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Duftende Lebens­begleiter

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Ätherische Öle für das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele

Mit der Nase vorneweg geht es bei diesem Thema um die Wirkungsweisen und Einsatzmöglichkeiten ätherischer Öle für das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele. In den letzten 5.000 Jahren entwickelten Menschen verschiedene Methoden, den Pflanzen ihre heilsamen und duftenden Essenzen zu entziehen, um sie für den Menschen verfügbar zu machen. Heute stehen uns zahlreiche naturreine ätherische Öle zur Verfügung, mit denen wir Wohlbefinden und Gesundheit erhalten, verbessern und wiedererlangen können.

Gerade für schwerstkranke Menschen, die erleben müssen, dass ihr Körper durch Krankheit und Therapiefolgen immer mehr Beschwerden aufweist, ist der Einsatz der ätherischen Öle in der täglichen Pflege eine wohltuende Alternative oder Ergänzung zu pharmazeutischen Produkten. Sehr froh können wir natürlich sein, dass es in akuten Notsituationen Medikamente gibt, die das Symp­tom schnell und zielgenau lindern. Häufig tut’s aber die Pille allein nicht. Wonach ein kranker Mensch sich sehnt und was ihm Linderung verschafft, ist individuell sehr unterschiedlich. Darum ist es umso wichtiger, eine möglichst breite Angebotspalette parat zu haben.

Aromapflegerische Angebote sind in mehrfacher Hinsicht eine wunderbare Möglichkeit, der ganzen Bandbreite an Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Forderung nach ganzheitlicher Versorgung mithilfe sanfter und natürlicher Behandlungsmethoden wird durch das Konzept der Aromatherapie bedient, das auf traditionellem Naturheilwissen beruht. Es ist zwischen dem Bereich der Aromapflege und dem der Aromatherapie zu unterscheiden. Aromapflegerische Anwendungen liegen im Kompetenzbereich der professionell Pflegenden. Aromatherapeutische Maßnahmen erfordern eine höhere Dosierung und gegebenenfalls auch eine andere Applikationsform. Sie müssen daher von einem Mediziner verordnet werden.

Den Grundbaustein bilden immer die 100 Prozent naturreinen ätherische Öle. Hierbei handelt es sich um Essenzen, die sich innerhalb des botanischen Stoffwechsels bilden und in unterschiedlichen Pflanzenteilen eingelagert sind. Die Essenzen bestehen aus bis zu 400 biochemischen Inhaltsstoffen und werden den Pflanzen durch verschiedene, teilweise sehr aufwendige Verfahren entzogen. Da die Wirkung von der komplexen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe abhängt, sind naturidentische oder synthetische Produkte abzulehnen. Ätherische Öle sind keine fetten Öle. Die Bezeichnung „Öl“ für „ätherisches Öl“ ist irreführend. Ätherische Öle mischen sich nicht mit Wasser, sondern schwimmen als Film obenauf und gleichen hierin den fetten Ölen – daher bekamen sie die Bezeichnung „Öl“.

Wirkung auf körperlicher Ebene

Die heilsamen Wirkungen ätherischer Öle auf körperlicher Ebene sind vielfältig: antibakteriell, antiviral und antimykotisch, außerdem krampflösend, schmerzlindernd und hustenlösend. Die Öle beeinflussen die Verdauung, fördern die Durchblutung, wärmen oder kühlen. Ätherische Öle werden aufgrund ihrer fettlöslichen Eigenschaften über Haut und Schleimhäute vom Körper aufgenommen und über den Blutkreislauf zu den einzelnen Organen transportiert, so dass die Inhaltsstoffe einige Minuten nach einer Einreibung im Blut nachgewiesen werden können.

Wirkung auf psychischer Ebene

Düfte können wir nur schlecht mit Worten beschreiben. Ausgeprägt ist allerdings unsere Erinnerung an Düfte, denn der Geruchssinn ist eng gekoppelt mit unserem Gedächtnis. Gefühle, Vorlieben, Ängste und Abneigungen sind oft mit Dufterlebnissen verbunden. Die Geruchswahrnehmung findet in den ältesten Gehirnteilen statt, dem Limbischen System und dem Hypothalamus. Diese Stammhirnareale gelten als die Teile des Gehirns, in denen Gefühle und Triebe, die hormonelle Steuerung sowie die Regulierung der Drüsenfunktionen lokalisiert sind. Düfte, die man erstmalig wahrnimmt, werden mit eben der Gemütsverfassung zusammen abgespeichert, in der man sich gerade befindet und können später durch den gleichen Duft wieder ausgelöst werden. Somit hat jeder Mensch seine persönliche Bewertung von Düften und kann sich mit seinen individuell positiv besetzten Lieblingsdüften jederzeit selbst in eine gute psychische Verfassung bringen.
Darüber hinaus gibt es auch allgemein gültige, medizinisch verwendbare Wirkungseinflüsse von ätherischen Ölen. Sie werden vom Hypothalamus, der Schaltstelle zu den Drüsen, weitergeleitet. Dabei kann die Ausschüttung von Botenstoffen, wie zum Beispiel Endorphin, durch ätherische Öle angeregt werden.

Richtiger Umgang

  • nicht innerlich verwenden (nicht einnehmen)
  • nur stark verdünnt auf die Haut auftragen (in fettem Öl, Hydrolat oder Alkohol, mit Emulgator in Wasser)
  • Allergietest durchführen (Kontaktprobe in der Ellenbeuge)
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • Sparsam dosieren
  • Falls zu viel ätherisches Öl auf die Haut gelangt ist, mit viel fettem Öl (nicht mit Wasser!) die betroffenen Hautstellen abreiben.
  • Wenn ätherisches Öl ins Auge gelangt ist, dieses mit Milch ausspülen (auch hier kein Wasser verwenden).
  • Pfefferminz- und Kamillenöl gelten als Antidot gegen homöopathische Mittel.
  • Johanniskrautöl sowie alle ätherischen Zitrusschalenöle wirken fotosensibilisierend – direkte Sonneneinstrahlung sollte mindestens 30 Minuten nach der Einreibung vermieden werden.
  • Die Schadensbelehrung befindet sich jeweils auf der Innenseite des Flaschenetiketts.

Qualitätsgarantie

Die Qualitätsgarantie ist gegeben, wenn auf dem ­Fläschchen folgende Angaben zu finden sind:

  • Botanische Bezeichnung und Chemotyp
  • Pflanzenteil, aus dem das Öl gewonnen wurde
  • Gewinnungsverfahren
  • Herkunftsland
  • 100 Prozent naturreines ätherisches Öl
  • Chargennummer
  • Art des Anbaus:
    WS = Wildsammlung
    kbA = kontrolliert biologischer Anbau (zum Beispiel Demeter)
    konv. = konventionell (wurde im vierten oder fünften Jahr nicht mehr gespritzt).

Anwendungen

Aufträufeln einiger Öltropfen

  • Mit Papiertaschentuch zufächeln
    Einige Tropfen ätherisches Öl pur auf ein Papiertaschentuch oder eine Kompresse geben und damit vor der Nase fächeln. Zum Beispiel Pfefferminzöl (nicht bei Säuglingen und Kleinkindern) gegen Übelkeit, zum Wachbleiben, für einen klaren Kopf.
  • Schlafhilfe
    Als Einschlafhilfe bewährt es sich, einige Tropfen Narde, Sandelholz, Rose, Bergamotte, Jasmin, Lavendel fein, Vanilleextrakt, Mandarine oder Muskatellersalbei auf ein Papiertaschentuch zu träufeln und auf das Kopfkissen in die Nähe der Nase zu legen. (Nicht direkt auf den Schlafanzug oder das Kopfkissen geben, da das Öl Flecken hinterlässt)
  • Wattebausch im BH
    Wenn besonders schwierige Situationen, Gespräche, Eingriffe, Rückschläge hingenommen werden müssen, bewährt es sich, einige Tropfen Neroli oder Rose auf einen Wattebausch zu geben und in den BH zu stecken. So kann das Öl sowohl in Herznähe über die Haut als auch über die Nasenschleimhäute durch das Riechen vom Körper aufgenommen werden.
  • Riechdose
    Wattebausch mit ätherischem Öl beträufeln und in ein geschlossenes Gefäß geben. So hält sich der Duft lange und es kann bei Bedarf immer mal wieder eine Nase voll genommen werden.
  • Duftsteine
    Duftsteine aus Terrakotta oder ein elektrischer Duftstein können auf dem Nachtschrank oder im Wohnbereich platziert werden. Fünf bis zehn Tropfen (im Folgenden als ° gekennzeichnet) einer Duftmischung werden pur auf den Duftstein gegeben.

Raumsprays

Raumsprays sind einfach gemacht und besonders wirkungsvoll für die schnelle Raumbeduftung: 80 ml Alkohol, beispielsweise Weingeist + 15 ml destilliertes Wasser + 5 ml ätherisches Öl in einer Braunglasflasche mit Sprühaufsatz mischen.

Einreibungen/Massagen

Für Einreibungen oder Massagen muss das ätherische Öl in fettem Öl verdünnt werden. Fette Öle sind zum Beispiel Olivenöl, Aloe Vera Öl, Sonnenblumenöl, Mandelöl, Sesamöl, Jojobaöl, Avocadoöl.

Fette Öle

Olivenöl
Die einfach ungesättigten Fettsäuren des Olivenöls sind unserem Hautfett sehr ähnlich, werden von der Haut gut aufgenommen und verbinden sich mit dem körpereigenen Hautschutzmantel. Es dringt auch in die tieferen Hautschichten ein und bindet dort die Feuchtigkeit. Es ist ideal für die Reinigung und Pflege zarter Babyhaut sowie wie für reife, sensible Haut und hält sie gesund und straff. Olivenöl desinfiziert und fördert die Wundheilung und schützt auch die Schleimhaut vor dem Austrocknen.

Süßes Mandelöl
Süßes Mandelöl wirkt reizlindernd, pflegend und schützend und ist besonders geeignet für trockene Haut, die zu Sprödigkeit, Schuppung und Juckreiz neigt. Es ist sehr mild und sehr gut verträglich, gerade für empfindliche Haut und zu Allergien neigender Haut. Als ideales Massageöl zieht es gut ein und gibt ein schönes, weiches Hautgefühl. Außerdem ist es geruchsneutral und lässt sich hervorragend mit ätherischen Ölen mischen.

Jojobaöl
Jojobaöl wird aus den Samen des Jojobastrauchs gewonnen. Es entsteht ein Pflanzenwachs, dessen chemische Struktur mit Speiseöl nicht vergleichbar ist. Das flüssige Wachs hält Temperaturen bis zu 300 °C aus. Im Kühlschrank würde es erstarren, es schmilzt aber bei Raumtemperatur wieder, ohne an Qualität einzubüßen. Es wird selbst nach vielen Jahren nicht ranzig. Jojobaöl ist unserem Hautfett sehr ähnlich. Es lässt sich gleichmäßig auftragen, dringt leicht ein und schützt die Haut nachhaltig. Es hinterlässt keinen Fettglanz, sondern nur einen gesunden, seidigen Schimmer, die Haut wird glatt und geschmeidig. Es reguliert den Feuchtigkeitshaushalt und stabilisiert den Fettfeuchtigkeitsmantel, was bei juckender Haut und Neurodermitis von besonderem Wert ist. Es ist weniger für Massagen, sondern eher für Einreibungen zu nutzen. Jojoba hat einen natürlichen Lichtschutzfaktor von etwa 4.

Johanniskrautöl
Johanniskrautöl ist ein Mazerat, das heißt ein Auszug aus den Blüten des Krauts in Olivenöl. Das Johanniskrautöl ist ausgesprochen schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden. Es wirkt darüber hinaus wundheilend, entzündungshemmend und muskelentspannend. Außerdem ist es hautpflegend und hilfreich bei gereizter und irritierter Haut, denn es beruhigt das Nervensystem der Haut. Nach der Einreibung ist die Haut für acht Stunden sehr lichtempfindlich. Ein- bis dreiprozentige Mischungen können unbedenklich verwendet werden. Das heißt, es werden 100 ml fettes Öl (zum Beispiel Mandelöl oder Olivenöl) mit 1 ml ätherischem Öl (15 bis 30 Tropfen) gemischt.

Rezepturvorschläge für Einreibungen und Massagen

Alle hier aufgeführten Rezepturen gelten nur für Erwachsene.

  • Für die optimale Hautpflege: 100 ml Mandelöl, 30° ­Lavendel fein, 10° Zeder
  • Verwöhnen: 100 ml Mandelöl, 10° Lavendel fein, 10° Rosengeranie, 6° Zeder, 6° Tonka
  • Guter Schlaf (Bauch oder Fußeinreibung direkt vor dem Schlafengehen): 100 ml Mandelöl, 10° Berga­motte, 10° Muskatellersalbei, 10° Narde
  • Wachmacher: 100 ml Mandelöl, 15° Rosmarin cineol, 10° Zitrone, 10° Bergamotte, 5° Zeder
  • „alles tut weh“: 100 ml Johanniskrautöl, 16° Zeder, 10° Tonka, 10° Lavendel fein, 8° Orange
  • Schmerzen/Verspannungen (massierend und erwärmend einreiben – die Wirkung wird durch das Auflegen eines wärmenden Elements wie Wärmflasche, Kirschkernkissen, Taschenwärmer, Hotpack verstärkt): 100 ml Johanniskrautöl, 40° Cajeput, 10° Lavendel fein, 10° Rosmarin cineol, 8° Wacholder
  • Gelenkschmerzen, Knochenschmerzen: 100 ml Johanniskrautöl, 30° Cajeput, 10° Lavendel fein, 4° Zimtblätter, 4° Rosmarin cineol, 4° Muskatellersalbei, 4° Lorbeer
  • Hämatome/Narben (auf die entsprechenden Hautbereiche geben): 30 ml Mandelöl, 20° Immortelle, 5° Cistrose, 5° Lavendel fein
  • Bronchitis, Luftnot (Brust- und Rückeneinreibung, anschließend feuchte Wärme mit in heißes Wasser getauchtem und ausgewrungenem Geschirrtuch, trockenes Handtuch darüber, wärmendes Element, Wolldecke): 100 ml Johanniskrautöl, 20° Cajeput, 10° Eucalyptus globulus, 10° Lavendel fein, 10° Thymian linalol.
  • Fieber: 100 ml Jojobaöl, 20° Zitrone, 10° Pfefferminz
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen und hinter den Ohren einreiben – nicht direkt vor dem Schlafen, da vor allem die Pfefferminze wach hält): 5 ml Jojobaöl, 2° Thymian lineol, 1° Pfefferminze, 1° Cajeput
  • Halsentzündung (Hals einreiben und idealerweise feuchte Wärme dazugeben): 10 ml Jojobaöl, 10° Zi­trone, 10° Thymian lineol, 5° Cajeput
  • Blähungen/Verstopfung (Unterbauch im Uhrzeigersinn einreiben, Wärmflasche darauf): 100 ml Mandelöl, 10° Anissamen, 10° Thymian lineol, 8° Fenchel, 6° Kreuzkümmel, 6° Ingwer
  • Magenkrämpfe bei Durchfall (entkrampfende Wirkung – der Durchfall wird davon nicht verschwinden aber erträglicher): 100 ml Mandelöl, 10° Bergamotte, 10° Kreuzkümmel, 8° Ingwer, 6° Nelkenknospe
  • Pilzbefall (die betroffenen Bereiche auch nach dem Abklingen der Infektion einige Tage weiterbehandeln): 100 ml Jojobaöl, 20° Palmarosa, 20° Manuka, 5° Bay, 5° Rosengeranie
  • Bei gereizter, geröteter Haut in Hautfalten (um einer Pilzinfektion vorzubeugen): 100 ml Johanniskrautöl, 10° Lavendel fein, 10° Thymian linalol, 10° Palmarosa, 10° Rosengeranie, 5° Lorbeer, 5° Niauli
  • Juckreiz: 50 ml Jojobaöl, 50 ml Schwarzkümmelöl, 15° Lavendel fein, 8° Rosengeranie, 5° Neroli, 5° Cistrose, ° Immortelle
  • Blasenentzündung (Unterbauch einreiben und feuchte Wärme dazugeben): 30 ml Mandelöl, 8° Eukalyptus citriodora, 3° Thymian thymol, 3° Lavendel fein, 3° ­Niauli, 2° Muskatellersalbei, 2° Wacholder
  • Herpes Zoster (Gürtelrose): 100 ml Johanniskrautöl, 5° Manuka, 5° Cajeput, 5° Rosengeranie, 5° Rosmarin cineol
  • Lymphödem (wirkt anregend auf das Lymphgefäßsystem bei Ödembildung jeglicher Art, vor allem bei Lymphstau nach Brustamputation. Lymphdrainage mit dieser Mischung durchzuführen erhöht die gewünschte Wirkung der Drainage): 100 ml Mandelöl, 10° Orange, 10° Tonka, 8° Wacholder, 5° Lavendel fein, 5° Sandelholz, 2° Immortelle
  • Bestrahlung: 10 ml Lavendel fein, 10 ml Cajeput in ein 30 ml Sprühfläschchen geben und vor und nach der Bestrahlung einsprühen (vorher stark schütteln)
  • Nach Abschluss der Bestrahlungstherapie: 100 ml Johanniskrautöl, 25 ° Lavendel fein, 25° Cajeput (mehrmals täglich auf die bestrahlten Hautareale geben).

Waschungen mit ätherischen Ölen als Waschzusatz

Das ätherische Öl nicht pur ins Waschwasser geben, da es obenauf schwimmt. Es braucht einen Emulgator wie Sahne, Kaffeesahne, Kondensmilch, Mich, Honig oder Salz, damit es sich mit dem Wasser vermischt. Zwei bis drei Tropfen ätherisches Öl mit 10 ml Milch mischen und in die Waschschüssel geben für eine Waschung, ein Handbad oder ein Fußbad.

  • Für eine beruhigende Waschung: Lavendel fein, Jasmin, Neroli, Rose, Rosengeranie, Weihrauch arabisch, Zeder
  • Für eine belebende Waschung: Zitrone, Grapefruit, Rosmarin verbenon, Pfefferminze
  • Für eine entfaltende Waschung: Weihrauch, Rose, Iris, Salbei, Fenchel
  • Waschung zur Hautstabilisierung bei gestörter Hautflora: Benzoe Siam, Immortelle, Zitrone, Kamille römisch, Rosengeranie, Sandelholz, Lavendel fein
  • Waschung zur Schweißreduktion: Salbei, Benzoe Siam, Pfefferminz
  • Waschung zur Infektabwehr bei infektgefährdeten Menschen: Cajeput, Teebaum, Lavendel fein, Manuka, Thymian linalool, Myrte, Zitrone
  • Waschung zur Fiebersenkung: Pfefferminze, Eukalyptus globulus, Zitrone, Lavendel fein, Bergamotte, Cajeput.

Aromavollbad

10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl + 100 ml Emulgator (Vollmilch, Sahne) ins Badewasser. Zitrusschalenöle wegen ihrer hautreizenden Eigenschaften (außer Bergamotte) nur niedrig dosieren. Pfefferminze ist im Vollbad komplett zu vermeiden, da es viel zu sehr auskühlt. Ist die Haut sehr trocken und erfolgt anschließend keine hautpflegende Einreibung, kann dem Badewasser auch noch 100 ml fettes Öl zugegeben werden. Den Körper nach dem Baden nicht trockenen, sondern nur in einen Bademantel oder Badetuch einhüllen, ins vorgewärmte Bett kriechen und nachruhen. Vorsicht – die Badewanne ist mit dem fetten Öl extrem rutschig – es besteht erhöhte Sturzgefahr!

Wickel und Kompressen

Vier Tropfen ätherisches Öl werden entweder in heißes Wasser eingeschüttelt oder emulgiert. Anschließend ein Tuch ins Wasser geben, auswringen, auf den entsprechenden Körperteil auflegen und zudecken. Je nach Bedarf wärmendes oder kühlendes Element dazugeben. Wadenwickel zur Fiebersenkung oder bei Entzündungen unter gesunder Haut (Thrombose, Ohrspeicheldrüsenentzündung, Venenentzündung und so weiter) mit 500  l Wasser, 1 Teelöffel (Meer-) Salz und je 1 Tropfen Wacholder, Rosmarin cineol und Pfefferminze.

Inhalationen (Dampfbad) zur Schleim­lösung bei Bronchitis

1 bis 3 Tropfen ätherisches Öl (Thymian linalol oder Cajeput oder Myrte oder Eukalyptus oder Irirs) in eine Schüssel geben + 1 Teelöffel (Meer-) Salz + etwa 3 Liter heißes Wasser. Den Wasserdampf 15 Minuten lang einatmen.

Nasen- und Lippenpflege

5 ml Jojobaöl oder Sesamöl, 1° Pfefferminze oder 1° Cajeput

Mundwasser / Mundspray

Bei Schleimhautdefekten und Entzündungen im Mundraum ist die Dosierung davon abhängig, wie viel ätherisches Öl der Betroffene im Mund tolerieren kann, da die Mischung eine starke Herausforderung für den Geschmacks- und Geruchssinn darstellt. Erfahrungsgemäß müssen verschiedene Varianten ausprobiert werden.

Die Grundmischung: 30° Cajeput, 15° Manuka, 15° Pfefferminze, 15° Zitrone. Bei Soorbefall wird der Grundmischung noch 15° Bergamotte und 15° Palmarosa zugegeben.

Von dieser Grundmischung werden ein bis maximal zehn Tropfen in eine 30 ml Sprühflasche mit NaCl 0,9 Prozent gegeben und mindestens drei Mal täglich in den Mundraum gesprüht. Vor jedem Gebrauch gut schütteln. Oder es wird ein Tropfen in einen Schluck Wasser gegeben, für eine Minute im Mundraum hin und her gespült und wieder ausgespuckt. Oder es wird ein Tropfen der Mischung auf einen halben Teelöffel Honig oder Olivenöl oder Sesamöl gegeben und im Mund verteilt. Soll lediglich die Mundschleimhaut feucht gehalten und der Mund erfrischt werden, wird 1° Pfefferminze und/oder 1° Zitrone in 30 ml Wasser geschüttelt und in den Mund gesprüht oder die Mundschleimhaut wird nur mit ein bis zwei Tropfen Oliven- oder Sesamöl gepflegt ohne jegliches ätherisches Öl.

Die Bedeutung der Berührung in der Pflege

Durch die Pflegebedürftigkeit einiger Patienten und Patientinnen ergibt sich eine Fülle notwendiger diagnostischer, therapeutischer und vor allem pflegerischer Maßnahmen. Viele Patienten müssen, ohne oftmals im eigentlichen Sinne darüber aufgeklärt werden zu können, Berührungen am ganzen Körper ertragen. Dabei werden notwendigerweise auch die intimsten Körperzonen mit einbezogen, die im Alltagsleben, wenn überhaupt, nur vor einer bestimmten und sehr vertrauten Person entblößt werden. Es ist nur verständlich, dass diese vermeintlich notwendigen Berührungen zur Distanzierung des eigenen Körpers führen, was wiederum das Mobilisieren von Selbstheilungskräften blockiert. Berührungen in der Pflege sind fast immer zweckgebunden. Der Patient wird berührt, weil mit seinem Körper etwas verrichtet werden muss. Berührung um einer angenehmen Berührung willen ist da leider die große Ausnahme, was bei Patienten verständlicherweise zunehmendes Misstrauen in die Hände und Berührungen von Pflegekräften und Ärzten auslöst. Durch basal stimulierende Pflege wird versucht, die vielfältigen Berührungen verstehbar und akzeptabel zu machen. Berührung soll nicht länger als Eingriff oder Angriff empfunden werden, sondern als Kontaktaufnahme und Unterstützung durch einen anderen Menschen. Die Pflegenden haben die Aufgabe, in dem Wissen um die tiefe Dimension der Berührung, diese professionell zu gestalten. Gute Berührung kombiniert mit einem für den Kranken angenehm duftenden Öl ist häufig tröstender, öffnender und tiefgehender als viele Worte oder Medikamente. Besonders beeindruckend ist immer wieder die Reaktion auf die atemstimulierende Einreibung mit einem thematisch entsprechenden Öl.

Einreibungen als Angebot zu ­pflegerischem Dialog

Einreibungen stellen ein gezieltes Berührungsangebot zum Dialog auf körperlicher Ebene dar. Einreibungen des Rückens, der Füße, Hände oder des Gesichts sind besonders wirkungsvoll, um den Betroffenen ein deutliches Körpergefühl und die Möglichkeit des „in sich Hineinspürens“ zu vermitteln. Außerdem werden Sicherheit und Vertrauen gestärkt und das Gefühl von Angenommensein und Geborgenheit kann entstehen. Massieren, das heißt berühren, betasten, kneten, kann jeder und wird von den meisten Menschen als wohltuend und heilsam empfunden. Den kranken Körper eines Menschen mit guter Berührungsqualität zu verwöhnen heißt, großflächig, mit den ganzen Handflächen, mit warmen Händen und angewärmtem Öl, in mittlerem Arbeitstempo und mit mittlerem Druck vorzugehen. Der Körperkontakt wird dabei nie unterbrochen. Der Massierende legt dabei besondere Aufmerksamkeit in seine Hände und beobachtet körperliche Reaktionen bei dem Kranken, auf die er wiederum reagiert. So ist Kommunikation auf rein körperlicher Ebene möglich. Die Botschaft von „ich stärke Dir den Rücken in dieser schwierigen Lebensphase“ (bei einer Rückenmassage), „ich lass dich nicht allein“, „es ist mir wichtig, dass es dir gut geht, dass du keine Schmerzen hast, und dass du zur Ruhe kommst“ wird dabei vermittelt.

Rolle der An- und Zugehörigen

Den An- und Zugehörigen eine Massage anzubieten, um sie in ihrer Rolle, in der sie die Versorger, Richter, Begleiter und Kämpfer für den Kranken sind, ist manchmal noch wichtiger und für die Gesamtsituation hilfreicher als den Kranken selbst zu massieren. Meistens suchen die Angehörigen die Rückenmassage aus, bei der sie in Bauchlage auf dem Massagetisch die Einladung bekommen, sich ganz fallen lassen zu dürfen. Vielen Menschen gelingt dies in der Situation, so dass bei diesen Gelegenheiten häufig längst überfällige Einsichten gewonnen und Tränen geweint werden. Alternativ kann es je nach der familiären Situation sein, den betreuenden An- oder Zugehörigen in einem Massageangebot anzuleiten und Mut zu machen, sich das Massieren zuzutrauen. Die Möglichkeit, den oder die Kranke mit einer Handmassage zu verwöhnen, wird zum Beispiel gerne angenommen. Die harmonische Zweisamkeit, die bei diesen Gelegenheiten zwischen den zwei Menschen entsteht, so ganz fern von organisatorischen und versorgungstechnischen Themen, kann eine Atmosphäre schaffen, in der schwer Aussprechbares endlich thematisiert werden kann.

Mögliches Vorgehen bei einer Handmassage

Zunächst muss die Auswahl des Öls getroffen werden. 10 ml fettes Öl werden mit 8 bis 10 Tropfen ätherischem Öl gemischt. Dies kann ein einzelnes Öl oder auch eine Mischung aus mehreren Ölen sein. Wichtig ist, dass der zu Massierende den Duft mag. Das Bergamottenöl als Stimmungsaufheller ist häufig eine gute Wahl. Benötigt wird außerdem ein Handtuch, das unter den Unterarm gelegt wird, um das Verschmutzen von Kleidung oder Bettwäsche zu vermeiden. Wenn gewünscht, kann vor Beginn der Massage ein Handbad durchgeführt werden. Beide sollten sich in einer bequemen und entspannten Position befinden, idealerweise auf Augenhöhe. Das heißt, entweder sitzen sich beide seitlich gegenüber auf einem Stuhl oder der „Masseur“ sitzt auf einem Stuhl neben dem Bett. Besonderen Wert hat eine Massage, bei der sich nur auf die Berührung eingelassen wird und nicht gesprochen wird. Manchmal ist es hilfreich, demjenigen zu sagen, dass er, wenn er möchte, ruhig die Augen schließen kann. Häufig schließt sich der Mund dann automatisch mit. Der „Masseur“ gibt das Öl in die eigenen Hände und erwärmt es durch starkes Reiben in den Händen.

  • Hand und Unterarm mit der Ölmischung einreiben.
  • Unterarm zwischen Daumen und Finger legen und mit etwas Druck zur Ellenbeuge hochziehen. Ohne Druck zurückziehen und diese Bewegung ungefähr zehn Mal wiederholen.
  • Handrücken massieren: Zwischen den Handknochen vom Fingeransatz Richtung Handgelenk ausstreichen und kreisend auf den Handknochen wieder zurück. Abschließend den Handrücken mit dem flachen ­Daumen Richtung Handgelenk ausstreichen.
  • Hand umdrehen und die Handinnenfläche mit den Daumen massieren.
  • Die einzelnen Finger zu den Fingerspitzen hin massieren und die Zwischenräume zwischen den Fingern ausziehen.
  • Hände und Arme abschließend ausmodellierend ausstreichen
  • Das Handtuch um Hand und Unterarm wickeln
  • Die andere Hand in gleicher Weise verwöhnen
  • Anschließend nachruhen

Durch meine tägliche Arbeit mit den ätherischen Ölen erfahre ich sie als wertvollen Helfer, Unterstützer, Heiler, Begleiter und Tröster. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren und Kennenlernen der Öle!

Weiterführende Informationen:
www.primaveralife.com


Cordula InglisCordula Inglis
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Praxisbegleiterin für Basale Stimulation in der Pflege
Palliative Care Fachkraft
Primavera Aromaexpertin
Aromabeauftragte für das Lukas Hospiz sowie für das Palliativ Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel
Freiberufliche Dozentin
E-Mail
www.cordula-inglis.de

Lukas-Hospiz
Jean-Vogel-Straße 43
44625 Herne
www.lukas-hospiz.de

 

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