sondern auch mit Sorge verbunden. Sie sind körperlich erschöpft und fangen gerade an, sich psychisch mit der neuen Lebenssituation auseinanderzusetzen, und nun wartet der Alltag mit seinen Anforderungen auf sie. Da stellt sich natürlich die Frage: Werde ich das alles schaffen?

In der Reha (Rehabilitation) werden Krebspatientinnen optimal auf den Alltag vorbereitet. Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter kümmern sich um das körperliche und psychische Wohlergehen und beraten darüber hinaus auch in ganz praktischen Fragen wie zum Beispiel Organisation des Haushalts oder Rückkehr in den Beruf. Falls dies erforderlich ist, kann von der Reha aus auch eine qualifizierte ambulante Pflege beauftragt werden.

Reha-Antrag frühzeitig stellen

Die in der Regel dreiwöchige Reha wird meist als Anschlussheilbehandlung unmittelbar nach einem Klinikaufenthalt durchgeführt. Wer aber erst einmal nach Hause möchte, kann auch jederzeit später noch eine Reha in Anspruch nehmen. Die Anschlussheilbehandlung erfolgt meist stationär, aber auch ambulante Reha-Maßnahmen sind möglich. Grundsätzlich ist es wichtig, eine für die individuellen Bedürfnisse geeignete Reha-Einrichtung auszuwählen und den Antrag auf Kostenübernahme frühzeitig zu stellen. In der Regel ist die Rentenversicherung zuständig, sonst die Krankenkasse.

Was genau bietet die Reha? Zunächst einmal werden Bewegungsprogramme angeboten, um die körperliche Belastbarkeit so weit möglich wieder herzustellen. Viele Frauen sind am Ende der Reha überrascht, wie sehr sie in dieser relativ kurzen Zeit von einem gezielten Kraft- und Ausdauertraining profitiert haben. Bewegung macht im Übrigen nicht nur fit und stärkt das Immunsystem, sie kann nachweislich auch dabei helfen, die Krebserkrankung anzunehmen und wieder ein positives Körpergefühl zu entwickeln.

Viele praktische Tipps für den Alltag

Selbst aktiv etwas zu tun, hilft gegen Ohnmachtsgefühle und fördert die Krankheitsbewältigung. Regelmäßige – den individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende – Bewegung ist ein Aspekt, und auch eine bewusste Ernährung trägt sinnvoll zu einem ganzheitlichen Umgang mit der Krebserkrankung bei. In der Reha können Frauen lernen, welche Art der Ernährung empfehlenswert ist, und erhalten dazu viele praktische Tipps und Rezeptvorschläge. Eine spezielle Beratung gibt es für Patientinnen mit künstlichem Darmausgang.

Die Ergotherapie als weitere Reha-Maßnahme bietet ein gezieltes Training für den Alltag an. Tätigkeiten, die infolge der Krebserkrankung besonders schwer fallen, werden trainiert, oder die Patientin entwickelt gemeinsam mit dem Ergotherapeuten Strategien, wie sie beschwerliche Tätigkeiten im Alltag umgehen kann.

Auch die Möglichkeit, sich während der Reha mit anderen Krebspatientinnen auszutauschen, tut vielen Frauen gut. Zu erleben, dass andere dasselbe Schicksal haben und zu sehen, wie sie damit umgehen, kann wichtige Impulse für die eigene Krankheitsbewältigung geben. Dasselbe gilt auch für eine professionelle psychoonkologische Begleitung, die auf Wunsch bereits während der Reha beginnen und anschließend im Rahmen der Nachsorge fortgeführt werden kann.

Schritt für Schritt zurück in den Beruf

Das Hamburger Modell
Ein wichtiger Schritt hin zur „Normalität“ ist für viele an Krebs erkrankte Frauen die Rückkehr in ihren Beruf. Dabei hilft das so genannte Hamburger Modell, das nach längerer Krankheit einen beruflichen Wiedereinstieg mit schrittweiser Erhöhung des Arbeitspensums möglich macht. Diese stufenweise Wiedereingliederung ist eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation, die der Arzt in Abstimmung mit Patientin und deren Arbeitgeber „verordnet“. Für die Dauer dieser Maßnahme erhält die Arbeitnehmerin weiter in voller Höhe Krankengeld von ihrer Krankenkasse oder Übergangsgeld von der Rentenversicherung. Während das Hamburger Modell bei gesetzlich Versicherten automatisch greift, müssen privat Versicherte mit ihrer Krankenkasse eine entsprechende Regelung aushandeln. Voraussetzung für die stufenweise Wiedereingliederung ist in jedem Fall die Zustimmung des Arbeitgebers, der sich auch ohne Angaben von Gründen verweigern kann. In der Mehrzahl der Fälle lässt sich jedoch eine einvernehmliche Regelung finden, mit der alle Beteiligten gut leben können.

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